Mobile soziale Netzwerke sind im Trend
Soziale Netzwerke sind ein Übertrend. Halb Deutschland ist Mitglied in sozialen Netzwerken. Das entspricht etwa drei Vierteln aller Internetnutzer. Und 41 Prozent aller Mitglieder von sozialen Netzwerken nutzen sie auch mit dem Smartphone oder dem Tablet. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des IT-Branchenverbandes Bitkom.
Der größte Teil der Social-Apps auf dem Smartphone stammt von den bekannten, großen Netzwerken wie Facebook, Linkedin, Xing, der VZ-Gruppe, Wer-kennt-wen und einige weitere. Doch der Markt ist in stetem Wandel und reagiert auf die enorm wachsende Bedeutung von mobilen Anwendungen: Es gibt immer mehr Netzwerke, die vorwiegend auf dem Smartphone vertreten sind und auch nur dort sinnvoll genutzt werden können.
Dies trifft zum Beispiel für standortbezogene sozialen Netzwerke zu. Ein gutes Beispiel dafür ist Foursquare. Es nutzt die GPS-Funktion, um den aktuellen Standort festzustellen - zum Beispiel ein Restaurant. Der Anwender kann nun an diesem Standort "einchecken". Damit gibt er Freunden auf Foursquare oder in anderen Netzen seinen Aufenthaltsort bekannt.
Foursquare-Nutzer bekommen für das Einchecken Punkte und bei Erreichen einer bestimmten Punktezahl "Badges". Und der Anwender mit den meisten Check-Ins wird der "Mayor" (Foursquare-Bürgermeister) dieses Ortes - bis ein anderer Nutzer den Titel erhält. Außerdem können Nutzer bei bestimmten Partnerunternehmen Rabatte oder kleine Geschenke bekommen. So bieten zum Beispiel einzelne Kinos eine kostenlose Tüte Popkorn für jeden Check-in.
Ein weiteres gutes Beispiel für mobile Netzwerke ist Path. Das ist ein kleines, aber feines soziales Netzwerk ausschließlich für Smartphones. Die App führt die sozialen Netzwerke auf ihre ursprüngliche Idee zurück: Bei Path sind nur maximal 150 Freundschaften erlaubt. Nachrichten, Fotos, Statusmeldungen und Musiktipps sind für die Freunde nur sichtbar. Path ist ideal für echte Freundeskreise, die auch online Kontakt halten wollen.
Ebenfalls für echte Freundeskreise, aber auch für Interessengruppen oder Marken ist Motribe geeignet. Das Netzwerk für Netzwerke ist mangels Hypemarketing in Europa nicht sonderlich bekannt. Private Gruppen oder Unternehmen können dort mobile Communities erstellen, um Nachrichten oder Bilder auszutauschen, zu chatten oder zu bloggen.
Der Anbieter der Community registriert sich kostenlos (!) bei Motribe und konfiguriert die Community. Die Mitglieder müssen die Mobilweb-Seite (mobi-Subdomain) der Community ansteuern und dort ein Profil anmelden, um mitmachen zu können. Ähnlich wie auf einer Facebook-Seite können die Anbieter ihre "Fans" und "Follower" über aktuelle Ereignisse informieren und mit ihnen diskutieren.
Damit sind alle Grundelemente eines sozialen Netzwerks vorhanden. Motribe ist für Gruppen aller Art eine genial einfache Möglichkeit, ein eigenes soziales Netzwerk aufzubauen. Dabei entscheidet der Anbiete, wer mitmachen darf. Außerdem ist das Netz auf allen mobilen Plattformen verfügbar - auch auf älteren "Featurephones" mit einfachem Mobilbrowser. Das ist in der Heimat von Motribe wichtig, denn es stammt aus Südafrika und ist auf dem diesem Kontinent sehr beliebt.
Die Netzwerke von Motribe sind orientieren sich an den Interessen der Anwender. Doch es geht auch noch spezieller. Ein Neuling unter den Sozialmedien ist AppAware. Es ist ein monothematisches Netzwerk zur Empfehlung und Suche von Android-Apps. Dabei werden jedem Nutzer Apps empfohlen, die die eigenen Freunde installiert haben und häufig benutzen.
Zudem werden aus den App-Daten aller Nutzer Toplisten für verschiedene Kategorien erzeugt. Dafür wertet die App die auf jedem Smartphone vorhandenen Angaben aus. Auf diese Weise will die aus einem Forschungsprojekt an der ETH Zürich entstandene AppAware die Qualität der Apps erkennen.
Diese wenigen Beispiele zeigen deutlich, das soziale Netzwerke jenseits von Facebook stärker auf die gemeinsamen Interessen ihrer Anwender und gleichzeitig auf Mobilgeräte setzen. Das Smartphone ist immer dabei und damit sind auch die Freunde immer dabei - echte Freunde wie bei Path oder Gleichgesinnte wie bei Motribe.
Auch wenn ein Freundeskreis nicht gemeinsam an einem Ort ist, weiß doch jeder von jedem, was gerade los ist. Bereits heute wachsen Jugendliche mit dieser Art von "Fernerleben" auf und wirken mit bei der Entstehung der sozialmobilen Netzwerkgesellschaft der Zukunft. Der Markt wird sich weiter differenzieren, Facebook ist nicht das letzte Wort.
Bildquelle: Joachim Kirchner / pixelio.de