In-App-Kauf: Verdienst trotz kostenloser App
Das klassische Geschäftsmodell für Software lautet: Der Kunde kauft eine Lizenz und darf das Programm dann nutzen. So funktionieren auch viele Apps für iPhone, Android & Co. Doch ein Blick in die Appstores zeigt: Etwa zwei Drittel der Apps sind kostenlos.
Bei den Downloads sehen die Zahlen noch deutlicher aus: Laut den Erhebungen der Markforscher von IHS iSuppli waren 2011 mehr als 95 Prozent aller heruntergeladenen Apps kostenlos. Doch wie kann ein Programmierer mit einer kostenlosen App Geld verdienen?
Der erste Weg zu einem Einkommen ist natürlich der Einsatz der App als Eigenwerbung, um lukrative Aufträge zu bekommen. Ein zweiter Weg ist das Angebot zweier App-Varianten: Die kostenlose finanziert sich zum Beispiel durch Werbung, die kostenpflichtige dagegen ist werbefrei.
Auch das Nachrüsten von weiteren Funktionen ("Freemium") in einer Bezahlversion der App wird oft benutzt. Diese Möglichkeiten haben jedoch einen eindeutigen Nachteil: Sie können den Kunden des Entwicklers enttäuschen. So ist es zum Beispiel möglich, das dauerndes Nachladen der Werbung bei einem Widget oder einem Dienst unter Android den Akku rasch leersaugt.
Aus diesem Grund wählen viele Entwickler die Möglichkeit des In-App-Kaufs. Dabei können die Anwender der App beispielsweise zusätzliche Funktionen, Inhalte und Erweiterungen freischalten. Ein Beispiel: Zahlreiche Apps besitzen eine Skin- oder Theme-Funktion, mit der das Aussehen der App verändert werden kann. Gegen eine kleine Gebühr landen neue Themes via In-App-Kauf auf dem Smartphone oder Tablet.
Diese Einnahmequelle hat sich in der letzten Zeit zu einem wichtigen Erfolgsfaktor entwickelt. Bei einem Vergleich der Einnahmen über den In-App-Kauf und kostenpflichtige Downloads wird deutlich: 39 Prozent aller Umsätze wurden 2011 über Einkäufe innerhalb einer App erzielt. Vor allem in Spielen sind In-App-Käufe populär. Die Analysten von IHS iSuppli empfehlen, das erfolgreiche Geschäftsmodell aufzugreifen.
Doch es gilt: "Wo Licht ist, ist auch Schatten". Der alte Spruch bewahrheitet sich auch hier wieder. Die In-App-Käufe werden zunehmend ausgenutzt, um unaufmerksame Leute zu übervorteilen. Dies betrifft vor allem Spiele für Kinder, die ungewollt zu hohen Käufen geführt haben. Dies ist wiederholt auf dem iPhone passiert, da der App Store in einer etwas älteren Version unter bestimmten Umständen beliebige In-App-Käufe zuließ, ohne erneut nach dem Kennwort zu fragen.
Dies war zum Beispiel nach dem Herunterladen einer kostenlosen App möglich. Hierbei wurde ebenfalls nach dem Kennwort gefragt. Anschließend konnte der Anwender 15 Minuten lang beliebige Downloads einkaufen, ohne ein weiteres Mal das Kennwort eingeben zu müssen. Inzwischen hat Apple die entsprechenden Funktionen verbessert.
Bildquelle: Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de