„Der mobile Zugriff auf CRM-Daten ist vorrangig wichtig für mobile Mitarbeiter mit starkem Kundenbezug“, weiß Engelbert Tomes, Mobile-CRM-Experte bei Consol.
Herr Tomes, wie gestaltet sich die derzeitige Nachfrage nach Mobile CRM – sowohl im Mittelstand als auch bei Großunternehmen? In welchen Branchen ist das Interesse am größten?
Engelbert Tomes: Zu Beginn ging die Nachfrage eher von kleinen Firmen aus, die sich durch die Flexibilität einen Vorteil schaffen wollten. Mittlerweile wird jedoch der interne Mitarbeiterdruck auch bei den größeren Kunden immer stärker. Dadurch wird eine Einführung durch den Vertrieb oder durch das Marketing immer stärker forciert. Häufig kann die IT nicht mehr dagegen stimmen. Daher wächst gerade bei großen Unternehmen die Nachfrage für eine breite Umsetzung von mobilen CRM-Projekten.
Worauf legen die Anwender mobiler CRM-Lösungen besonders Wert und welche Bausteine sind ihnen am wichtigsten?
Tomes: Der mobile Zugriff auf CRM-Daten ist vorrangig wichtig für mobile Mitarbeiter mit starkem Kundenbezug, also z.B. für Außendienstmitarbeiter aus den Bereichen Vertrieb und Kundenservice. Diese Mitarbeiter erwarten einen direkten Zugriff auf sämtliche Kundendaten, d.h. Informationen über die Firmen und Ansprechpartner, über Leads, Verkaufschancen, Angebote, Aufträge, Rechnungen, Umsätze usw.
Inwieweit kann der Umfang einer klassischen CRM-Lösung überhaupt mobil abgebildet werden?
Tomes: Auf Tablets kann die Funktionalität komplett angeboten werden. Auf Smartphones ist aufgrund der verfügbaren Oberfläche eine spezifische Implementierung sinnvoll, bei der speziell die wichtigen mobilen Funktionen angeboten werden. Das geschieht auch oft in Absprache mit dem jeweiligen Unternehmen.
Wie wird das reibungslose Zusammenspiel zwischen der Desktopvariante und der mobilen Lösung gewährleistet?
Tomes: Unser Mobile CRM basiert auf demselben Programmcode wie die Desktopvariante. Dies hat den großen Vorteil, dass neue Funktionalitäten und Updates nur einmal programmiert werden und dann auf allen Endgeräten genutzt werden können. Auch das Thema „Datenabgleich“ ist in diesem Falle unproblematisch.
Sind individuelle Anpassungen bei Ihrer mobilen CRM-Lösung jederzeit möglich? In welchem Fall ist dies nicht möglich?
Tomes: Unser Produkt hat seinen Mehrwert in der Flexibilität und komfortablen Anpassungsmöglichkeit. Dieses Konzept spiegelt sich auch bei der mobilen Variante wider und ermöglicht es, jederzeit Änderungen durchzuführen.
Wovon ist es abhängig, ob Anwender im Bereich „Mobile CRM“ eher auf native oder webbasierte Apps setzen?
Tomes: Aus unserer Sicht spricht nichts gegen eine webbasierte Lösung. Auch für kleine Unternehmen, die sich keinen eigenen Server aufstellen wollen, bieten die SaaS-Varianten eine kostengünstige Möglichkeit, statt einer nativen eine webbasierte App einzusetzen.
Welche Rolle spielt hier das Thema „Offline-/Online-Fähigkeit“? Gibt es einen Zusammenhang zwischen offline/online und native/webbasiert?
Tomes: Aus unserer Sicht ja. Offline-Lösungen sind zumeist native Apps und synchronisieren die Kundendaten zwischen den einzelnen Geräten in großer Menge. Online-Lösungen benötigen keine Synchronisation und sind fast ausschließlich webbasiert. Native Apps stellen in puncto Sicherheit ein Risiko dar – aufgrund der Speicherung von Offline-Daten. Dieses Vorgehen ist nicht nur teuer, sondern auch riskant, etwa bei Verlust oder Diebstahl eines mobilen Gerätes.
Inwieweit werden die CRM-Daten auf dem Endgerät gespeichert oder kommen sie ausschließlich aus der Cloud?
Tomes: Auf dem Endgerät werden keine CRM-Daten gespeichert, die Daten werden ausschließlich von einem Server, entweder über das Firmennetzwerk oder aus einer Cloud heraus, gespeichert.
Wie unterscheiden sich die native und webbasierte Variante einer mobilen CRM-Lösung kostentechnisch voneinander?
Tomes: Das kann so generell nicht völlig beantwortet werden. Fest steht, dass man bei einer webbasierten Lösung keine Installationskosten bei den Endbenutzern hat und auch die Verbreitung von neuen Versionen automatisch durchgeführt werden kann. Das bringt einen erheblichen Kostenvorteil gegenüber nativen Varianten.
Welche Lizenzmodelle kommen i.d.R. zur Anwendung?
Tomes: Es gibt hier keinen Unterschied zwischen einer klassischen und einer mobilen User-Lizenz.
Was passiert, wenn der Anwender sein Endgerät wechselt? Kann die mobile CRM-Lösung/Lizenz problemlos auf das neue Gerät übertragen werden? Worauf muss der Anwender hierbei achten?
Tomes: Da wir eine webbasierte Lösung haben und keine Offline-Funktionalität anstreben, ist der Wechsel eines Endgerätes kein Problem. Die Lizenzverwaltung findet durch den Server statt und ist daher unabhängig von dem jeweils verwendeten Endgerät.
Laut einer aktuellen PAC-Studie kommen mobile CRM-Lösungen derzeit am häufigsten auf Laptops zum Einsatz. Warum hinken Smartphones und Tablets hier noch hinterher?
Tomes: Das liegt aus unserer Sicht daran, dass bis vor kurzem die Eingabemöglichkeiten und die Bedienung eines Laptops für einen z.B. Vertriebsmitarbeiter einfacher waren. Die neuen Funktionalitäten und Zusatzgeräte bringen hier aber immer mehr Komfort in Smartphones und Tablets und daher nimmt der Einsatz dieser Geräte auch immer mehr zu.