E-Reader boomen in Deutschland
In Deutschland ist die Welt noch in Ordnung: E-Books und E-Reader verkaufen sich immer besser. Der E-Book-Markt hat mit etwa 12,3 Millionen Verkäufen im Jahr 2012 zwar erst einen Umsatzanteil von zwei Prozent am Gesamtmarkt. Doch das Wachstum dieses Nischenmarkts ist rasant: 2011 wurden erst 4,9 Millionen E-Books verkauft.
Worauf ist der Anstieg zurückzuführen? Eine Erklärung ist der Boom der Tablets. Laut Bitkom verdoppelten sich die Verkäufe dieser Geräte 2012 von 2,1 im Jahr 2011 auf 4,4 Millionen 2012. Da es für alle Tablet-Betriebssysteme eine große Auswahl an Software-Readern gibt, dürfte ein Teil des Wachstums diesem Marktsegment geschuldet sein.
Eine zweite Erklärung ist die zunehmende Verbreitung der E-Reader mit dem augenschonenden E-Ink-Display. Obwohl die Verkaufszahlen deutlich unter denen von Tablets liegen, lassen sich immer mehr Leute von diesen Geräten überzeugen. Gegenüber einem Tablet haben sie vor allem Vorteile bei der Akkuleistung: Ein E-Reader kann wochenlang ohne Aufladen genutzt werden, ein fleißig genutztes Tablet ist oft schon nach zwei Tagen leer.
Die gute Darstellung auf den Displays der Reader ist aber in den Zeiten von Retina-Displays nur noch ein zweitrangiges Argument. Zumindest die Highend-Tablets wie das iPad 4 oder das Galaxy Note 10 bieten hohe Auflösungen und starke Kontraste.
Laut einer Untersuchung der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz fällt deshalb vor allem älteren Leuten das Lesen auf einem Tablet leichter als auf Papier - eine größtenteils noch unerschlossene Zielgruppe für E-Books und Tablets.
Doch während in Deutschland die Pfeile für die Verkaufszahlen für E-Reader immer noch nach oben zeigen, ist der Boom weltweit wohl schon wieder am Ende. Gegenüber 2011 ist der Weltmarkt für diese Geräte um 36 Prozent eingebrochen. Und er wird wohl in den nächsten Jahren weiter schrumpfen, vermuten die Marktforscher von iSuppli in einer Studie.
Diese Entwicklung ist nach Überlegungen der Forscher ebenfalls auf Tablets zurückzuführen. Geräte mit nur einem Verwendungszweck werden von Heimanwendern als weniger attraktiv eingeschätzt. Das Tablet ist nicht nur eine Lesemaschine. Es ist außerdem Videoplayer, Spielekonsole, Webterminal, Warenkatalog und Kommunikator in einem - der Universalcomputer macht die Einzelgeräte überflüssig.
Bildquelle: Bitkom