Gerd Holl, Toshiba

Immer leichter, immer dünner, immer leistungsfähiger

Im Gespräch schätzt Gerd Holl, General Manager der Toshiba Europe GmbH für den Geschäftsbereich Digital Products & Services Central Europe, zukünftige Trends für den Mobility-Sektor ein und schildert, welche aktuellen mobilen Lösungen für Businessanwender besonders interessant sind.

Gerd Holl, Toshiba

„Traditionelle Notebooks und Desktop-Replacement-Modelle werden nach wie vor das Gros des mobilen Marktes ausmachen", sagt Gerd Holl, General Manager der Toshiba Europe GmbH für den Geschäftsbereich Digital Products & Services Central Europe.

Herr Holl, welche generellen Mobility-Trends sind Ihrer Meinung nach für 2012 zu erwarten?
Gerd Holl:
Wir beobachten eine verstärkte Veränderung des mobilen Marktes. Dazu kommt, dass in immer mehr Haushalten unterschiedliche mobile Endgeräte zur Verfügung stehen, aus denen der Nutzer das für die jeweilige Anwendung am besten passende Gerät auswählt. Dementsprechend sind je nach Anwendungsbereich unterschiedliche Trends für das Jahr 2012 zu erwarten. Eine repräsentative Studie, die TNS im Februar im Auftrag von Toshiba durchgeführt hat, zeigt, dass die Anwender über sehr unterschiedliche Erfahrungen bezüglich der mobilen Nutzung ihres Notebooks verfügen. Es gibt Anwendergruppen mit sehr hohen stationären Nutzungsraten, aber auch sogenannte „Road Warriors“, die ihr Notebook überwiegend unterwegs einsetzen.

Traditionelle Notebooks und Desktop-Replacement-Modelle werden nach wie vor das Gros des mobilen Marktes ausmachen – Umsatzeinbußen sind hier nicht zu erwarten. Anders sieht es bei Netbooks aus, die aufgrund des Trends hin zum Tablet-PC mit einem weiteren Rückgang rechnen müssen. Die Nachfrage nach leichteren, dünneren und leistungsfähigen Geräten mit langen Akkulaufzeiten und schnellen Bootzeiten wird weiter anhalten.

Welchen Einfluss nimmt hier das Thema „Cloud Computing“?
Holl:
Das Thema Cloud nimmt für Toshiba eine wichtige Rolle ein. So wurde zu Beginn des neuen Geschäftsjahres eine eigene Cloud- und Serviceabteilung in Japan gegründet. In Europa haben wir mit Toshiba Places ein vielfältiges Musik-und Serviceangebot bis hin zu Video-on-Demand etabliert.

Worauf legen Sie bei der Konzeption neuer Endgeräte besonderen Wert?
Holl:
Auf die Balance aus Qualität, Innovation, Leistungsfähigkeit und einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis.

Tablets, Notebooks, Netbooks, Ultrabooks & Co. – was fragen Ihre Kunden derzeit besonders nach?
Holl:
Ultrabooks und Tablets sind derzeit sehr im Trend und weisen gute Steigerungsraten auf. Die größten Volumina werden aber derzeit noch mit traditionellen Notebooks im 15-Zoll Format abgesetzt.

Welche zukünftige Rolle schreiben Sie den derzeit überall aus dem Boden sprießenden Ultrabooks zu?
Holl:
Wir gehen davon aus, dass Ultrabooks in Zukunft eine größere Rolle spielen werden. Dies hat zweierlei Gründe: Erstens werden unterschiedliche Formfaktoren das Segment verstärken. Wir rechnen damit, dass kostengünstigere Einstiegsmodelle in größeren Formaten auf den Markt kommen werden. Zweitens setzen sich Ultrabooks mit UMTS und matten Displays verstärkt im Business-Segment durch. Zudem wird es Ultrabooks in unterschiedlichen Formfaktoren für den Businesskunden wie auch für Privatanwender mit Fokus auf Multimedia-Anwendungen geben. Das Gleiche gilt für Tablets, die weiterhin einen wachsenden Marktanteil für sich verbuchen werden.

Inwiefern wird sich Toshiba dieser Entwicklungen annehmen?
Holl:
Unsere Produktpalette umfasst heute schon ein breites Spektrum an mobilen PCs, das den Bedürfnissen von Geschäftskunden und Privatanwendern gleichermaßen gerecht wird. Mit unseren Ultrabook- und Tablet-Modellen haben wir Innovationen auf den Markt gebracht, die sowohl technisch als auch im Hinblick auf das Design Maßstäbe setzen.

Mit welchen Problematiken und Herausforderungen sehen Sie sich dabei konfrontiert?
Holl:
Es gilt die vielfältigen Bedürfnisse unserer Kunden in designschöne, aber gleichzeitig robuste Gerätekonzepte umzusetzen. Diese müssen den Anforderungen des mobilen Alltags gewachsen sein und gleichzeitig die richtigen Preispunkte treffen.

Stichwort Energieeffizienz und Sicherheit: Welche Strategie fahren Sie hier?
Holl:
Obwohl die Themen „Energieeffizienz“ und „Entwicklung mobiler Endgeräte“ für Toshiba schon immer von zentraler Bedeutung waren, sind diese seit der Katastrophe in Japan im vergangenen Jahr noch stärker in den Fokus gerückt. So ist es zum Beispiel denkbar intelligente Notebooks zu entwickeln, die ihre Akkus nicht zu den Stoßzeiten aufladen, sondern zu den Tageszeiten, zu denen günstigere Stromtarife zur Verfügung stehen.

Das Thema Sicherheit von Daten hat ebenfalls eine hohe Priorität. Unternehmensdaten, die sich auf mobilen Endgeräten befinden, sind erhöhten Risiken ausgesetzt. Auf allen Toshiba-Business-Notebooks ist Security deshalb bereits Bios-seitig implementiert. Außerdem hat Toshiba bereits vor Jahren das Easyguard-Konzept für Systemschutz und Datensicherheit der Businessnotebooks entwickelt.

Welche Ihrer mobilen Lösungen sind insbesondere für die Businessanwender von Bedeutung und auf welche Weise werden die Lösungen dem Businessnutzen gerecht?
Holl:
Das in alle Toshiba-Businessnotebooks integrierte Easyguard-Konzept wurde genau auf die Bedürfnisse von Businesskunden zugeschnitten. Notebooks, die im Berufsalltag zum Einsatz kommen, müssen viel aushalten – Stöße oder Stürze sind an der Tagesordnung und dürfen nicht zum Verlust unternehmenskritischer Daten führen. Deshalb stattet Toshiba ihre Businessnotebooks mit Gehäusen aus, die einen Fall aus 75 cm Höhe ohne Datenverlust überstehen. Spritzwassergeschützte Tastaturen sorgen dafür, dass dem Anwender noch ausreichend Zeit zur Verfügung steht, um die Daten zu sichern, bevor ein Absturz aufgrund von versehentlich eindringender Flüssigkeit droht. Auch gehören Diebstahlschutz oder Fernwartungsmöglichkeiten für Systemadministratoren dazu, um etwa Ausfallzeiten zu minimieren.

Für einen Businessanwender ist ein Ausfall des mobilen Arbeitsplatzes nicht nur ärgerlich, er kostet das Unternehmen auch viel Geld. Deshalb ist es immens wichtig, dass Notebooks absolut zuverlässig sind. Um diesen hohen Qualitätsanspruch erfüllen zu können, finden im Entwicklungsprozess und vor Start der Serienproduktion viele unterschiedliche Tests statt. So zum Beispiel Falltests, Flüssigkeitstests  und der Halt-Test (Highly Accelerated Life Test), also Vibrationstests oder Tests in der  Kälte- und Hitzekammer, der den dreijährigen Einsatz eines Notebooks simulieren soll.

Viele Anwender nutzen ihre privaten mobilen Endgeräte auch immer häufiger im Büro. Wie sehen Sie persönlich den Trend zu „Bring Your Own Device (BYOD)“?
Holl:
Ich habe zweierlei Sichtweisen auf das Phänomen BYOD. Als Privatanwender bin ich froh, wenn ich alle Daten auf einem Gerät zur Verfügung habe, einheitliche Programme nutzen kann und mich nicht umstellen muss. Aus Sicht des Unternehmens sehe ich das etwas anders. Wahrscheinlich gibt es kein Thema, das den IT-Abteilungen der Unternehmen mehr Albträume bereitet als BYOD. Es wirft viele Fragen auf und birgt mit Blick auf die Geräte einige Risiken, wie etwa im Bereich mobile Sicherheit. Kann das private Gerät wirklich so „dicht“ gemacht werden, dass Sicherheit der Firmendaten gewährleistet ist? Auch die Unternehmens-Guidelines sind ein Risikothema – Erfüllen die Endgeräte wirklich alle Firmenvorgaben? Egal wie man das Thema BYOD auch betrachtet, es ist in jedem Fall ratsam, firmenseitig Konzepte zu erstellen und den Anwendern klare Vorgaben zu machen, innerhalb derer eine Beschaffung der Geräte erfolgt.

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