„Visual Storytelling“ bedeutet, Geschichten im Magazinstil zu erzählen und dabei auch Medien wie Videos, Audioclips oder Auszüge aus sozialen Netzwerken zu benutzen. Solche Anwendungen von Internettechnologien sind nicht nur etwas für die Medienbranche, auch die Marketing- und Kommunikationsabteilungen von Unternehmen können sie sehr gut einsetzen, um ihre Botschaften optisch etwas attraktiver in Szene zu setzen.
Für diesen Zweck gibt es inzwischen eine Unmenge an unterschiedlich leistungsfähigen Apps und Editoren. Die Palette reicht von einfachen Meme-Generatoren bis hin zu umfangreichen (und teuren) Produktionssystemen für Videojournalisten. Eine kleine Auswahl an zumindest teilweise kostenlosen Apps mit allen wichtigen Funktionen für unterschiedliche Einsatzbereiche präsentiert die folgende Übersicht.
Storehouse ist eine App für iOS und Android, die einen einfachen, aber für private Zwecke ausreichenden Storytelling-Editor für Mobilgeräte anbietet. Seine Aufgabe ist das Verknüpfen von Fotos und Videos auf dem Smartphone oder Tablet zu einer Bildgeschichte. Die Fotos werden dabei beliebig angeordnet, sind einfach zu verkleinern oder vergrößern und können durch kurze Texte ergänzt werden. Eine Story besteht aus einer einzelnen Seite mit maximal 50 Fotos oder Videos. Zudem gibt es Funktionen für das Teilen von Stories in sozialen Netzwerken. Außerdem besitzt jede Geschichte eine eigene URL, unter der sie mit jedem Browser angezeigt werden kann.
Spark ist ein neues Mitglied der Adobe Creative Cloud, ist aber kostenlos im Web und als iOS-App verfügbar. Der Dienst besteht aus den drei Apps Spark Post, Spark Page und Spark Video. Sie ersetzen die bisherigen Storytelling-Apps Post, Slate und Voice. Die Webapp umfasst alle drei Dienste, doch unter iOS sind die drei Services getrennt: Spark Post hilft beim Anfertigen von interessanten Posts und Grafiken für soziale Medien, etwa Meme-Grafiken, Zitate auf Fotos und vieles mehr. Spark Page hilft beim Erzählen von Geschichten für das Web im Magazinstil und Spark Video kann innerhalb von Minuten animierte Videos gestalten.
Dipity ist ein stark spezialisiertes Storytelling-Tool: Es präsentiert Geschichten in Form einer Zeitleiste. Historische oder chronologische Daten können damit recht ansprechend angezeigt werden. Die einzelnen Zeitpunkte auf der Leiste werden dabei auf Wunsch mit Fotos, Videos und Links aus dem Internet sowie Verknüpfungen zu Wikipedia, Google Maps, Flickr, Soundcloud, Youtube oder Twitter ergänzt. Nach dem Anklicken eines Zeitpunktes erscheint ein Anzeigefeld, in dem Bilder, Texte und Videos präsentiert werden. Der Dienst ist in einer Basisversion kostenlos, aber auf drei Timelines mit 150 Ereignissen und 50 Megabyte Größe beschränkt. Die Bezahlversion hat unterschiedliche Preisstufen und erlaubt größere Zeitleisten.
Storify ist eine Plattform für Echtzeitgeschichten. Interessant ist dabei die Möglichkeit, soziale Medien wie Twitter, Instagram oder Facebook sehr einfach in den Fließtext einzubinden und daraus recht problemlos eine Geschichte aufzubauen. Ergänzt wird das durch die Möglichkeit, auch beliebige RSS-Feeds, Videos von YouTube oder Vimo, Audio aus Soundcloud, Fotos aus diversen Quellen und Posts von Tumblr-Blogs zu integrieren. Diese Grundfunktionen sind kostenlos, in der Bezahlversion des Dienstes gibt es Funktionen für die Zusammenarbeit von Teams und Redaktionen sowie verschiedene Möglichkeiten, Storify-Geschichten passgenau in das Layout der eigenen Website einzubinden.
Die Webapp ist ein umfassendes Redaktionssystem für „Longform-Content“. Jede Story kann aus mehreren Seiten bestehen, die Fotos, Texte, Medienelemente sowie Inhalte aus sozialen Medien enthalten können. Dabei besteht völlige Freiheit im Layout, der Editor für eine Seite arbeitet im Prinzip wie ein typisches Layout-Programm mit unterschiedlichen, auch interaktiven Ebenen. Die App ist das leistungsfähigste, aber auch anspruchsvollste Tool, das hier vorgestellt wird. Grundsätzlich ist sie zwar recht einfach zu bedienen, aber die vielen Funktionen müssen erst einmal erlernt werden. die wichtigsten Basisfunktionen sind kostenlos, aber die Bezahlversion bietet mehr Speicherplatz und Teamfunktionen.
Bildquelle: Thinkstock