Fotografieren, Text erkennen und überweisen
Der langlebigste Dinosaurier der Analogwelt ist der altbekannte, rot-weiße Überweisungsvordruck. Online-Banking ist inzwischen der Standard. Viele Banken und Sparkassen schließen Filialen, weil die Überzahl der Kunden für Bankgeschäfte den heimischen Computer nutzt. Inzwischen geht das sogar mit einem Smartphone.
Trotzdem ist die Papierüberweisung nicht totzukriegen. Sie wird zwar nur noch von wenigen Kunden genutzt. Doch die Banken überlegen nicht, wie sie das analoge Relikt abschaffen können. Im Gegenteil, die Deutsche Bank hat zusammen mit dem IT-Unternehmen GFT Technologies AG eine völlig neue Anwendung für die Papierformulare gefunden: Sie dienen in einer App für Mobile Banking als Ausfüllhilfe.
Denn lästig ist beim klassischen Online-Banking in erster Linie das Übertragen von Kontonummer und Bankleitzahl in die Software. Ganz besonders nervig wird das ab 2014, wenn der innerdeutsche Zahlungsverkehr auf die 22stellige IBAN (International Bank Account Number) umgestellt wird.
Doch das Smartphone eröffnet Banken und Unternehmen einen Weg, das häufig nutzlose Formular sinnvoll einzusetzen: Mit Hilfe einer Scan/OCR-App werden die Daten in eine Banking-App übertragen. Dabei muss der Anwender das ausgefüllte Überweisungsformular zunächst mit der Kamera fotografieren. Eine Texterkennungssoftware liest die Schrift aus und die Banking-App führt die Überweisung aus.
Die Deutsche Bank will die Fotoüberweisung schon bald als Modul in ihrer App "Meine Bank" anbieten. Eine direkte Konkurrenz zum herkömmlichen Online-Banking gebe es nicht, meint Heinz Beeck, Direktor des Online-Geschäfts bei der Deutschen Bank.
"Der große Funktionsumfang moderner Smartphone-Generationen begünstigt Lösungen, die dem Kunden echte Mehrwerte bieten", sagt Bernd-Josef Kohl, Leiter International Business Consulting bei GFT. "Die App ermöglicht eine schnellere, einfachere und unkomplizierte Ausführung alltäglicher Bankgeschäfte."
Bildquelle: GFT Technologies AG