Simplenote ist in einer neuen und grundsätzlich überarbeiteten Version auf den Markt gekommen. Sie ist ein großer Sprung vom einfachen iOS-Notizblock. Inzwischen ist Simplenote eine elegant gestaltete und sehr funktionale Notizblock-App mit Basisfunktionen für iOS, Android, den Mac und den Kindle. Außerdem gibt es eine Webapp. Alle Apps unterstützen Markdown, das sich inzwischen als eine Art Standard für die einfache Formatierung von Notizen im reinen Textformat etabliert hat.
Außerdem gibt es Kollaborationsfunktionen und eine Möglichkeit, Notizen als Webseite zu veröffentlichen. Die App und der damit verbundene Service bieten deutlich mehr als eine Notizfunktion, ohne den Anwender mit einem Feature-Overkill zu belasten. Sie reihen sich damit eigentlich eher in die Phalanx der minimalistischen Editoren wie Write.App oder Writebox ein. Im Unterschied zu Evernote bietet Simplenote ausschließlich Grundfunktionen und eine minimalistische Benutzeroberfläche.
Sehr durchdacht ist die Möglichkeit des “Taggings” und der Freitextsuche in den Notizen. Die Tags werden auch als Ordnungselement genutzt, so dass die App zum Beispiel nur Notizen mit einem bestimmten Tag anzeigen kann. Diese eher asketische Struktur der App ist vorteilhaft, da sich der Anwender nicht mit mehreren konkurrierenden Ordnungssystemen herumschlagen muss - zum Beispiel mit Notizbüchern und Tags.
Zur Benutzung ist allerdings ein Simplenote-Account erforderlich, denn für die Synchronisation wird ein eigenes Backend genutzt. Die Vorversion kannte noch eine Premium-Variante, die andere Speicherdienste wie Dropbox unterstützte. Premium-Anwender können diese Möglichkeiten weiter nutzen, doch Automattic hat das Programm auslaufen lassen und akzeptiert keine neuen zahlenden Benutzer.
Im Markt für Notizprogramme und Zen-Editoren scheint noch Potential zu sein, denn auch Dropbox-Konkurrent Box will jetzt mit einer App für Schreiber punkten: Box hat gerade das neue, schlanke Box Notes angekündigt , mit dem sich die auf der Online-Festplatte gespeicherten Dokumente bearbeiten lassen.
Laut der Pressemitteilung soll Box Notes eher in Richtung Textverarbeitung gehen, aber minimalistisch bleiben. Box konkurriert hier mit Google Docs, das zwar immer noch schlanker als das Office-Dickschiff von Microsoft ist, aber längst nicht mehr zu Askese neigt. Doch auch dieser Markt ist umkämpft, denn mit Quip gibt es bereits eine schicke Minimaltextverarbeitung.
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