Touchpanel im Produktionsumfeld
In Produktionsumgebungen werden Touchpanels bisher jedoch selten eingesetzt. Dabei bieten sie einige Vorteile gegenüber klassischen Steuerungsanlagen. Die grafischen Visualisierungen etwa erleichtern die Bedienung der Anlagen. Das senkt nicht nur den Schulungsaufwand, sondern auch die Rate fehlerhafter Eingaben. Kostenintensive Stillstandszeiten werden somit reduziert. Daher setzt die Unitechnik Cieplik & Poppek AG die benutzerfreundlichen Bedienstellen schon seit einigen Jahren im Bereich der Produktionsautomation ein.
Komplexe, automatisierte Produktionsanlagen bestehen aus unterschiedlichen Maschinen, Transport-, Lager- und Handlingsystemen, die passgenau ineinandergreifen. Über zentrale Steuerstellen werden im Laufe eines Tages zahlreiche Eingaben zu den Anlagenkomponenten getätigt, wie etwa Transportbestätigungen oder Freigaben. Auch die Fehlerdiagnose und der Handbetrieb werden zu einem Großteil über diese Terminals abgewickelt. Die Bedienung der herkömmlichen Steuerstellen läuft dabei größtenteils über Taster und Schalter. Für den Handbetrieb gibt es in der Regel für jede Bewegungsachse der jeweiligen Komponente einen Taster, beschriftet mit der Kurzbezeichnung der Funktion. Je nach Komplexitätsstufe der Anlage können die Steuerstellen unübersichtlich gestaltet sein. Da kommen leicht mal 30 Taster zusammen. Das erfordert eine detaillierte Einarbeitung der Mitarbeiter in Standard-Abläufe und auch ein gewisses Maß an Erfahrung, wenn es darum geht, die Anzeigen der Leuchtmelder im Störungsfall richtig zu interpretieren.
Unitechnik plant und integriert automatisierte Anlagen und Prozesse in komplexen Produktionsumgebungen. Um eine für die Betreiber kosteneffiziente und für die Bediener komfortable Lösung anzubieten, setzt das Unternehmen auf eine Anlagenbedienung über Touchpanels. Wie herkömmliche Steuerstellen werden sie in Stand-, Pult- oder Wandgehäusen installiert und an zentralen Punkten innerhalb der Anlagen aufgestellt. „Die visuelle Übereinstimmung von Grafik und Realität ist eine der zentralen Vorteile einer Steuerung über einen hochauflösenden Bildschirm“, betont Christian Mertens, Vertriebsleiter Produktionsautomation. „Mit 15 Zoll sind unsere Touchscreens so groß, dass wir den Anlagenteil detailliert abbilden können.“ Für jede automatisierte Anlagenkomponente – vom Hubwagen über Regalbediengerät, Wendegerät und Manipulator bis hin zur Fördertechnikeinheit – gibt es eine eigene Bildschirmmaske. Dort werden dem Bediener immer diejenigen Funktionen zur Verfügung gestellt, deren Anwendung in der jeweiligen Situation sinnvoll und technisch möglich ist. Diese werden durch selbsterklärende Symbole dargestellt und in den Kontext des grafisch dargestellten Anlagenteils gesetzt. Der Bediener kann bei einer Störung das Problem genau verorten, ohne lange zu suchen.
Auch im Servicebereich hat sich der Einsatz der Touchscreens bewährt. „Tritt in einer durch uns automatisierten Anlage ein Problem auf, können wir über Fernwartung auf das entsprechende System zugreifen – sei es hier in Deutschland oder bei einem Kunden in Singapur“, verdeutlicht Mertens. Durch den Fernzugriff direkt auf die Steuerstelle kann eine Situation sehr schnell erfasst und der Bediener optimal angeleitet werden. Der Besuch eines Service-Technikers vor Ort ist nur noch in den seltensten Fällen nötig.
Während die Anfangsinvestition in Touchpanels vergleichbar mit der in herkömmliche Steuerstellen ist, sind die Kosten auf den gesamten Produktlebenszyklus betrachtet deutlich geringer. Denn die Software der Touchscreens kann jederzeit – auch aus der Ferne – einem Umbau oder einer Modernisierung der Produktionsanlagen flexibel angepasst werden. Kommt bei herkömmlichen Steuerstellen hingegen eine Funktion hinzu, müssen zusätzliche Taster und Leuchtmelder eingebaut, verdrahtet und programmiert werden. „Die Touchscreens vereinen schon heute verschiedene Funktionsebenen wie die Produktionssteuerung und Anlagenvisualisierung in einem Gerät“, betont Mertens. „Und dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren noch deutlich verstärken: Bedienung, Analyse und Managementinformationen verschmelzen weiter und werden künftig über Netzwerkanbindung von jedem Ort aus abrufbar sein.“
Bildquelle: Unitechnik