Mobile Payment

Es geht los: Das iPhone als Geldbörse

Der erste Feldversuch für Bezahlen mit dem iPhone beginnt. MasterCard, ADAC, BP/Aral und die Landesbank Berlin machen gemeinsam erste Erfahrungen mit der NFC-Technologie.

Geld - bei Banken, Sparkassen und im iPhone

Kurz nach dem Start des ersten Feldversuchs mit NFC-fähigen Geldkarten geht nun ein weiteres Projekt an den Start. Es erlaubt sogar echtes Mobile Payment, zumindest für Autobesitzer, die mit einem iPhone 4S und einer ADAC-Kreditkarte bei Aral oder BP tanken wollen.

Das Projekt ist in Kooperation mit der Landesbank Berlin AG (LBB) von MasterCard entstanden. Bereits im Sommer 2011 hat BP/Aral verkündet, alle Kassenterminals in Deutschland, der Schweiz und in Großbritannien auf PayPass umzustellen.

Dieser Dienst erlaubt es Mastercard-Kunden, entweder den NFC-Chip auf der Karte oder ein NFC-fähiges Smartphone zum kontaktlosen Bezahlen zu nutzen. Für das Zahlen per Smartphone ist zudem noch eine Wallet-App notwendig, die die Abbrechnung via Kreditkarte aus dem Mastercard-Verbund erlaubt.

Zumindest Mastercard glaubt an Mobile Payment und ermöglicht es sogar, ältere iPhones mit NFC nachzurüsten. Dafür wird das Gerät mit einem zusätzlichen Kunststoffgehäuse versehen, das die für die Zahlung notwendigen Daten auf einer microSD mitbringt und zudem einen NFC-Chip enthält.

In Deutschland erfolgt die Abwicklung bisher nur über eine ADAC-Kreditkarte, was für den Feldversuch sicher akzeptabel ist. Fraglich ist allerdings, ob sich der Umstieg von der bekannten EC-Karte auf Mobile Payment auf diese Weise beschleunigen lässt - Kreditkarten sind in Deutschland kein Massenzahlungsmittel.

Immerhin, der Handel glaubt an das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone. In der Studie "Kassensysteme 2012" des EHI Retail Institute gaben 12 Prozent der befragten Handelsunternehmen an, bereits heute kontaktloses Bezahlen zu ermöglichen - in der Regel kartenbasiert und oft noch im Pilotstadium.

Der Prozentsatz der geplanten Installationen liegt bei beeindruckenden 80 Prozent. Doch die Autoren der Studie schränken dieses positiv wirkende Ergebnis sofort ein: "Gerade beim Thema 'Mobile Payment' per Smartphone dürfte es noch einige Jahre dauern, bis sich dieses wirklich flächendeckend in der Praxis durchsetzt."

Die Studie weist darauf hin, dass nach wie vor kaum NFC-fähige Endgeräte auf dem Markt sind und wichtige Fragen der Zahlungsabwicklung und -sicherheit nicht endgültig geklärt sind. Die Erwartungen stützen sich nach Ansicht der Forscher vom EHI Retail Institute in erster Linie darauf, dass die Smartphone-affinen Kunden das mobile Bezahlen als selbstverständliche Funktion betrachten und damit die Verbreitung beschleunigen.

Bildquelle: Sara Hegewald / pixelio.de

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