In der SumUp-App kann der Händler sein Portfolio hinterlegen und beim Bezahlvorgang per Klick das Produkt auswählen, das gerade gekauft wird.
Ber der Payworks-Lösung läuft die Bezahlapplikation auf einem mobilen Endgerät, welches mit einem Kreditkartenleser verbunden ist.
Solch gerade beschriebenen Verfahren eignen sich für Firmen, denen die Anschaffung eines altbekannten EC-Terminals zu aufwendig ist. „Herkömmliche Terminals sind in der Anschaffung sehr teuer und oft an komplizierte Verträge mit langen Laufzeiten gebunden“, berichtet Stefan Jeschonnek, Managing Director und Mitbegründer von SumUp. Zudem gestaltet sich die Implementierung relativ unflexibel. „Es ist für den Händler meist sehr aufwendig, bis er ein solches Terminal überhaupt in seinem Laden stehen hat“, ergänzt Christian Deger, Managing Director bei der Payworks GmbH. Der Münchner Anbieter fungiert als ein Infrastruktur- und Technologielieferant für mobile Point-of-Sale-Lösungen. Das angebotene Verfahren funktioniert dabei wie folgt: Bei der sogenannten „Chip & PIN“-Lösung läuft die Bezahlapplikation auf einem Smartphone oder Tablet-PC. Dieses ist drahtlos – in der Regel via Bluetooth – mit einem Kreditkartenleser mit integriertem PIN-Pad verbunden, mit Hilfe dessen die Zahlung durchgeführt wird. Die Zahlung selbst wird innerhalb der Bezahl-App ausgelöst, ab dann übernimmt der Kartenleser. „Die Kartendaten werden direkt auf dem Leser verschlüsselt und so über das mobile Gerät via Processing Gateway an die jeweilige Bank geschickt. Erst dort werden die Daten wieder entschlüsselt und die Zahlung wird durchgeführt. Nach erfolgreichem Abschluss der Übertragung erhält die Applikation auf dem mobilen Gerät die Erfolgsmeldung vom Leser und der Nutzer kann beispielsweise durch Angabe seiner E-Mail-Adresse einen elektronischen Beleg erhalten“, ergänzt Deger. Alternativ ist ein Belegversand per SMS möglich.
Mit solchen Aufstecklösungen arbeiten beispielsweise Payleven, SumUp sowie Masterpayment mit seinem Angebot „Streetpay“. Während sich die genutzten Verfahren der drei Anbieter ähneln, sind bei allen auch die erforderlichen Apps und Kartenlesegeräte kostenfrei erhältlich. Allerdings fällt für den Händler je Transaktion eine gewisse Gebühr an. Bei SumUp und Payleven liegt diese bei 2,75 Prozent und bei Masterpayment bei 1,9 Prozent des Umsatzes. In anderen Ländern, ergänzt Christian Deger, gibt es überdies bereits Beispiele, bei denen die Händler eine monatliche Flatrate bezahlen und dafür eine unbegrenzte Anzahl an Transaktionen durchführen können. Hinsichtlich der unterstützten Betriebssysteme machen derzeit vor allem Android und iOS das Rennen. Allein Masterpayment arbeitet laut Vorstand Stefan Tittel bereits an der Realisierung einer Version für Blackberry sowie Windows. Bleibt zuletzt noch ein Blick auf die akzeptierten Zahlungsmittel: Gängig sind Kreditkarten wie Master- und Visacard. Ebenfalls akzeptiert werden EC-Karten, was insbesondere in Deutschland und Österreich sehr wichtig sei.
Wie sooft im Umfeld mobiler Lösungen wird auch bei Bezahlverfahren schnell der Ruf nach Datenschutz und Sicherheit laut. Dementsprechend haben die Anbieter Vorsorge getroffen und den einen oder anderen Sicherheitsmechanismus integriert. Bei Masterpayment ist beispielsweise die SSL-Verschlüsselung Standard. „Zusätzlich können Risikochecks justiert werden und wir bieten optional auch vollen Schutz bei Rückbuchungen an“, fügt Stefan Tittel hinzu.
Nicht nur auf die Verschlüsselung, sondern auch auf die Authentifizierung seitens der Kunden sollte man sein Augenmerk legen. „Bei unserer Lösung authentifiziert sich der Endkunde wie bei jeder anderen Kartenzahlung auch: in der aktuellen Reader-Version per Kartennummer und Prüfziffer sowie Unterschrift, in der nächsten Version per PIN“, so Stefan Tittel. Bei der letztgenannten handelt es sich um eine sogenannte „Chip & PIN“-Lösung, bei welcher der Zahlvorgang per PIN-Eingabe freigegeben wird. In diesem Zusammenhang betont Stefan Jeschonnek, dass mit dem Lesegerät von SumUp nur die Daten ausgelesen werden, die auf der Karte stehen, d.h. Kartennummer und Gültigkeit. „Zu keiner Zeit werden sensible Daten im Kartenleser oder im Mobiltelefon gespeichert“, so Jeschonnek weiter. Eine weitere Option hat Payleven in petto: „Mit einem speziellen Aufsatz können unsere Händler die Zahlung mit einer Unterschrift auf dem Smartphone oder Tablet durch den Kunden bestätigen lassen“, berichtet Konstantin Wolff, Mitbegründer und Chief Marketing Officer bei Payleven.
Generell kommt es bei dem Prozedere vor allem darauf an, die Unsicherheitsfaktoren Smartphone und Tablet auszuschließen. „Von daher werden die Bankdaten direkt auf Kartenlesern verschlüsselt und erst in einer zertifizierten und sicheren Umgebung wieder entschlüsselt. So können Viren oder gerootete Smartphones die Transaktions- und Bankdaten nicht auslesen oder manipulieren“, erklärt Christian Deger von Payworks.
Neben diesen Aufstecklösungen gibt es für kleinere Gewerbetreibende rein auf Apps basierende Bezahlsysteme. Zum Beispiel können Händler mit „Heidelpay Mobile“ ihr Smartphone oder Tablet in ein M-Payment-Terminal verwandeln. „Sämtliche gängigen Onlinezahlungen via Kreditkarte samt 3D Secure und Lastschrift können sie dann über ihr eigenes Gerät anbieten“, erklärt Mirko Hüllemann, Geschäftsführer der Heidelberger Payment GmbH, und weiter: „Unsere Lösung wird über den Webbrowser genutzt: Für eine Transaktion geben die Händler die Käuferangaben samt Kreditkarten- oder Kontodaten in die Benutzeroberfläche ein. Die Zahlung erfolgt sofort, nachdem die Daten in Echtzeit automatisch überprüft worden sind – etwa ob die Kreditkarte gültig oder das monatliche Zahlungslimit noch verfügbar ist.“ Die Software ist im Moment für das Apple-Betriebssystem iOS verfügbar. Dabei erhalten die Bestandskunden des Anbieters die App als kostenlosen Zusatzdienst.
Bildquelle: SumUp und Payworks