15.03.2017 Smartes Krankenhaus

Indoor-GPS: Krankenbett lokalisieren

Der christliche Gesundheitskonzern Agaplesion kooperiert mit Simplinic, einem Spezialisten für Echtzeitlokalisierung, und stattete das Krankenhaus in Holzminden mit einer „Indoor GPS“-Infrastruktur aus.

  • Im Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Holzminden sorgt eine Art „Indoor GPS“-Infrastruktur dafür, das die Bettenaufbereitung besser funktioniert.

  • Echtzeitlokalisierung von Simplinic

    Mit der App-Lösung von Simplinic sparen sich die Mitarbeiter aufwendige Kommunikation zur Organisation der Bettenaufbereitung.

Die Digitalisierung im Krankenhaus steckt noch in den Kinderschuhen. Ineffiziente Arbeitsabläufe und Intransparenz erschweren Ärzten, Pflegenden und Servicepersonal ihre Arbeit. Und das, obwohl es viele Möglichkeiten gibt, die Arbeit im Krankenhaus durch technische Unterstützung zu erleichtern.

Indoor-GPS ist eine davon. Auf Basis von Beacon Technology wurde in einem neu errichteten Gebäudekomplex des Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Holzminden eine Art „Indoor GPS“-Infrastruktur aufgebaut, die eine Lokalisierung von mobilen Gegenständen wie Betten, aber auch Infusionspumpen, Ultraschallgeräten oder Transportwagen ermöglicht. Die Effizienz der Bettenaufbereitung beispielsweise hängt in starkem Maße davon ab, wie schnell freie Betten lokalisiert werden.

Optimierung der Bettenaufbereitung

Die Pilotphase (vom 1. Oktober 2016 bis 31. Januar 2017) zeigte: Je mehr Stockwerke ein Haus hat, umso ineffizienter wird sie. Der Grund: Die Mitarbeitenden der Bettenaufbereitung haben keinen ganzheitlichen Überblick, wo Betten auf Reinigung warten und können ihre Touren durchs Haus nicht effizient planen. Darüber hinaus sparen sich die Mitarbeiter durch die App-Lösung die aufwendige Kommunikation zur Organisation der Bettenaufbereitung.

Die Echtzeitlokalisierung vom Berliner Start-up Simplinic besteht aus zwei Komponenten: der Lokalisierung der Betten mit der Kennzeichnung „rein“, „unrein“, „infektiös“ und „belegt“ sowie einer App, mit der Pflegende den Bettenstatus ohne zeitaufwendige Kommunikationswege melden.

Die Bettenaufbereitung erhält jederzeit eine Live-Statusübersicht inklusive Aufenthaltsort aller Betten und kann dementsprechend planen. So konnten logistische Engpässe in der dezentralen Bettenaufbereitung gelöst werden. Darüber hinaus sorgt die App ohne Extraaufwand für eine digitale Dokumentation aller Aufbereitungsschritte (Anfrage, Annahme, Durchführung, Bereitstellung).

Die Lösung führte im Krankenhaus zu einer Effizienzsteigerung von bis zu 20 Prozent. Das Ergebnis lässt darauf schließen, dass sich die Lösung schon nach anderthalb Jahren amortisieren wird. Weitere Anwendungsmöglichkeiten werden geprüft, so wird unter anderem überlegt, die Hardware auf das gesamte Krankenhausgebäude auszuweiten und sie für andere mobile Gegenstände zu adaptieren. Sofern hierbei weiterhin gute Ergebnisse erzielt werden, ist ein konzernweiter Ausbau des Systems denkbar.


Bildquelle: Thinkstock/ iStock; Simplinic

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