Neues Betriebssystem bei Blackberry

Gemischte Infrastrukturen

Wie bestehende Kunden auf das neue Betriebssystem migrieren können, erläutert Enterprise Business Development Manager Alexander Schütterle im Interview.

Alexander Schütterle, Enterprise Business Development Manager bei Blackberry

Herr Schütterle, wie ist ein sicherer und durchgängiger Parallelbetrieb gewährleistet, wenn neben einem bestehenden Blackberry Enterprise Server (BES) nun ein „neuer“ BES mit Blackberry 10 (BB10) implementiert werden muss?
Alexander Schütterle:
BES 10 kann problemlos in einer Misch-
umgebung mit BES 5 betrieben werden, da in der Kommunikation mit dem Mailsystem andere Protokolle genutzt werden und somit keine Konflikte möglich sind. Was die Kommunikation durch die Firewall angeht, werden die gleichen Komponenten und Kommunikationswege genutzt – so kann z.B. bei einer DMZ-Infrastruktur die Blackberry-Router-Komponente der existierenden Infrastruktur mitbenutzt werden.

Welche Migrationsangebote unterbreitet Blackberry Bestandskunden zum Umstieg auf BB10 und  das neue Z10? Welchen Zeitrahmen veranschlagen Sie für ein solches Projekt?
Schütterle:
Wir bieten unseren Kunden über das Blackberry 10 „Get Ready Program“ verschiedene Möglichkeiten zur Hilfe bei der Migration an (Support Forum, Webcasts etc.). Eine Zeitabschätzung ist schwer, da es auf die Komplexität der Infrastruktur, der Richtlinien und vor allem der Vorgaben beim Kunden hinsichtlich Freigaben und Pilotbetrieb ankommt. Für den Nutzer fällt lediglich die neue Aktivierung des BB-10-Gerätes an.

Die Trennung des privaten und professionellen Profils erfordert den Einsatz des BES. Wie schließen Sie aus, dass unsichere Applikationen wie WhatsApp oder gefährliche Spionagesoftware nicht trotzdem Zugriff auf das professionelle Profil erhalten – denn schließlich befinden sich die Apps physisch auf demselben Device?
Schütterle:
Die Trennung der beiden Welten innerhalb von Blackberry Balance wird bereits auf der Betriebssystemebene festgesetzt. Neben der eigentlichen Trennung der Prozesse, die keinen Datenaustausch zulassen, werden aber auch die Verkehrsströme separiert. Die geschäftliche Applikation kommuniziert ausschließlich mit dem Firmennetzwerk, während die Prozesse in dem privaten Perimeter das ganz normale Routing in das Internet benutzt.

Wie ist die AppWorld aufgebaut, um zu verhindern, dass private Apps (fälschlicherweise) nicht doch in das professionelle Profile gelangen?
Schütterle:
Der geschäftliche Perimeter kommuniziert ausschließlich mit dem Intranet. Nur darüber können Apps im geschäftlichen Bereich installiert werden. Die Blackberry World for Enterprise stellt diese Applikationen auf dem Firmenserver zur Verfügung. Auf diese Weise wird bereits bei der Auswahl und Installation von Apps ein „Übergreifen“ in den privaten Bereich verhindert. Die privaten Apps werden über die Blackberry World installiert und arbeiten in dem dafür vorgesehenen privaten Perimeter.

Wie kann die Unternehmens-IT dies überwachen und welche neuen Funktionalitäten für das MDM enthält BES 10?
Schütterle:
Durch die restriktive Trennung im Rahmen von Blackberry Balance sind die vielen Individuellen Einstellmöglichkeiten vereinfacht. Wenn durch die Balance-Architektur der Zugriff aller privaten Apps verhindert wird, braucht man keine unzähligen Policies mehr für seine Umgebung anpassen. Weniger ist in diesem Fall wirklich mehr. Ein Mehr an Sicherheit.

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