Mobile Payment: Im Gespräch mit Olaf Taupitz, Cashcloud

Digitale Prepaidkarte statt Bargeld

Obwohl sich das Thema Mobile Payment bislang im Alltag noch nicht durchgesetzt hat, sind einige Anbieter bereits gut vorbereitet. Cashcloud setzt auf eine virtuelle Prepaid-Mastercard und Near-Field-Communication-Technologie (NFC). Im Interview berichtet Olaf Taupitz, Geschäftsführer von Cashcloud, über die Möglichkeiten des kontaktlosen Bezahlens und die Entwicklung auf dem Markt.

  • Olaf Taupitz, Geschäftsführer von Cashcloud

  • Cashcloud will das elektronische Bezahlen im stationären Handel salonfähig machen.

Herr Taupitz, was verbirgt sich hinter dem Prinzip „cashcloud“?
Olaf Taupitz:
Cashcloud ist die Zukunft des Bezahlens. Kein Bargeld, keine Plastikkarten mehr, keine Clubkarten. Cashcloud vereint das elektronische Bezahlen im stationären Handel, online und zwischen Freunden und Bekannten. Darüber hinaus halten die Handelspartner den Handynutzer aktuell über Top-Angebote informiert.

In Deutschland gibt es eine vornehme Zurückhaltung gegenüber der „Wolke“, sensible Bankdaten dort abzulegen erscheint mit einem hohen Sicherheitsrisiko behaftet zu sein. Können Sie eine Skepsis der Anwender spüren?
Taupitz:
Deutschland hat große Fortschritte beim Onlinebanking und Onlineshopping gemacht, Kunden sind weniger kritisch im Umgang als die Medienberichterstattung. Sensible Daten gehören nicht in die Cloud, deswegen verzichten wir auch darauf, Kreditkarten dort zu speichern. Eine Kontonummer (zukünftig IBAN) sollte niemals zusammen mit PIN und/oder TAN gespeichert werden. Selbst die IBAN liegt nur verschlüsselt bei uns auf dem Server.


Bislang sind nur einige wenige Smartphones mit NFC-Funktionalität ausgestattet, wann wird dies „serienmäßig“ zu finden sein?
Taupitz:
Das hängt ein wenig davon ab, ob die großen Zahlungsnetzwerke wie Visa und Mastercard die Diskussion um das Secure Element zügig mit den Herstellern der Geräte standardisieren. Hier gibt es derzeit keine Einigkeit zwischen Banken, Mobilfunkbetreibern und Hardware- und Softwareindustrie. Solange macht es Sinn, mit einem Sticker zu arbeiten, der ist unabhängig vom Endgerät, ist aber jeweils von den Banken und Kreditkartenunternehmen durch strenge Prüfungen gegangen.


Welche anderen technologischen Hürden gibt es derzeit noch?

Taupitz:
Der Handel in Deutschland schläft und schafft nicht schnell genug die technische Infrastruktur. Wenn die Kunden erst mal gespürt haben, wie schön einfach und bequem NFC geht, wird der Druck größer. In anderen europäischen Staaten wie der Schweiz, Polen und der Türkei finden sie schon Infrastruktur zu 80 bis 90 Prozent verfügbar. Im deutschen Handel, insbesondere den Großflächen, steht Innovation hinter Preisführerschaft. Hauptsache billig, scheint oft die Devise. 


Ihre Hauptzielgruppe sind jugendliche Nutzer, diese gehen vor allem in sozialen Medien sorglos mit ihren Daten und vermutlich auch unbedarft mit virtuellem Geld um. Welche Möglichkeiten der Ausgabenkontrolle bzw. Budgetlimits gibt es?
Taupitz:
Unser System basiert grundsätzlich auf Prepaid. Das kennen die jugendlichen Nutzer bereits aus dem Mobilfunk. Das Standard Konto bei uns – Freemium – hat eine Ausgabenbegrenzung bei 100 Euro monatlich. Eltern können beispielsweise ein Taschengeld-Konto für ihre Kinder eröffnen, es selber aufladen und auch kontrollieren. So wollen wir beiden Generationen helfen, sich in die Zukunft des elektronischen Bezahlens hinein zu bewegen.


Welche Unterstützung findet Cashcloud auf Händler- und Anbieterseite?
Taupitz:
Wir haben eine API (Application Programming Interface) für Onlineshops entwickelt, die einfach in bestehende Onlineshops eingebunden werden kann. Händler können auch ganz einfach per App z.B. per iPad oder Smartphone Zahlungen anfordern und verwalten. Auch werden die Handelspartner zukünftig geeignete Angebote für ihre Kunden in Cashcloud einbinden können, schließlich weiß der Händler am besten, was seinen Kunden gefällt und wie er sie motivieren kann, wieder in den Laden zu kommen und mit Cashcloud zu bezahlen.



Wird es ihrer Meinung nach einen Trend Richtung „Bargeldlos“ in Deutschland wirklich geben? Wann werden sich derartige Methoden im Alltag durchsetzten?
Taupitz:
Selbstverständlich. Bargeld ist lästig – nicht nur für den Endkunden. Auch Banken und der Handel sind es leid, Bargeld von A nach B zu transportieren und zu verwalten. Lediglich die Geschwindigkeit muss elektronisch beim Check-Out gleich gut oder besser sein, deswegen ist NFC die Lösung. Andere Lösungen, die auf den QR-Code setzen, schaffen das nicht, insbesondere nicht, wenn es keine oder eine schlechte Datenverbindung im Laden an der Kasse gibt. Wir sind überzeugt, dass im Jahr 2014 erste wesentliche Änderungen anstehen und sich mobiles Bezahlen ab 2015 durchsetzt.

www.cashcloud.com

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