Dr. Kai Höhrmann, Seven Principles AG

Inhaltliche Kompetenzen zentral gebündelt

Im Gespräch erklärt Dr. Kai Höhrmann, Vorstand Vertrieb und Marketing bei der Seven Principles AG (7P), warum der Kölner IT-Berater und Dienstleister den Strategiewandel weg von einer Technologie- und hin zu einer ganzheitlichen Unternehmensberatung vollzogen hat.

Dr. Kai Höhrmann, Seven Principles AG

„Das Mobile Device Management bildet die technische Grundlage für die meisten Mobility-Themen von heute und auch für die Zukunft“, sagt Dr. Kai Höhrmann, Vorstand Vertrieb und Marketing bei der Seven Principles AG (7P).

Herr Höhmann, mit welchen Problemstellungen treten die Anwender derzeit an Sie heran, wenn es um die Integration mobiler Prozesse geht?
Dr. Kai Höhmann:
Die Problemstellungen unserer Kunden fallen ganz unterschiedlich aus. Das kann die Implementierung einer Mobile-Device-Management-Lösung zur Einbindung von Smartphones oder die Prozessoptimierung eines Customer Relationship Managements zur Nutzung durch den Außendienst vor Ort sein. Immer mehr Themen unserer Kunden betreffen mobile Anwendungen oder Applikationen wie die App-Entwicklung für den eigenen App-Store oder intelligente Fahrzeuglösungen für Pkw und Lkw wie „Connected Car“ und „Connected Truck“. Auf Basis unserer Erfahrung und einer Vielzahl an erfolgreichen Projekten verfügen wir über führendes Know-how im Bereich mobiler Technologien, Services und Applikationen. Grundsätzlich verfolgen wir das Ziel der Vernetzung unserer Lösungen und Dienstleistungen. Entscheidend sind dabei die Anforderungen und Aufgaben unserer Kunden und das gemeinsame Ziel, ihre Wettbewerbsposition zu stärken.

Wer in den Unternehmen treibt Mobility-Projekte voran? Woher kommen Ihre Ansprechpartner? Aus der IT, von der Fachseite oder dem kaufmännischen Umfeld?
Höhmann:
Sie kommen aus allen Bereichen – aus der IT genauso wie aus den Fachbereichen oder dem Einkauf. Die Beweggründe allerdings, sich an uns zu wenden, sind gänzlich verschieden. Während IT-Verantwortliche aufgrund technischer Anforderungen, etwa neuer Sicherheitslösungen, auf uns zukommen, liegt die Motivation von Business-Entscheidern eher in der Aussicht, mittels neuer Prozesse Kosten einsparen zu können oder neue Umsatzpotentiale zu erschließen. Der Einkauf indessen sucht inzwischen aktiv nach neuen kaufmännischen Modellen – also weg von Beratertagen und hin zu vollständigen Gewerken.

Schon immer heißt es, IT-Verantwortliche und Kaufleute sprächen nicht die gleiche Sprache, weil die einen technologisch und die anderen wirtschaftlich denken würden. Inwieweit können Sie dies (hinsichtlich Mobility) bestätigen?
Höhmann:
Voll und ganz. Uns kommt daher oft die Rolle eines Dolmetschers zu, der beide Seiten zusammenbringt und ein gemeinsames Verständnis schafft. Überspitzt gesagt: Der Einkauf fokussiert sich zuerst auf den Preis und nicht auf langfristige Einsparungen. Hauptsorge ist dort: Was kostet uns Mobilität? Der Technik geht es eher um eine langfristige und zukunftssichere Lösung. Der CIO achtet meist auf Systemhygiene und -sicherheit. Die Fachseite dagegen fokussiert sich auf die eigentliche Applikation und deren Mehrwert. Hier gilt eher: Was bringt uns Mobilität?

Ihr Unternehmen vollzieht gerade einen selbst gewählten Strategiewandel, weg von einer reinen Technologie- und hin zu einer „ganzheitlichen“ Unternehmensberatung. Warum dieser Schritt?
Höhmann:
Viele Unternehmensberatungen und IT-Dienstleister beschränken sich nur auf Teilaspekte der IT-Infrastruktur. Wir setzen dagegen auf eine konsequente Kundenorientierung, wollen strategischer Partner für die Vernetzung von Prozessen, Informationen und Technologien sein. Mit unserer strategischen Weiterentwicklung kommen wir dem Wunsch unserer Kunden nach einer klareren Branchen- und Lösungsorientierung nach. Intern hat sich die 7P-Gruppe deshalb umstrukturiert: Inhaltliche Kompetenzen sind nun jeweils an einer zentralen Stelle gebündelt.

Sehen Sie eine Gefahr darin, durch Ihre Entwicklung vom Spezialisten hin zu einer generelleren Aufstellung austauschbar zu erscheinen?
Höhmann:
Nein, im Gegenteil. Wir haben den Blick nicht nur für das große Ganze, sondern gleichzeitig auch für jedes Detail. Um dem Kunden die optimale Lösung anbieten zu können, ist es wichtig, zunächst eine Übersicht über alle Prozesse und Informationen zu gewinnen und diese dann in Verbindung mit der richtigen Technologie zu bringen. Bei 7P sind wir dazu auch mit unseren Lösungspartnern in der Lage und werden dadurch weniger austauschbar und immer gefragter.

Ganzheitliche Strategieberatungen haben zudem nicht den besten Ruf – könnte das auf Sie abfärben?
Höhmann:
Wir sehen uns eben nicht als klassische Strategieberater, sondern als ganzheitliche Unternehmensberatung. Wir beraten, stellen aber auch die erfolgreiche Umsetzung sicher. Wir helfen durch die Mobilisierung von Geschäftsprozessen, Kosten zu senken und Erträge zu steigern. Unsere Umsetzungsorientierung, die praktische Technologiekompetenz und die End-to-End-Sicht unterscheiden uns von herkömmlichen Strategieberatungen.

Gerade im Mobility-Sektor sind viele kleine Beratungshäuser und Agenturen unterwegs, die lokal agieren, spezialisiert sind und mit denen sich die Anwender auf Augenhöhe wähnen. Auf der anderen Seite gibt es IT-Weltunternehmen, die Mobility-Sparten gründen und beim Anwender direkt das ganz große Rad drehen wollen. Wo ordnen Sie sich in diesem Kontext ein?
Höhmann:
Wir bestehen aus mehreren einzelnen Gesellschaften, die unter einem Dach vereint sind. Die Gliederung des Unternehmens in einzelne, rechtlich eigenständige Unternehmen mit kompetentem Management führt dazu, dass wir die Stärke eines großen Unternehmens mit der Beweglichkeit kleiner innovativer Unternehmen kombinieren. Der Unternehmenserfolg unserer Klienten hängt vor allem von effizienten, differenzierenden Prozessen ab, die zugleich über deren Markterfolg wie auch eine bestmögliche Kostenstruktur entscheiden.
Wir setzen an der Schnittstelle zwischen Prozessen und deren Verankerung in der Unternehmensinfrastruktur an und unterstützen unsere Kunden darin, ihre Informationstechnologie effizienter zu nutzen. Kleinere Agenturen können dieses Gesamtpaket aufgrund fehlender personeller Ressourcen oft nicht leisten und für sehr große IT-Dienstleister ist das häufig nur ein kleiner Teilaspekt ihres Leistungsportfolios, der nicht auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtet ist.

Themen wie Mobile Device Management (MDM) sind zunächst einmal Technologiethemen. Wo sehen Sie den strategischen Ansatz?
Höhmann:
Das MDM bildet die technische Grundlage für die meisten Mobility-Themen von heute und auch für die Zukunft. Unternehmen müssen die Basis für mobile Lösungen schaffen – dann wird der spätere Rollout einfacher und schneller. Unsere Mobile-Device-Management-Lösung ermöglicht die umfassende Verwaltung mobiler Geräte und mobiler Applikationen im Unternehmensumfeld unter Einhaltung aktuellster Sicherheitsstandards.

Blackberry verliert Marktanteile, iOS und Android sind derzeit die beiden gesetzten mobilen Betriebssysteme. Welche Chancen geben Sie Windows 8 im Unternehmensumfeld?
Höhmann:
Windows besitzt bereits heute in der mobilen Lösungswelt einen sehr relevanten Marktanteil, nicht zuletzt aufgrund der großen Zahl von CE-basierten Endgeräten, wie PDAs. Wenn man sich die einzelnen mobilen Betriebssysteme einmal genauer anschaut, entdeckt man den einen oder anderen Schwachpunkt. Beispielsweise wurde Android – und das vergessen viele beziehungsweise wissen die wenigsten – nur für einen bestimmten Anwendungsfall entwickelt: Nämlich als Antwort auf die Frage, wie sich „Werbung“ optimal aufs Handy bringen lässt. Dagegen hat Windows seine Wurzeln als wirkliches Betriebssystem. Interessante Aspekte bietet die strategische Partnerschaft zwischen Microsoft und Nokia: Nokia hat langjährige Erfahrung im Unternehmensumfeld und fertigt hervorragende Technik. Dazu kommt bei Microsoft die Office-Welt wie zum Beispiel Exchange, Lync und Sharepoint – alles Softwareprodukte, die aktuell steigende Marktanteile zu verzeichnen haben. Die Zukunft von Blackberry scheint hingegen mehr als ungewiss. Dort hat man sich auf dem eigenen Erfolg ausgeruht.

Wenn Sie in ein Unternehmen kommen, das hier und da vielleicht einzelne Erfahrungen im Mobility-Umfeld gemacht hat, jedoch keine durchgängige Strategie besitzt – wo setzen Sie an?
Höhmann:
Erstens schaffen wir eine allgemeine Basis für die mobile Strategie im Unternehmen, in der Regel auf Basis unserer MDM-Plattform. Dabei finden wir für den Kunden die passende Lösung. Zweitens schauen wir uns zeitgleich an, wo im Unternehmen Prozesse mobilisierbar sind und wo dies keinen Sinn machten würde. Durch den kontinuierlich wachsenden Funktionsumfang mobiler Endgeräte und die mittlerweile verfügbaren, kostengünstigen Datentarife können immer mehr Geschäftsprozesse effizient im mobilen Umfeld abgebildet werden. Push E-Mail, Echtzeitzugriff auf CRM-Datenbanken oder Voice over IP sind dabei nur ein Teil der Möglichkeiten. Wir ergänzen dies mit eigenen Anwendungen wie Mobile Sharepoint, Mobile Außendienststeuerung oder Mobile Maintenance. Solche Dienste können nur mit einer ausgereiften MDM-Lösung effizient in Unternehmen umgesetzt werden.

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