10.07.2017 Woher kommt die Diskrepanz?

Erschreckende Lücke bei Business-Apps

Von: Stefan Mennecke

Über die erschreckende Lücke bei Business-Apps und warum es so entscheidend ist, diese zu schließen

Da Mobilität immer geschäftskritischer wird, werden Apps dazu beitragen, Effizienzsteigerungen zu erzielen und Organisationen wettbewerbsfähiger zu machen.

Die meisten Menschen haben die Mobilität aufgrund des Erfolges und der Durchsetzung von Apps angenommen. Nicht ohne Grund entfallen laut Flurry Analytics 90 Prozent der Zeit, die am Handy verbracht wird, auf Apps – was die wichtige Rolle unterstreicht, die Apps in der mobilen Revolution spielen. Gartner prognostiziert, dass die App-Nutzung sogar noch weiter ansteigen wird: Im Jahr 2017 sollen mehr als 268 Milliarden Apps im Wert von 77 Mrd. US-Dollar heruntergeladen werden.

Für viele private Nutzer ist klar, dass sich das Leben mit Apps leichter managen lässt, aber wie sieht es in Hinblick auf Business-Apps in Unternehmen aus? Von vielen wird möglicherweise noch Dropbox oder Evernote genannt, aber der Einsatz von Business-Apps liegt weit hinter dem von Consumer-Apps – so deutlich, dass eine richtige „App-Lücke“ entstanden ist.

Aber wie kam diese Diskrepanz zustande? Warum ist es notwendig, die Lücke zu schließen? Und wie könnte die Zukunft der Business-Apps aussehen? EMM-Spezialist Soti geht den Fragen auf den Grund.

Die Differenz wahrnehmen


Die Business-App-Lücke ist deutlich sichtbar. Aber warum werden in einem so überfüllten Markt nur so wenig Apps für Unternehmenszwecke entwickelt? Vielleicht, weil es für neue Apps schon immer schwer war, sich gegen bereits vorhandene durchzusetzen und ihren Wert gerade für Unternehmen zu beweisen. Sicherheitsbedenken in Bezug auf die Nutzung im Unternehmen waren zusätzliche Stolpersteine für die Entwicklung. Die Folge waren oft schwerfällige Apps ohne moderne Nutzeroberfläche (UI), die vielleicht hinsichtlich Sicherheit punkten konnten, oft aber nicht nutzerfreundlich waren und sich daher nicht in der Breite durchsetzten.

Unternehmensinterne IT-Experten hatten zudem Mühe bei der Administration mit einigen Business-Apps. Aufgrund schwieriger Konfigurationen und inkonsistenten oder verwirrenden Einstellungen war die Installierung eine Herausforderung. Die potentielle Nutzung ungesicherter Apps bereitete zusätzlich Probleme, die voll ausgelastete IT-Abteilungen nicht mit übernehmen wollten.

App-Entwickler dagegen waren mit der Anforderung konfrontiert, die richtige Zielgruppe zu finden und im Markt ihre Sorgfaltspflicht zu erfüllen. Letztlich stellt ein Unternehmen selbst eine Herausforderung hinsichtlich der Konfigurationserstellung dar. Aufgrund des beiderseitigen Ringens von IT und Entwicklung mit der Lücke im Unternehmens-App-Markt entstand die Diskrepanz.

Die Business-App-Lücke schließen


Man könnte behaupten, das Fehlen von Business-Apps auf dem Markt liege darin begründet, dass Unternehmen wegen der Nutzung der Mitarbeiter zurückhaltend sind und vor allem besorgt darüber, wie sie diese verwalten sollen. Strategisches Mobilitätsmanagement räumt diese Ängste aus, indem Unternehmen die Kontrolle über die App-Implementierung, Sicherheit und Nutzung gegeben wird. Denn dieses erkennt und reagiert auf sich verändernde Nutzeranforderungen und Verhaltensweisen. Organisationen sollten Apps also auf ihre Mobilitätsagenda setzen.

Eine Studie der globalen Supply Management Company AEB unterstreicht, dass die Lücke in Branchen wie Transport und Logistik anfängt, kleiner zu werden. Die Studie zeigt, dass diese Veränderung „von oben nach unten“ eingeleitet wurde, und obwohl Business-Apps in vielen Unternehmen noch nicht angekommen sind, sind die Erwartungen und das Interesse für diese Technologie sehr hoch.

Da Mobilität immer geschäftskritischer wird, werden Apps dazu beitragen, Effizienzsteigerungen zu erzielen und Organisationen wettbewerbsfähiger zu machen. Beispielsweise mit Apps, mit denen Mitarbeiter ihre Zeiten oder Kosten aus der Ferne erfassen können. 70 Prozent der britischen Unternehmen werden laut Citrix z.B. bis zum Jahr 2020 Mitarbeiter haben, die nicht im Büro arbeiten. Business-Apps werden den Mitarbeitern dabei helfen, effektiv und nahtlos von Zuhause aus neben ihren Kollegen im Büro zu arbeiten.

Einige Unternehmen sind vielleicht besorgt, dass sie „inhouse“ nicht die Ressourcen für eine App-Entwicklung haben oder dass Outsourcen zu teuer wäre. Für jedes neue Projekt gelten aber die gleichen Regeln: Definiere die eigenen Ziele und stelle sicher, dass sie auch messbar sind! Recherchiere: Was tut sich speziell in dieser Branche? Gibt es irgendwelche Mitspieler, mit denen man zusammenarbeiten kann? Das ist oft die günstigere Methode; zudem bringt es Vorteile hinsichtlich der Qualitätssicherung. Auch mag die App-Developer-Community Herausforderungen und trägt gerne etwas bei; es macht also Sinn, sich dort Beratung zu holen.

Die Zukunft der Business-App-Lücke


Die Industrie möchte die maßgeblichen Hürden für manche Unternehmen beseitigen – die Sicherheitsbedenken, die zur mangelnden Annahme von Business-Apps in Unternehmen beitragen. Die Zukunft bringt Innovationen wie das App-Tunneling, das sicherstellt, dass sensible Daten verschlüsselt werden – und zweifellos wird es noch weitere interessante Entwicklungen geben, damit Unternehmen einfache Applikationen schnell erstellen und sicher auf die gewünschten Endgeräte verteilen können.

Starke und ganzheitliche Mobilitätsmanagement-Strategien – in sehr unterschiedlichen Formen, Größen und Aufgabengebieten – tragen schon jetzt in Organisationen dazu bei, Sicherheitsbedenken zu mindern und ihnen zu ermöglichen, das meiste aus ihren Apps zu machen. Der Grundstein für Unternehmen ist gelegt, mehr mobile Arbeit zu ermöglichen und Prozesse so effektiv wie möglich zu gestalten, was eine breitere Übernahme von Unternehmens-Apps zusätzlich unterstützt. Die Business-App-Lücke muss verringert werden, damit Unternehmen mit den Anforderungen des mobilen Arbeitens Schritt halten sowie Wachstum und Entwicklung erfahren können.

Bildquelle: Soti

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