„Der Einstieg in die App-Entwicklung ist mit HTML5 einfacher“, betont Oliver Schwarz, Geschäftsführer von Schwarzdesign.
Herr Schwarz, wie gestaltet sich das derzeitige Interesse der Unternehmen an der App-Entwicklung auf Basis von HTML5?
Oliver Schwarz: Das grundsätzliche Interesse an Apps nimmt kontinuierlich zu. Die Möglichkeit der Umsetzung in HTML5 ist aber meist noch nicht bekannt, erzeugt dann jedoch großes Interesse und eine gute Akzeptanz. Schließlich können auf diese Weise mehrere Plattformen mit einer Kernanwendung bedient werden.
Inwieweit unterstützen Sie als Anbieter bereits diese Entwicklung? Und welche Umstellungen waren hierfür in Ihrer Entwicklungsabteilung vonnöten?
Schwarz: Als Internetagentur mit mehr als zehn Jahren Erfahrung im Bereich der Webentwicklung ist der Schritt zur HTML5-App nicht so groß.
Offiziell soll HTML5 erst 2014 verabschiedet werden, obgleich schon jetzt fleißig damit programmiert wird. Wie schätzen Sie die Möglichkeit eines „Fallbacks“ für die Entwickler nach offiziellem Release ein?
Schwarz: Jede Software oder App muss regelmäßig an die jeweiligen softwaretechnischen Rahmenbedingungen, Betriebssysteme etc. angepasst werden. Ich glaube nicht, dass die Folgeaufwände bei HTML5 größer sind als bei anderen Entwicklungsumgebungen.
Welche Grenzen setzt HTML5 bei der App-Erstellung? Und welche Risiken birgt der Standard?
Schwarz: Grundsätzlich ist HTML5 für sehr hardwarenahe Anwendungen oder Spiele weniger geeignet.
Worin sehen Sie wiederum die Stärken von HTML5?
Schwarz: Für Apps mit hohem Informationsanteil oder besonders natürlich bei webnahen Anwendungen kann bei der Entwicklung auf viele Workflows aus der Webentwicklung zurückgegriffen werden. Auch für das Problem der unterschiedlichen Bildschirmauflösungen und Seitenverhältnisse (speziell bei Android) bieten HTML5/CSS3 gute Lösungen an. Im Businessbereich oder bei speziellen Inhalten stellt die Distribution am App Store vorbei die einzige Möglichkeit dar.
Inwiefern ist auch die Entwicklung nativer Apps auf Basis von HTML5 möglich?
Schwarz: Wir haben sehr gute Erfahrung mit Phonegap/Cordova gemacht. Hier werden HTML5-Kernanwendungen in native App-Containern platziert und können ganz normal über die App Stores distribuiert werden.
Inwieweit könnte HTML5 andere Programmiersprachen bzw. native Apps verdrängen?
Schwarz: Für bestimmte Anwendungsfelder wird eine native Umsetzung immer die beste Option darstellen, auch wenn für verschiedene Plattformen parallel entwickelt werden muss. Bei einfachen Anwendungen und/oder geringeren Budgets stellt HTML5 aber schon heute eine sinnvolle Alternative dar.
Und inwieweit wird die App-Entwicklung auf Basis von HTML5 den App Store und Google Play Store beeinflussen?
Schwarz: Der Einstieg in die App-Entwicklung ist mit HTML5 einfacher. Dadurch reduziert sich aber m.E. die durchschnittliche Komplexität bzw. auch Qualität der Apps speziell im Google Play Store sicherlich. Anfänglich gab es offensichtlich seitens Apple Vorbehalte gegenüber „nativen HTML5-Apps. Mittlerweile sehe ich da aber keine grundsätzlichen Vorbehalte mehr.
Über welche Plattformen oder Stores werden die HTML5-Apps selbst vertrieben?
Schwarz: Wir distribuieren aktuell ausschließlich über App Store bzw. Google Play Store.
Wer prüft die Sicherheit der Apps, wenn Sie frei im Netz verfügbar sind?
Schwarz: Wir distribuieren wie gesagt aktuell nur über die App Stores.
Wie schätzen Sie die zukünftigen Entwicklungen im Bereich HTML5 ein und wie werden wohl Apple und Google darauf reagieren?
Schwarz: Das App-Store-Konzept hat aus Sicht des Marketings viele Vorteile für die Distribution von Inhalten und auch Anwendungen. Außerdem sind die Nutzer am ehesten dazu bereit, im App Store für Apps zu bezahlen. Deswegen glaube ich, werden App Stores auch in Zukunft eine große Rolle spielen. Die Apps dort werden dann je nach Anforderung nativ oder als HTML5-Kernanwendungen entwickelt.