Dieter Heiss, Fujitsu Technology Solutions

Eine Erleichterung für alle

Im Gespräch mit Dieter Heiss, Senior Director Mobiles & Accessories bei Fujitsu Technology Solutions, über die Möglichkeiten von Managed Mobile Service, die mobilen Endgeräte mit den besten Zukunftschancen und wie Windows 8 die Entwicklungen beeinflussen wird.

Dieter Heiss, Senior Director Mobiles & Accessories bei Fujitsu Technology Solutions

Herr Heiss, die Nutzung mobiler Endgeräte wie Tablets und Smartphones wächst ungebremst. Welchen Stellenwert nimmt das Thema „Mobile“ in der Unternehmensstrategie von Fujitsu im Vergleich zu den übrigen Segmenten ein?
Dieter Heiss:
Das Thema „Mobile“ ist eines der strategischen, globalen Wachstumssegmente für Fujitsu. Dazu gehören unsere Notebooks und Tablets. In den letzten fünf Jahren sind wir hier jeweils über dem Markt gewachsen.

Die privaten mobilen Endgeräte werden zunehmend auch im Unternehmensalltag genutzt. Doch welche Problematiken bringt der Trend „Bring your qwn Device“ (BYOD) mit sich?
Heiss:
Die Nutzung privater Endgeräte auch im Unternehmensalltag bringt zunächst einmal mehr Attraktivität und Produktivität für Firmen, die sich frühzeitig mit diesem Trend beschäftigen. Damit verbunden ist die Herausforderung, Firmendaten und Firmennetze vor unerlaubten Zugriffen zu sichern und gleichzeitig die Privatsphäre der Anwender zu schützen. Fujitsu unterstützt dabei mit Beratung und entsprechenden Hardware- und Softwarelösungen.

Unternehmen müssen heute in der Lage sein, die durch Mitarbeiter gespeicherten Firmendaten auch unterwegs zu schützen. Sie bieten hierzu einen Managed Mobile Service an. Was genau verbirgt sich dahinter?
Heiss:
Managed Mobile ist eine weltweit einsetzbare Cloud-basierte Software- und Servicelösung, die über den gesamten Lebenszyklus des Gerätes alle Administrationsaufgaben für mobile Geräte abdeckt. Angefangen vom Provisioning, Device Management über Security- und Applicationmanagement bis hin zum Service- und Kostenmanagement. Unterstützt werden alle üblichen Geräte und Betriebssysteme: Blackberry, Google Android, iPhone, iPad, Palm OS, Symbian und Windows Mobile.

Welche Sicherheitsfunktionen kommen bei dem Service zum Einsatz?
Heiss:
Zu den Sicherheitsfunktionen gehören: Passcodes, automatische Sperre des Geräts nach Inaktivität, automatisches Löschen nach einer definierten Anzahl fehlgeschlagener Anmeldeversuche, APN konfigurieren, Anzahl der von mobilen Apps auf dem Gerät genutzten Ports beschränken, Schutz vor Datenverlust durch Identifizieren aller auf dem Gerät installierten Dateien, gestohlene oder verloren gegangene Geräte nachverfolgen, Verschlüsselung der zwischen mobilen Apps und Unternehmensinfrastruktur ausgetauschten Daten, Prüfung und Protokollierung des gesamten mobilen Anwendungsverkehrs sowie Fernabbruch schädlicher Anwendungsprozesse.

Handelt es sich um eine Standardlösung oder kann der Service auch an spezielle Kundenanforderungen angepasst werden?
Heiss:
Der Service enthält ein Standardpaket, kann aber ganz individuell und kundenspezifisch um additive Sicherheits- und weitere Funktionen aus den Core-Plus- und Enhanced-Paketen erweitert werden.

Mit dem Service ist auch das Verfolgen und Lokalisieren eines Geräts an jedem Ort der Welt möglich. Wie vereinbaren Sie das mit den Themen „Datenschutz“ und „Privatsphäre“?
Heiss:
Das Device Tracking ist ein optionales Feature von Managed Mobile, das entsprechend etablierter Firmenregelungen ein- bzw. ausgeschaltet werden kann. Fujitsu empfiehlt, zu Zwecken der Transparenz Betriebsvereinbarungen oder Ähnliches zur Einhaltung aller Belange abzuschließen.

Welche Preismodelle stellen Sie Ihren Kunden zur Verfügung?
Heiss:
Die Preismodelle von Managed Mobile können wie alle unsere Produkte kundenspezifisch vereinbart werden und basieren auf dem gewählten Leistungsumfang.

Mit dem eigenen Smartphone-Angebot hat sich Fujitsu bisher kaum aus dem Heimatmarkt Japan herausgewagt. Was sind die Hintergründe?
Heiss:
Fujitsu fokussiert sich bei Smartphones aktuell auf den Heimatmarkt in Japan, nicht zuletzt wegen der dort etablierten strategischen Zusammenarbeit mit dem größten japanischen Netzbetreiber Docomo. Bezüglich einer Ausweitung dieses sehr erfolgreichen Kooperationsmodells auch auf andere Regionen sind wir aktuell in der Diskussion.

Wird es Ihre Smartphones demnächst auch auf dem deutschen Markt geben?
Heiss:
Gut möglich, doch bitte haben Sie Verständnis, dass wir an dieser Stelle keine Details nennen können.

Mit dem Stylistic M532 beispielsweise mischt Fujitsu aber auf dem europäischen Tablet-Markt mit. Warum ziehen Sie das Segment „Tablets“ dem der „Smartphones“ hierzulande vor?
Heiss:
Fujitsu gehört zu den Tablet-Pionieren im deutschen Markt. Bereits vor mehr als 20 Jahren hatten wir erste, stiftbasierte Tablets erfolgreich im Markt etabliert – selbstredend, dass wir dieses Segment nun auch um nicht auf Windows basierende Systeme erweitert haben.

Wie wurde das Stylistic M532 auf dem europäischen Markt angenommen?
Heiss:
Sehr, sehr positiv. Das Produkt erhält ausnahmslos gute Kritiken, auch in der Fachpresse.

Was verspricht sich Fujitsu von seinem Hybridgerät Stylistic Q702, das die Geräteklassen Tablet und Notebook verbindet?
Heiss:
Hybridgeräte sind die Geräte der Zukunft, denn sie sind optimal an die Bedingungen der neuen Arbeitswelt angepasst. Sie helfen, sowohl Datenkonsum wie Internetrecherchen als auch Datenerfassung effizient und ergonomisch mit einem Gerät zu erledigen. IT-Manager erwarten gerade in Firmenumgebungen erhebliche Einsparungen. Denn es muss nur noch ein Gerät beschafft und betreut werden – eine erhebliche Erleichterung für alle.

Und welche Rolle schreiben Sie den Ultrabooks zu?
Heiss:
Ultrabooks stellen eine innovative Weiterentwicklung der bewährten Notebook-Technologie dar, die das mobile Arbeiten attraktiver (geringes Gewicht, ultra-dünner Formfaktor) und effizienter (kürzeste Boot-Zeiten) gestalten. Die verwendete, Strom sparende Technik garantiert Performance bei niedrigem Energieverbrauch und damit – trotz des ultradünnen Formfaktors – entsprechend attraktive Batterielaufzeiten. Sofern Ausbaubarkeit keine Rolle spielt, ist ein Ul-trabook das Gerät der Wahl, insbesondere für Kunden, die ständig auf Achse sind und dabei auf eine traditionelle Tastatur nicht verzichten wollen. Wir rechnen damit, dass sich der durch die Ultrabooks forcierte Trend nach dünneren und leichteren Geräten weiter verstärken und das Notebook-Segment entsprechend beeinflussen wird.

Welchen Einfluss wird Windows 8 auf Ihre zukünftigen mobilen Entwicklungen nehmen?
Heiss:
Windows ist gerade im Corporate-Bereich weit etabliert, mit einem über die Jahre gewachsenen, riesigen Investment an Windows basierender Software. Schon allein deshalb ist Windows 8 ein wichtiger Meilenstein und eröffnet Geschäftskunden neue Bedienmöglichkeiten über Touch, ohne dabei die Legacy aufgeben zu müssen. Aus diesem Grund setzen wir auf Windows 8 und bieten eine entsprechende Produktpalette an.

 

Dieter Heiss ...
... verantwortet als Vice President Workplace Systems das Personal-Systems-Portfolio für EMEA. Dazu gehören Desktop-PCs, Notebooks, Workstations, Thin Clients, Displays und Zubehör.

Dieter Heiss arbeitet seit 1987 bei Fujitsu. Seine Karriere begann er als Hardware- und Software-Ingenieur für Highend- und Midrange-Server. Ab Oktober 1999 wechselte er in den Strategiebereich und wirkte dort u.a. bei der Zusammenführung der Computerbereiche von Fujitsu Europa und Siemens mit. Nach der Fusion kehrte er 2001 zum Produktgeschäft zurück und bekleidete zwischenzeitlich Management- und Senior-Management-Positionen in den Bereichen Entwicklung, Produkt- und Businessmanagement.

Dieter Heiss hat an der Fachhochschule Augsburg das Studium der Elektrotechnik abgeschlossen. In seiner Freizeit liebt er ausgiebige Motorradtouren, Joggen und Skilaufen.

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