App-Entwickler auf Jobsuche

Gute Verhandlungsposition

Interview mit Dr. Sacha Knorr, Leiter Marketing bei der Stepstone Deutschland GmbH

Dr. Sacha Knorr, Stepstone Deutschland

Dr. Sacha Knorr, Leiter Marketing bei der Stepstone Deutschland GmbH

Herr Knorr, wie hat sich das Stellenangebot für Mobile-App-Entwickler in der letzten Zeit verändert? Und umgekehrt: Wie sieht die Personalsituation für Unternehmen aus, die gerne App-Programmierer einstellen würden?
Sacha Knorr:
Laut des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) gibt es in Deutschland derzeit rund 43.000 offene Stellen für IT-Experten. Damit ist die Zahl der freien IT-Jobs im Vergleich zum Vorjahr um 5.000 angestiegen. Eine Umfrage des Branchenverbands von Oktober 2012 zeigt, dass drei Viertel (75 Prozent) der ITK-Unternehmen, die freie Stellen haben, Software-Entwickler suchen. Kräftig nachgefragt werden hier die Aufgabenbereiche Social Media, Programmierung von mobilen Webseiten und Apps – zwölf Prozent aller offenen IT-Stellen müssen durch Experten mit diesem speziellen Know-how besetzt werden.

Diese Umfrageergebnisse zeigen, dass der anhaltende Smartphone- und Tablet-Boom sich unmittelbar auf den Arbeitsmarkt und die Personalnachfrage in diesem Spezialbereich auswirkt. Diese Entwicklung des Stellenangebotes spiegelt sich auch auf Online-Jobbörsen wie Stepstone wider. Für gut ausgebildete App-Entwickler auf Jobsuche heißt das: Sie haben viele Möglichkeiten, eine gute Verhandlungsposition und werden von den Unternehmen sicher auch unmittelbar umworben. Für die Arbeitgeber bedeutet das: Sie müssen den Kandidaten etwas bieten, um im Kampf um die besten Talente zu gewinnen.

In welchen Bundesländern oder Regionen finden Unternehmen am ehesten neue Mitarbeiter zur Umsetzung ihrer Mobility-Strategie?
Knorr:
Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Eine bundesweite Suche über Online-Stellenanzeigen ist für suchende Unternehmen auf jeden Fall empfehlenswert. Wollen Unternehmen IT-Nachwuchs rekrutieren, ist es sicher sinnvoll, verstärkt in Employer-Branding-Maßnahmen in Regionen zu investieren, in denen die meisten und laut verschiedener Rankings auch besten Spezialisten ausgebildet werden, z.B. an den Universitäten München, Stuttgart, Karlsruhe, Aachen usw.

Mit welchem Einstiegsgehalt können App-Entwickler heute durchschnittlich rechnen? Wie viel können Spezialisten mit langjähriger Berufserfahrung verdienen?
Knorr:
Laut unserem Gehaltsreport 2012 liegt das Einstiegsgehalt (< 2 Jahre Berufserfahrung) für Software- und Webentwickler bei rund 39.700 Euro Bruttojahresgehalt inklusive variabler Bezüge. Die Ergebnisse des Gehaltsreports zeigen außerdem, dass das Gehalt im Schnitt steigt, je größer das Unternehmen ist (Mitarbeiterzahl). Die Position des App-Entwicklers ist in dem Gehaltsreport nicht gesondert ausgewiesen, es ist aber davon auszugehen, dass das Einstiegsgehalt hervorragend ausgebildeter Spezialisten hier sogar noch etwas darüber liegt – insbesondere in großen Unternehmen, die auf das Know-how angewiesen sind, wenn sie den Anschluss nicht verpassen wollen.

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