Enterprise-Resource-Planning-Prozesse mobilisieren

Geschäftsprozesse übersichtlich abbilden

Der ERP-Software-Anbieter 
Proalpha versorgt den Mittelstand mit betriebswirtschaftlichen Standardlösungen. Mit welchen Anforderungen man dort von Anwenderseite konfrontiert wird, berichtet Johannes Imhof, Leiter der Abteilung Competence Center Technology (CCT), im Interview.

Johannes Imhof, Proalpha

In den meisten Unternehmen sind die Anfragen getrieben aus den einzelnen Fachbereichen, die sich einen Nutzen von einer mobilen Anwendung erhoffen, beobachtet Johannes Imhof von Proalpha.

Herr Imhof, aus welchen Fachbereichen stammen derzeit die meisten Anfragen zur Mobilisierung von ERP-Prozessen?
Johannes Imhof:
Aktuell stammen die meisten Anfragen aus den Fachbereichen Materialwirtschaft und Produktion (Lager- und Produktionslogistik), Business Intelligence, Serviceabwicklung sowie Ver-
trieb. Insbesondere das Kundenbeziehungsmanagement (CRM) spielt eine zentrale Rolle.

Wer sind Ihre Ansprechpartner in den Unternehmen? IT, Geschäftsführung oder Fachbereichsleiter?
Imhof:
Das lässt sich pauschal nicht beantworten. In den meisten Unternehmen sind die Anfragen sicherlich eher getrieben aus den einzelnen Fachbereichen, die sich einen Nutzen von einer mobilen Anwendung erhoffen. Dies gilt vor allem für die Abteilungen Lager- und Produktionslogistik sowie für den Service. In den anderen Bereichen – insbesondere in Richtung Business Intelligence (BI) – sind es eher Anfragen auf Geschäftsführungsebene.

Welche konkreten Anforderungen formulieren die Anwender?
Imhof:
Auch die variieren von Anwendungsfeld zu Anwendungsfeld. Daher muss man die vier genannten Bereiche gesondert betrachten: Im Bereich Materialwirtschaft und Produktion geht es primär darum, die klassischen Geschäftsprozesse der Lager- und Produktionslogistik zu unterstützen. Mobile Endgeräte in Kommissionierung und Wareneingang sind ein häufig genannter Aspekt. Ebenso die mobile An- und Abmeldung von Produktionsarbeitsgängen oder die Entnahme von Materialen.

Für den Themenkomplex BI ist vor allem die mobile Darstellung der wichtigsten Unternehmenskennzahlen in sogenannten Dashboards ein wichtiger Punkt für viele Unternehmen. Dort sollen entweder pro Bereich oder auch bereichsübergreifend die steuernden Informationen jederzeit zur Verfügung stehen. Weiterhin werden vor allem Informationen für Außendienstmitarbeiter im Vertrieb angefragt.

Welcher Natur sind diese Anfragen?
Imhof:
Der Vertrieb, vor allem der Außendienst, ist ein klassischer Anwendungsfall für mobile Anwendungen. Auf der einen Seite ist es das Ziel, mobil Informationen über die Kunden zu erhalten. Letzte Aufträge, offene Posten, Reklamationen oder Ansprechpartner sind oft genannte Informationsbedarfe. Auf der anderen Seite ist das Initiieren von mobilen Geschäftsprozessen wichtig. Hier geht es darum, Angebote oder Aufträge für Kunden von unterwegs aus zu erfassen und in die Unternehmung einzusteuern.

Servicetechniker haben ebenfalls Informationsbedarf vor Ort?
Imhof:
Servicetechniker sind häufig unterwegs. Sie haben auf der einen Seite den Bedarf, auch mobil über ihre Service-Einsätze informiert zu werden. Idealerweise können sie die durchgeführten Tätigkeiten mobil gleich vom Kunden freigeben lassen und zurückmelden.

Neben der tatsächlichen Unterstützung in der Abwicklung können dem Servicetechniker mobile Informationen für die Durchführung seiner Tätigkeiten bereitgestellt werden. Produktzeichnungen, Bau- oder Schaltpläne von Maschinen sind typische Dokumentationen, deren mobile Verfügbarkeit wichtig werden kann.

Inwieweit haben Anwender aus Ihrer Branche bereits Konzepte hinsichtlich „Enterprise Mobilty“?
Imhof:
Das Thema „Enterprise Mobility“ ist aktuell kein Thema, das unsere Kunden aktiv benennen. Wir plazieren es natürlich insofern bei unseren Kunden, als dass wir darauf achten, flexible Lösungen zu gestalten und auch für mobile Anwendungen Services zu nutzen, die von anderen Unternehmensbereichen ebenfalls nutzbar sind. Mit Proalpha 6.1 wird erstmalig ein ESB ausgeliefert, der als zentrale Integrationsplattform in einem Unternehmen beim Aufbau einer Enterprise Mobility Plattform unterstützen kann.

Wie beraten Sie die Anwender hinsichtlich der benötigten Endgeräte und damit einhergehend bezüglich der mobilen Betriebssysteme?
Imhof:
Hierzu haben wir keine abschließende Entscheidung getroffen. Aktuell arbeiten wir mit uns bekannten Unternehmen zusammen oder un-sere Kunden informieren sich selbstständig.

Wie sorgen Sie für die sichere Anbindung und den sicheren mobilen Zugriff auf ERP-Daten?
Imhof:
Mit unserer Integration Workbench gelingt es uns, eine zentrale Integrationsplattform auch für den sicheren Datenexport bereitzustellen. Wir stellen sicher, dass alle Zugriffe auf ERP-Daten nur über die von uns genormten Schnittstellen ablaufen. Neben dem Sicherheitsaspekt bietet dieses Vorgehen auch inhaltliche Vorteile. Mobile Anwender nutzen die gleichen Services wie andere ERP-Anwender, somit muss Geschäftslogik konsistent nur einmalig implementiert und gewartet werden.

Auf welche Art geschieht der Zugriff: über native oder über HTML5-Apps?
Imhof:
Die mobile Strategie ist noch nicht abschließend definiert. Nach dem jetzigen Stand der Diskussion werden wir aber keine nativen Apps erstellen. Das Endgerät variiert stark von Anwendungsfall zu Anwendungsfall. Dazu kommt, dass unsere Kunden eigene mobile Strategien haben, die auf unserer Seite eine hohe Flexibilität erfordern. Wir denken daher aktuell eher über Hybrid-Apps oder Web-Apps nach.


www.proalpha.de

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok