31.08.2017 Nachhaltige Idee

Fairphone 2: Kamera zum Nachrüsten

Modul-Upgrade für das Fairphone 2: Eine neue, bessere Kamera lässt sich mit dem Schraubenzieher selbst installieren.

Fairphone-Chef Bas van Abel. Foto: Daniel Karmann

Fairphone-Chef Bas van Abel. Foto: Daniel Karmann

Das niederländische Sozialunternehmen Fairphone, das bei seinen Smartphones auf Nachhaltigkeit setzt, hat erstmals Modul-Upgrades eingeführt. So ist es den Besitzern des Fairphones 2 möglich, die Kamera mit den moderneren Modulen nachzurüsten, ohne gleich ein neues Gerät kaufen zu müssen.

Das Fairphone 2 sei das erste Smartphone, das sich nicht nur einfach reparieren, sondern jetzt auch upgraden lässt, erklärte Fairphone-Chef Bas van Abel am Donnerstag am Rande der IFA in Berlin. «Die Rechnung ist ganz einfach: Wenn die Leute ihre Smartphones doppelt so lange nutzen, müssen nur halb so viele produziert werden.»

Linsen selber tauschen

Den Angaben zufolge sind die neuen Module für die Rück- und Frontkamera mit einem größeren Bildsensor und mehr Megapixeln (12 und 5 MP) ausgestattet. Das Update der Frontkamera sei außerdem mit einer schnelleren Linse versehen worden. Die neuen Teile könnten die User problemlos mit einen Schraubenzieher selbst einbauen, hieß es.

In künftigen Chargen des Fairphone 2 sind die moderneren Kameras bereits direkt verbaut. Die neue Rückkamera zum Nachrüsten kostet 45 Euro, die verbesserte Frontkamera für Selfies 30 Euro. Das Set ist für 70 Euro zu haben. Die alten Module können Nutzer an Fairphone zurückschicken. Dort laufen derzeit verschiedene Überlegungen, in welcher Form diese weiter verarbeitet werden können.

Fairphone startete 2010 als Kampagne und ging 2013 in ein Unternehmen über. Seitdem wurden 130 000 Smartphones verkauft. Deutschland ist dabei der wichtigste Markt: «Etwa die Hälfte der Geräte werden hierzulande abgesetzt», sagte van Abel. Innerhalb Deutschlands sei Berlin die stärkste Region.

Die Niederländer setzen traditionell auf eine längere Nutzungsdauer der Geräte. Zudem will Fairphone seine Produkte möglichst ohne Ausbeutung von Mensch und Natur produzieren und eine Bewegung für fairere Elektronik vorantreiben. Dafür wurde das Unternehmen bereits mit dem Umweltzeichen Blauer Engel und dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet.

Zuletzt hatte es aber auch Kritik gegeben, da es für das erste Modell, das Fairphone 1, keine Ersatzteile mehr gibt. Die Austauschteile würden in geringer Anzahl nachgefragt, deshalb sei Produktion zu teuer geworden, hatten das Unternehmen erklärt.

 

 

dpa/rs

 

 

 

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