Nicht schön, aber nützlich: So lässt sich der StreetScooter in vier Worten beschreiben. Er gehört zur Kategorie „Nutzfahrzeuge“, in der es nicht um rasantes Design geht, sondern um eine möglichst hohe Effizienz beim Transport von Waren. Trotzdem hat der StreetScooter das Zeug zum Hipster-Auto wie sonst nur die Klassiker VW Bulli oder Unimog: Er hat einen Elektroantrieb.
Das Auto aus Aachen ist einer der ersten marktgerechten und einsatzbereiten Elektrolaster. Solche E-Transporter gelten bei Verkehrsexperten als sinnvolle Lösung für Probleme wie Feinstaubbelastung und überfüllte Innenstädte. Ab Anfang des nächsten Jahres führen die Deutsche Post und DHL deshalb als Vorreiter großflächig den StreetScooter ein. Kurz darauf wird er auch frei verkäuflich sein und anderen Interessenten angeboten, etwa Handwerkern oder Logistikdienstleistern.
Das Besondere an diesem Auto: Die Post baut es selbst. Die ersten Überlegungen und Konzepte zu dem Elektrotransporter entstammen einem kleinen Startup aus dem Umfeld der RWTH Aachen. Die Post stieß bereits vor einigen Jahren auf den Kleinhersteller, fand das Konzept sowie die ersten Prototypen interessant, investierte zunächst und kaufte nach einiger Zeit das Startup auf.
Bald will die Aachener GmbH pro Jahr etwa 10.000 StreetScooter herstellen, von denen in den nächsten Jahren bis zu 70.000 an die Konzernmutter ausgeliefert werden sollen. Durchaus möglich, dass die Produktion gesteigert werden muss, denn nach Auskunft des Unternehmens ist das Interesse an einem sinnvollen E-Transporter groß.
So katapultiert sich ausgerechnet die Deutsche Post in Rekordzeit in die Spitzengruppe der Hersteller von Elektroautos, ein Stück hinter und neben Tesla Motors. Das Beispiel zeigt, dass auch Konzerne Innovation können.
Sicher: Die vielfach verästelten Hierarchien und ausgefeilten Prozessstrukturen von größeren Unternehmen sind ein Hindernis. Sie haben die Tendenz, neue Ideen schnell zu ersticken, denn sie könnten ja das Kerngeschäft stören, Macht und Einflussbereiche zerbröseln.
Doch trotzdem ist es möglich, wenn die Voraussetzungen stimmen. Was hat die Post also anders gemacht? Es sind nur vier wichtige Punkte, die beispielhaft für Innovationen in Konzernen sind.
Bildquelle: StreetScooter / Deutsche Post DHL Group