Es passiert nicht häufig, dass eine noch ziemlich unfertige Software für Aufsehen sorgt. Der plötzliche Hype ist allerdings verständlich, denn es stehen die Zauberworte "Google" und "a new Operating System" über dem Repository mit den bisher fertig gestellten Quelltexten.
Es gibt bisher keine Äußerungen von Google dazu, lediglich sehr viele Spekulationen, die zum Teil sogar auf einem Blick in den Quellcode oder der Dokumentation basieren. Es ist also ganz sinnvoll, in diesem frühen Stadium ein paar grundlegende Fakten zu sammeln.
Der Kernel des Fuchsia OS trägt den Namen Magenta. Er nutzen die Mikrokernel-Technologie und bietet neben dem eigentlichen Betriebssystemkern Basisdienste, -treiber und -bibliotheken, mit denen das Grundsystem hochgefahren werden kann.
Das ist nicht besonders viel, bei dem frühen Stadium der Entwicklung aber auch kein Wunder. Denn bisher scheint lediglich der Kernel lauffähig zu sein, die zusätzlichen Betriebssystem-Module harren noch der Entwicklung.
Es ist unbekannt, auf welchen Systemen das Betriebssystem lauffähig sein wird. Es gibt diverse Gerüchte und Vermutungen zu diesem Thema. So gehen Experten davon aus, dass das System auf Intel NUC-Mini-PC getestet wird. Außerdem gibt es Gerüchte, dass es auf dem Raspberry Pi 3 arbeiten soll.
Auch die Positionierung im Betriebssystemmarkt ist noch offen, bietet aber Raum für zahlreiche Spekulationen. So lässt sich aus den Funktionen von Magenta ableiten, dass das Gerät möglicherweise für Smartwatches geeignet ist.
Das System könnte sogar für kleinste Geräte geeignet sein - sofern das Gerücht stimmt, das LK ebenfalls als Fuchsia-Kernel arbeiten kann. Es gibt auch noch weitere Spekulationen: So könnte Fuchsia das OS für eine Google Glass 2.0 sein.
Die Gerüchteküche rund um die Kleinstcomputer von Intel und der RP Foundation scheint darauf hinzuweisen, dass Google die Embedded-Technologie aufbohren möchte. Hier wären dann eher Business-Kunden die Zielgruppe, etwa Bordcomputer von Fahrzeugen oder Steuersysteme in der Industrie.
Viel konkretes ist das nicht, doch immerhin ist eine Aussage zu Fuchsia OS einigermaßen eindeutig möglich: Es handelt sich hier nicht um ein System für herkömmliche Desktop-/Notebook-Systeme, Smartphones oder Tablets. Jenseits davon bleibt nur das Abwarten, wie sich das Repository auf GitHub verändert und die neuesten Entwicklungen darstellt.
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