05.10.2017 Google Home und Pixel Buds

Google baut smarte Helfer für den Alltag

Von: Ingo Steinhaus

Smart Speaker wie Google Home sind im Alltag angekommen. Und einen Echtzeit-Übersetzer gibt es jetzt auch.

Die Hardware-Palette von Google

Die Hardware-Palette von Google. "Artifical Intelligenz first" ist laut Sundar Pichai das neue Motto von Google.

Mobile First war gestern, neue Produkte sollen vor allen Dingen um Künstliche-Intelligenz-Funktionen herum gestrickt werden. Wie das gehen kann, zeigt Google dann auch gleich mit seinen neuesten Geräten, die unterschiedliche Bereiche des Alltags erobern. Allerdings läuft Google damit dem Trend hinterher. Vorreiter und Marktführer ist Amazon mit seinen Echo-Geräten, die Wohnzimmer und Küchen vieler Menschen erobert haben.

Es handelt sich dabei um die neue Gerätegattung der Smart Speaker. Offensichtlich finden es viele Leute praktisch, einen kleinen Automaten in ihrer Wohnung zu haben, der Musik aus einer gigantischen Bibliothek abspielen kann, den jeweils aktuellen Wetterbericht kennt, Nachrichten verkündet und auf Zuruf Rechenaufgaben löst. Für Smart-Home-Anwender ist zudem die Verknüpfung mit allen möglichen Geräten hilfreich. Die KI-gestützte Sprachschnittstelle der Smart Speaker vereinfacht dabei die Bedienung gegenüber bisherigen Systemen.

Neue Funktionen und mehr Raumklang für Google Home

Durch die Vorstellung von Google Home Mini und Google Home Max zeigt sich, dass die noch recht junge Gerätegattung bereits stark diversifiziert ist. Besonders interessant für Musikfans ist die große Version Home Max, die ähnlich wie die neuen Echo-Geräte von Amazon besseren Raumklang bringt und zusammen mit einem zweiten Home Max zu einem Paar Stereo-Boxen wird. Doch getreu dem Motto "AI first" hat Google vor allem seinem Sprachassistenten neue Funktionen verpasst. So kann der Google Assistant unterschiedliche Nutzer anhand der Stimme unterscheiden und ihnen persönlich abgestimmte Antworten auf Ihre Fragen liefern.

Ein Beispiel für Familien: Jeder hat seine Termine in jeweils eigenen Google-Kalendern gespeichert. Je nachdem wer fragt, bekommt also nun seine korrekten Kalendereinträge genannt. Eine weitere Alltagsfunktion: Wer mehrere Google-Home-Geräte besitzt, kann sie untereinander verknüpfen und von einem Gerät aus Nachrichten an alle anderen senden, die dann überall zu hören sind. Und auch miteinander verknüpfte Befehle, die zu bestimmten Zeiten ausgeführt werden, gibt es - wie beim Amazon Echo. Ebenfalls praktisch ist die Möglichkeit, verlegte Android-Smartphones anzufunken und zur Meldung zu veranlassen, auch wenn sie stumm geschaltet sind.

Ohrknopf mit digitalem Übersetzer

Das interessanteste Gerät, dass Google vorgestellt hat, ist ein Wearable: Die Bluetooth-Kopfhörer mit dem Namen Pixel Buds. Sie spielen nicht nur Musik ab, sondern können in Zusammenarbeit mit einem Android-Smartphone auch als digitaler Dolmetscher arbeiten - eine weitere Scifi-Idee wird war. Laut Google werden nach Aktivierung der Funktion gesprochene Sätze des Nutzers über die Lautsprecher des Smartphones in der gewünschten Sprache wiedergegeben und die Antworten des Gesprächspartners sind in den Pixel Buds zu hören. Insgesamt sollen bereits 40 Sprachen verfügbar sein.

Die neuen Geräte von Google zeigen, dass die KI-gestützte Funktionsweise im Zentrum steht. Durch den Google Assistant und seine Kolleginnen wie Siri oder Alexa werden sowohl die typischen Computerfunktionen als auch die bisher bekannten Bedienweisen für viele Dinge im Alltag überflüssig. Zwar benötigt, wer einen druckreifen Text schreiben muss, immer noch Bildschirm und Tastatur. Doch wer nur auf die Spotify-Musikbibliothek zuzugreifen will, dem reicht die Sprachschnittstelle eines Smart Speakers. Die DJ-Funktion dieser Geräte dürfte das Modell sein, wie in Zukunft viele Alltagsaufgaben erledigt werden, angefangen bei der Fernsteuerung der Heizung bis hin zur Programmierung der Waschmaschine.

Bildquelle: Google

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