Blackberry 10 im Unternehmen

Ein Sprung nach vorne

Interview mit Markus Müller, Senior Director EMEA Enterprise Partnerships bei Research in Motion, über die Verwaltung mobiler Endgeräte via Blackberry Mobile Fusion.

Markus Müller ist Senior Director EMEA Enterprise Partnership bei RIM.

Herr Müller, welchen Stellenwert schreiben Sie dem Thema „Mobile Device Management“ (MDM) aktuell zu? Ist es in den Unternehmen angekommen?
Markus Müller:
MDM ist definitiv in den Unternehmen angekommen. Das merken wir auch deutlich an der Nachfrage und in Gesprächen, die wir bezüglich des neuen Blackberry Enterprise Service 10 (Bes) mit Unternehmen führen. Die starke Zunahme von Smartphones, die sukzessive bestehende Featurephones ersetzen, macht ein zentrales Management unabdingbar – sowohl was die Beherrschung des administrativen Aufwands angeht als auch was die Umsetzung bestehender Sicherheitsrichtlinien betrifft.

Ab wann lohnt sich der Einsatz einer MDM-Lösung für ein Unternehmen?
Müller:
Generell hängt dies nicht nur von der Anzahl der eingesetzten Smartphones ab, sondern auch wesentlich von der Frage, wie „businesskritisch“ die Anwendungen auf dem Smartphone sind. MDM ist für ein kleines Ingenieurbüro genauso interessant wie für ein etabliertes mittelständisches Unternehmen oder einen DAX-Konzern.

Von der Kostenseite hat der Kunde aktuell bei uns die Wahl zwischen zwei Modellen: einer einmaligen Investition oder einer jährlichen Gebühr. Die Kosten liegen pro verwaltetem Gerät, je nach Abnahmemenge, zwischen 74,25 Euro und 37,50 Euro einmalig oder zwischen 36,00 Euro und 18,00 Euro jährlich. Entscheidet sich der Kunde für eine jährliche Gebühr, sind darin natürlich auch Release-Updates enthalten. Außerdem kann der Kunde seinen bestehenden Technical-Support-Wartungsvertrag auf die neuen Geräte ausweiten.

RIM beschränkte sich mit der Verwaltungsplattform BES zunächst auf das Management der eigenen Blackberry-Geräte. Das hat sich mit Mobile Fusion geändert. Warum wurde der Rahmen etwas weiter gefasst?
Müller:
Im Businessumfeld hat das begonnen, was man „Consumerization of the Enterprise“ nennt. Das heißt, der Mitarbeiter – der natürlich auch Endverbraucher ist – hat sich emanzipiert und möchte gerne das Smartphone seiner Wahl nutzen und nicht mehr unbedingt das, was von der IT-Abteilung vorgegeben wird. Wenn das Businessumfeld diesen Ansatz in Bezug auf die notwendige Sicherheit zulässt, muss die IT trotzdem in der Lage sein, auch diese Geräte einem Mindestmaß an Kontrolle und Verwaltung zu unterziehen. Unsere Kunden wünschen sich in Sachen MDM den gleichen Sicherheitsstandard wie bei den Blackberry Devices. Durch Mobile Fusion ist es für den Administrator einfach, unsere Devices oder weitere Smartphones wie Android oder iOS zu verwalten. Dabei steht ihm die maximal mögliche Sicherheit innerhalb der jeweiligen Plattform zur Verfügung. Alle drei Plattformen werden unter der gleichen Oberfläche verwaltet.

Welche Funktionen unterstützt die Verwaltungslösung?
Müller
: Mit der Software können IT-Abteilungen ihre IT-Sicherheitsregeln und -Vorschriften durchsetzen. Mobile Fusion bietet Management und Kontrollfunktionen für unsere Smart­phones und Tablets, aber auch für Android- und iOS-Geräte. Die Grundidee dabei ist die Integration verschiedener MDM-Module – z.B. für Blackberry-Management und/oder iOS-Geräte und/oder künftige Blackberry-10-Geräte – sowie deren Betrieb unter einem Dach. Die Funktionen von Mobile Fusion sind dabei vielfältig. So werden beispielsweise mehrere Endgeräte pro Benutzer unterstützt. Weiterhin ist es darüber möglich, Software und Anwendungen auf die Geräte zu verteilen oder bestimmte Anwendungen auch zu verbieten. Für alle Managementfunktionen wird eine einzige Konsole genutzt, unabhängig vom Betriebssystem des jeweiligen Geräts.

Mit welchem Aufwand ist die Einführung der Lösung verbunden?
Müller:
Die Installation und Ersteinrichtung auf einem Server oder einer virtuellen Instanz erfolgt je nach Nutzerzahl in wenigen Stunden.

Wie garantieren Sie die strikte Trennung von geschäftlichen und privaten Daten auf ein und demselben Endgerät?
Müller:
Auf unseren Geräten gibt es eine im Smartphone- und MDM-Markt einzigartige Lösung: Blackberry Balance. Mit Hilfe spezieller IT-Policies in Verbindung mit unserer Device-Software bleiben Daten und Applikationen in beiden Bereichen sicher getrennt und geschützt – trotz unverändert bequemer Benutzeroberfläche. Der Nutzer braucht nur noch ein einziges Blackberry-Smartphone sowohl für die Arbeit als auch privat mit allen Vorteilen von Applikationen wie Facebook, Twitter oder E-Mail. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um ein eigenes Gerät oder ein Firmenhandy handelt: Der Benutzer hat jederzeit Zugriff auf alle Daten und Funktionen, aber sensible Firmendaten bleiben immer geschützt.

Das Thema „Sicherheit“ steht bei den Anwendern mit an erster Stelle. Wie werden Sie dieser Anforderung weiterhin gerecht?
Müller:
Blackberry war und ist die sicherste Variante für Unternehmen, Smartphones einzusetzen. Dies belegt als ein Beispiel die Sicherheitszertifizierung der Tüv Rheinland i-sec GmbH. Das Testat bescheinigt, dass die im aktuellen Betriebssystem 7 OS integrierten Sicherheitsfunktionalitäten einen wirksamen Schutz der mit dem Gerät verarbeiteten Daten ermöglicht.

Inwiefern wird bereits die Verwaltung Ihrer zukünftigen Smartphones auf Basis von BB10 unterstützt? Ist hier ein Update der Verwaltungslösung nötig?
Müller:
Mit dem Device-Service in Mobile Fusion können bereits heute die Playbooks wie in Zukunft auch die Blackberry-10-Devices verwaltet werden. Mit Enterprise Service 10 machen wir dann nochmals einen Sprung nach vorne und packen alle Servicemodule in einen physischen Server. Das Feedback, welches wir aus aktuellen Gesprächen und Demonstrationen von Enterprise Service 10 bei Kunden bekommen, ist gut.

Können Sie uns aktuelle Beispiele aus der Praxis nennen? Welche Kunden setzen aktuell auf Ihre MDM-Lösungen?
Müller:
In Deutschland haben wir einen starken Enterprise- und somit MDM-Footprint. Die Verbreitung unserer MDM-Lösungen dehnt sich dabei auf alle Schlüsselindustrien aus, beinhaltet aber auch kleine und mittelständische Unternehmen. Insgesamt nutzen 450 der Top-500-Unternehmen in Deutschland sowie ein große Anzahl renommierter DAX-Unternehmen und Behörden unsere Produkte. Insgesamt konnten wir die BES-Aktivierungen im Vorjahresvergleich um 13,3 Prozent und die Geräteinstallationen bei Top-50-Kunden um 13 Prozent steigern sowie 625 neue Kunden mit BES-only-Installationen gewinnen.  

 

Blackberry 10 im Unternehmen

BB10 wird laut RIM die Tradition von Blackberry ­in Unternehmen sowohl auf Benutzer- als auch auf Unternehmensebene weiterführen. Der vereinheitlichte Posteingang im Hub (E-Mail, Social Media, News Feeds) sowie die Integration der Kontakte und Kalender eines Anwenders mit seinen sozialen Netzwerken werde auch die Bedürfnisse besonders aktiver Kommunikationsprofis erfüllen. Die Integration der Balance-Technologie sorge dafür, dass persönliche und unternehmenseigene Apps und Daten getrennt und sicher bleiben, die Anwender jedoch nahtlos zwischen persönlichen und beruflichen Aktivitäten wechseln können.

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