Honeytrain, ein Modell für Hacker

Hackerangriff auf Zug simuliert

Das ungeschützte Steuerungssystem eines Öffentlichen Nahverkehrsbetriebs ist ein wahrer Honigtopf für Hacker. Im Rahmen des „Honeytrain“-Projekts wird simuliert, welchen Schaden Angreifer verursachen können.

Nach einer Pilotphase im letzten Jahr erfolgt im Rahmen der diesjährigen Cebit am Sophos-Stand (Halle 6, D18) der Startschuss für die heiße Phase des Projekts. Kernstück ist eine kontinuierliche Angriffsanalyse und -bewertung über einen Zeitraum von mehreren Wochen und die anschließende Auswertung der Ergebnisse mit dem Ziel, ein umfassendes Bild über die Qualität, Quantität und Aggressivität von Angreifern zu geben.
 
Das Projekt Honeytrain ist die originalgetreue Simulation eines U-Bahn-Steuerungssystems, für das echte Industriesteuerungssysteme verwendet werden. Die Falle für die Hacker ist hierbei so ausgeklügelt, dass Angreifer den Eindruck haben, in ein real existierendes System einzudringen. Für die perfekte Täuschung werden sogar originale Hard- und Software-Komponenten aus der Automatisierungs- und Leittechnik eingesetzt. Videos von Überwachungskameras echter Bahnhöfe und Zugführerkabinen sorgen für die nötige Optik.
 
Eine eigens erstellte Webseite zeigt allgemeine Infos, Fahrpläne, einen Ticket-Shop und Störungsmeldungen und auch sie kann manipuliert werden: Preise können herauf- oder herabgesetzt und Zugverbindungen gestrichen werden.
 
Wie weit gehen die Angreifer?
 
Hackt sich ein Krimineller in dieses System, wird er dabei von den Sicherheitsexperten beobachtet. Alle Aktivitäten werden auf eine Modellbahn in der Größe 1:87 (H0) übertragen und die Auswirkungen können live vor Ort beobachtet werden. Dabei werden dem Hacker alle Möglichkeiten gelassen: die Züge können verlangsamt, beschleunigt oder umgeleitet werden, sie können kollidieren oder entgleisen. Im Maßstab 1:87 natürlich. Und ohne Personenschäden.

 

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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