04.07.2017 Anwenderkonferenz von MobileIron

Endgeräte, IoT und die Cloud managen

Von: Daniela Hoffmann

Auf der Anwenderkonferenz des Enterprise-Mobility-Management-Anbieters (EMM) MobileIron ging es um Sicherheit in der Cloud und im Internet-of-Things-Umfeld (IoT). Für die User stand auch die Einhaltung der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Fokus.

Barry Mainz, Mobile Iron

MobileIron-CEO Barry Mainz begrüßte die Teilnehmer der ersten europäischen Anwenderkonferenz des Anbieters im ehemaligen Berliner Elektromotorenwerk.

Im Berliner Motorenwerk konnte die erste deutsche Konferenz des Anbieters Anfang Juni 2017 auf Anhieb 500 Teilnehmer verzeichnen, darunter Finanzunternehmen wie Finanz Informatik oder Deutsche Bank. Eine Umfrage unter den Gästen, die im Schnitt mit ihren Lösungen über 7.000 mobile Endgeräte verwalten, zeigt den Trend zur Cloud. 90 Prozent der europäischen Business User nutzen demnach Cloud-Angebote, darunter nicht nur Lösungen für wie Microsoft Office 365 oder Salesforce, sondern in der Regel umfangreiche Multi-Cloud-Szenarien. MobileIron-CEO Barry Mainz machte deutlich, dass damit die Komplexität im EMM-Umfeld erheblich steigt. Mit „Access“ will der Anbieter den Zugriff auf Cloud-Applikationen sichern.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Verschmelzung von Desktop- und mobilen Endgeräten unter Windows 10, ein potentieller Wachstumsbereich für den Anbieter. „Windows 10 ist das erste große Betriebssystem, das ein Architekturdesign wie Android oder iOS aufweist, also sämtliche Anwendungen kapselt. Bei unseren Kunden sehen wir eine starke Nachfrage, auch die Desktop-Computer mit über das EMM-System zu verwalten“, berichtete Stratos Komotoglou, Marketing-Direktor EMEA.

Neue IoT-Unit gegründet

Desweiteren will das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountainview seine Lösungen für das Endgeräte-Management weiter auf das Internet of Things ausdehnen. Anfang des Jahres wurde dafür eine IoT-Unit gegründet. „Geräte im Internet of Things sind auch nichts anderes, als die bisher verwalteten Endpunkte. IoT-Sicherheit auch für Embedded Systems wird für Unternehmen immer relevanter. Wir sichern die Übertragung von Daten, aber auch von benötigter Software auf die IoT-Endpoints ab und stellen sicher, dass sich kein gehacktes System darauf befindet“, erklärte Komotoglou. Im zweiten Halbjahr 2017 werde man ein entsprechendes Produkt herausbringen. Gartner verortete den Anbieter kürzlich als Leader im Magic Quadrant für EMM-Suites.

IDC-Consultant Mark Alexander Schulte adressierte in seiner Keynote und im gutbesuchten Workshop die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Auf seine Frage, wer bereits in der Umsetzung sei, meldeten sich nur wenige Teilnehmer. Ab Mai 2018 soll die neue europäische Datenschutzverordnung „General Data Protection Regulation“ gelten. „Die Regelung kann die Unternehmen viel Ärger kosten. Mit Strafen von vier Prozent des globalen Umsatzes kosten Verstöße ähnlich hohe Strafen wie das Thema Geldwäsche. Die Anzeigepflicht von Verstößen führt entsprechend zu einem Ansehensverlust“, mahnte Schulte.

Daten-Governance im Fokus

Neu an der Richtlinie sind nicht nur die Zustimmungspflicht, sondern auch das Prinzip der Datenminimalisierung und das Recht auf Vergessen. Unternehmen müssten rechtfertigen, warum sie welche Daten sammeln. Das könne erheblichen Einfluss auf die Geschäftsprozesse haben, erklärte Schulte, denn die Verordnung fordere Datensicherheit schon im Design und per Default. Zunächst stünde eine, in der Regel nicht ganz einfache Identifizierung aller gesammelten persönlichen Kundendaten an.

Aus Sicht von Schulte wird das Thema EMM damit entscheidend, wenn es um Compliance geht. Zu den wichtigsten Punkten, um die DSGVO zum Erfolg zu machen, gehört laut IDC vor allem das Schaffen von abteilungsübergreifenden Teams für die Daten-Governance. Schulte riet zudem, einen Prozess zu etablieren, mit dem auf Vorfälle im Bereich Data Security reagiert wird und diesen vor allem ausreichend zu testen. „Wenn man jetzt startet, hat man gute Chancen, die Deadline für nächsten Mai einzuhalten“, so der Berater.

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