Per Tablet können z.B. die Jalousien göffnet und geschlossen, der Stromverbrauch von Elektrogeräten im Haus überprüft sowie Lampen ein- und ausgeschaltet werden.
Neue Post im Briefkasten kündigt sich per SMS an und Besucher an der Haustür über ein Video-Live-Bild auf dem Tablet oder Smartphone. Besucher der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin konnten sich bereits Anfang September ein Bild davon machen, wie die neue Smart-Home-Lösung Qivicon funktioniert: Per Tablet die Jalousien öffnen und schließen, Lichtstimmungen definieren, den aktuellen Stromverbrauch von Elek-trogeräten ablesen und Lampen, Waschmaschine oder Radio ein- und ausschalten. Das Besondere an der neuen Haussteuerung: Sie vereint die Angebote bekannter Marken und Unternehmen. Denn bisher bot der Markt vorrangig Insellösungen. Kaufte ein Nutzer das Smart-Home-Produkt eines Anbieters, konnte er bislang nur dessen Funktionen und Lösungen nutzen, nicht jedoch die von anderen Herstellern. Die Folge: Obwohl es viele attraktive Anwendungsmöglichkeiten gibt und das Verbraucherinteresse groß ist, blieb der Durchbruch von Smart Home bisher aus.
Hinter dem neuen Produkt steckt eine von der Deutschen Telekom initiierte Allianz verschiedener Industrie-unternehmen in Deutschland mit dem Ziel, das Thema Smart Home voranzutreiben und herstellerübergreifende Lösungen für Kunden anzubieten. Gemeinsam mit den Partnern EnBW, eQ-3, Miele und Samsung entwickelten die Bonner eine Plattform, die Themenfelder wie Energieeffizienz, Sicherheit und Komfort für Menschen jeden Alters für zuhause abdeckt. Darüber hinaus soll eine stetig wachsende Anzahl weiterer Partnerfirmen die Plattform für ihre Smart-Home-Angebote nutzen.
„Unser Ansatz ist es, die stark fragmentierte Landschaft von Smart-Home-Lösungen zusammenzuführen. Das neue Angebot ist also keine geschlossene proprietäre Lösung, sondern eine offene Plattform für die komplette und leicht zu bedienende Haussteuerung, die das Angebot vieler Hersteller vereint: Energieversorger, Hersteller von Haushaltsgeräten, Gebäudetechnik, Unterhaltungselektronik und Gesundheitslösungen“, er-klärt Holger Knöpke, der bei der Telekom den Bereich Connected Home leitet. Bislang haben sich bereits 25 Firmen aus unterschiedlichen Branchen der Plattform angeschlossen.
Die Plattform sei sowohl in der Installation als auch in der Nutzung und Erweiterung sehr einfach, heißt es aus Herstellerkreisen. Alles, was der Nutzer dafür braucht, ist die entsprechende Home Base, den Breitband-Inter-
netanschluss eines beliebigen Anbieters sowie mit Qivicon kompatible Geräte und Apps. Auf der Basis von Smart-Home-optimierten Funk-
protokollen vernetzt die Home Base als zentrale Einheit verschiedene Endgeräte und Funktionen miteinander. Mithilfe von Apps steuern und überwachen Nutzer angebundene Geräte wie den Temperaturregler der Heizung, Überwachungskameras, Rauchmelder oder Rollläden via Smartphone, PC oder Tablet.
Die ersten Produkte auf der Plattform sind seit Herbst 2013 verfügbar. Zum Marktstart hat beispielsweise die Bitron Home das Starterpaket „Security“ entwickelt: Es besteht aus einem Bewegungsmelder, einem Tür- und Fensterkontakt sowie einer Fernbedienung und kann durch einen Rauchmelder, eine Außensirene sowie ein Zugangskontrollsystem ergänzt werden. Auch der Partner eQ-3 hat erste kompatible Produkte auf den Markt gebracht: einen Funk-Heizkörperthermostat, einen Rauchmelder sowie Funk-Unterputz-Aktoren für Rollläden, Dimmer und Schalter.
Desweiteren will Deutschlands drittgrößter Energieversorger, die EnBW, Ende des Jahres mit drei Produktpaketen rund um die Themen Licht- und Gerätesteuerung sowie Heizung starten. Diese sollen Verbrauchern das Energiemanagement erleichtern und vereinfachen. Und der Hausgerätehersteller Miele hat angekündigt, Anfang 2014 neue Anwendungen auf den Markt zu bringen, mit denen sich Hausgeräte von unterwegs oder zuhause steuern lassen. Endkunden lesen dann etwa auf dem Endgerät ab, ob der Herd tatsächlich ausgeschaltet ist.
Die Telekom bietet ein Qivicon-Starter-Paket an, mit dem der Kunde vier verschiedene Geräte erhält. Neben der Home Base und der Smartphone-App für Geräte mit iOS- oder Android-Betriebssystem kann er frei wählen zwischen elektronischen Funk-Heizkörperthermostaten, Rauchmeldern, Zwischensteckern für die Steckdose sowie Tür- und Fensterkontakten. Über die Funk-Heizkörperthermostate steuert der Verbraucher individuelle Heizprofile. Lampen und Geräte wie Bügeleisen, Wasserboiler und Stereoanlage lassen sich über den Zwischenstecker steuern. Daneben sollen die Nutzer mehr Sicherheit erhalten: Rauchmelder signalisieren Rauch nicht nur akustisch, sondern geben die Informationen auch über die Smartphone-App an den Kunden weiter. Zudem erkennen Magnetkontakte das Öffnen oder Schließen von Fenstern oder Türen und versenden per Funk eine Meldung.
Bildquelle: Deutsche Telekom