Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde Geld für etwas ausgibt, das nicht besonders viel Nutzen bringt? Wer Geld von seinen Kunden möchte, muss sich etwas einfallen lassen. Die New York Times hat wie alle Tageszeitungsangebote im Internet Probleme mit der Refinanzierung, lässt sich aber etwas einfallen.
Die US-Zeitung kooperiert mit dem Automatisierungsdienst IFTTT (IF This Then That) und bietet dort diverse Möglichkeiten an, Artikel aus bestimmten Rubriken oder zu bestimmten Themen vollautomatisch in andere Cloud-Dienste zu schaufeln. Ein typischer Anwendungsfall: Jeder als populär markierte Artikel in der Rubrik "Technologie" wird zum Später-Lesen-Dienst Instapaper verschoben.
Das hört sich zunächst nach einer etwas komfortableren Variante der RSS-Feeds an, doch hinter IFTTT steckt mehr. Wer im Internet intensiv Nachrichten oder andere Artikel liest und viele Informationen verarbeitet, verbraucht viel Zeit mit Arbeitsgängen, die wieder und wieder ausgeführt werden müssen. IFTTT ist eine Automatisierungslösung für die meisten der bekannten Cloud-Dienste, Sozialnetzwerke und Online-Festplatten.
Er verknüpft ein Ereignis in einem Dienst mit einer Aktion in einem anderen Dienst. IFTTT ist recht leistungsfähig und völlig kostenlos. Der Service automatisiert zurzeit 70 Cloud-Apps und hat seine besondere Stärke im Verteilen von Links und Informationen. Ein typisches Beispiel: Wenn in Feedly ein Eintrag markiert wird, wird der Inhalt dieses Eintrags in Evernote gespeichert.
Im Moment scheint das Unternehmen daran zu arbeiten, noch weitere Automatisierungslösungen (Channels) für Nachrichtenmedien anzubieten. Zusammen mit der Automatisierung von Sozialmedien wie Storify, Tumblr oder Instagram ergeben sich zahlreiche neue Möglichkeiten der Anwendung dieser Plattformen.
Denkbar wäre zum Beispiel, Texte und Fotos zu bestimmten Themen in Facebook, Tumblr oder Storify zu veröffentlichen, die Links zusätzlich in Pinboard zu sichern und den Inhalt des Blogposts in eine Datei in der Dropbox zu kopieren. Ähnliche Pipelines aus automatisch aktualisierten und “kuratierten” Informationen lassen sich relativ leicht vorstellen.
Das Problem dabei sind - zumindest im technologieskeptischen Deutschland - Urheberrecht und das brandneue Leistungsschutzrecht. Wer auf diese Art und Weise Artikel über das Internet verschickt und das ganze auch noch in einem Blog öffentlich macht, befindet sich bereits mit einem Bein im Gefängnis.
Unterdessen im Rest der Welt: Es wird fröhlich experimentiert, um zu sehen, was geht und was nicht. Und selbst traditionelle Medien wie die New York Times machen ebenso fröhlich mit.
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