App-Entwicklung und Ultrabooks

Interaktion der Geräte

In Sachen Prozessoren zählt Intel weltweit zu den marktführenden Unternehmen. Überdies ist das US-Unternehmen aber auch im Mobile Market äußerst umtriebig. Stefan Englet, Manger Intel AppUp developer program EMEA, berichtet über nützliche Programme für App-Entwickler und das Potential der neuen Ultrabooks – einer Vereinigung von Tablet und Notebook.

Stefan Englet, Intel

„Wir wollen mit AppUp ein mobiles Kontinuum schaffen, in dem Geräte barrierefrei untereinander kommunizieren, damit Anwendungen und Aufgaben nahtlos zwischen mobilen und stationären Geräten ausgetauscht werden können“, meint Stefan Englet, Manger Intel AppUp developer program EMEA.

Ein Blick in die Zukunft: Welche Trends im Mobile Business werden sich langfristig durchsetzen? Und wie will Intel dieser Entwicklung gerecht werden?
Stefan Englet:
Verfolgt man internationale Studien zur Entwicklung der Arbeitswelt, ist eindeutig, dass die steigende Flexibilität und Mobilität der Angestellten durch mobile Technologien ein nachhaltiger Trend ist. Damit die Potentiale dieser Veränderung zu Tage treten können, ist die Interaktionsfähigkeit der Geräte untereinander, aber auch mit Onlinediensten wie Cloud Services oder Social-Media-Portalen unabdingbar.

Technologien, die diese nahtlose Kommunikation ermöglichen, sind daher enorm zukunftsträchtig. Das gilt aber keineswegs nur für Hardware – auch Software, die die Organisation der „neuen“ Arbeitswelt ermöglicht, den Wechsel zwischen privater und beruflicher Zeit erleichtert oder in anderer Weise produktivitätssteigernd eingesetzt werden kann, kommt eine entscheidende Rolle zu. Deshalb schafft Intel mit dem AppUp Developer Program ein Angebot, an dem sich bereits weltweit Entwickler beteiligen. Ziel ist es, Apps für alle Lebenslagen im mobilen Alltag anzubieten. Das Mobile Business ist hier natürlich auch ein Kernthema und über unser AppUp Center stehen zahlreiche Businessanwendungen zum Download bereit.

Was genau steckt hinter dem Programm?
Englet:
Mit dem Intel AppUp Developer Program bieten wir App-Entwicklern die Möglichkeit, an neuen Märkten zu partizipieren und sich dort frühzeitig zu platzieren – ein zentraler Kanal, um erstentwickelte oder portierte Windows- und HTML5-Applikationen bei bis zu 70 Prozent Umsatzbeteiligung zu vertreiben. Aktuell sprechen wir vom Markt für Notebooks, Netbooks, PCs und Ultrabooks, aber perspektivisch zählen auch Tablets, Smartphones oder etwa internetfähige TV-Geräte dazu.

Die validierten Applikationen finden sich im AppUp Center, dem App-Store des Programms wieder. Die Apps werden allerdings nicht nur über dieses Center angeboten. Intel bietet mit sogenannten Partnerstores OEMs, E-Tailern, Retailer und Telcos die Möglichkeit an, ihren eigenen Store zu betreiben und für ihre spezielle Kundenschicht zu vermarkten. Ein Beispiel hierfür ist der notebooksbilliger.de-AppUp-Store, der als erster deutscher Partnerstore Mitte November zeitgleich mit der deutschen Version des AppUp Centers startete. notebooksbilliger.de ist damit in bester Gesellschaft, da international bereits 22 Partnerstores wie die von Asus oder Samsung betrieben werden.

Worin liegen für Geschäftsanwender die Vorteile des Programms?
Englet:
Das Intel AppUp Developer Program optimiert die eingereichten Apps gemeinsam mit den Entwicklern und kann so die Qualität, Kompatibilität und Sicherheit jeder Anwendung garantieren. Darüber hinaus gewährt das Center Käufern eine 24-stündige Testfrist: Kostenpflichtige Applikationen können einen ganzen Tag lang daraufhin geprüft werden, ob sie den individuellen Ansprüchen entsprechen. Werden die Erwartungen erfüllt, kann die App durch einen einmaligen Erwerb auf bis zu fünf Geräten installiert werden.

Ein Blick in Ihre Community – für welche Anwendungsbereiche wird am häufigsten entwickelt?
Englet:
Produktvitätssteigernde Applikationen aller Art spielen zurzeit eine große Rolle, und deren Entwicklung wird von uns immer wieder durch Fördermaßnahmen und Wettbewerbe angestoßen. Beispielhaft kann ich die Wunderlist von 6Wunderkinder nennen: ein kostenloser, cloud-basierter Taskmanager, der eine unkomplizierte Organisation von beruflichen und privaten Terminen und Aufgaben ermöglicht. Ebenfalls sehr wichtig sind Location-Based-Services, die nach unserer Übernahme von Telmap einen Schub erhalten haben. Aber natürlich kommt auch der Bereich Entertainment nicht zu kurz, darunter auch Games wie Pudding Panic des deutschen Entwicklerteams „Kunst-Stoff“.

Intel Capital hat jüngst einen 100 Mio. US-Dollar starken AppUp-Fund aufgelegt. Damit fördern wir Unternehmen bei der Entwicklung von Anwendungen und Inhalten für die Ecosysteme mobiler Geräte. Bei uns gibt es zwei Gebiete mit besonderem Fokus: auf der einen Seite HTML5, um es Entwicklern zu erleichtern, Applikationen über das gesamte Compute Continuum – vom Smartphone über Notebook bis hin zu In-Vehicle-Infotainment und PC – mit lediglich User-Interface-Anpassungen bereitstellen zu können. Unser zweiter Fokus sind die Ultrabooks.

Intel kündigte diese Gerätekategorie auf der Computex2011 an. Mit welchen Geräteherstellern arbeiten Sie hier zusammen?
Englet:
Gemeinsam mit allen namhaften Herstellern entwickeln wir mit den Ultrabooks eine neuartige Geräteklasse, die als Vereinigung von Tablet und Notebook den gestiegenen Anforderungen unserer mobilen Lebenswelt gerecht werden. Alle Geräte in der neuen Kategorie werden weniger als 21 Millimeter dick und entsprechend leicht sein. Mit unserer „Rapid Start Technologie“ ist das Gerät in kürzester Zeit selbst aus dem tiefsten Schlafzustand betriebsbereit. Das spart Akkulaufzeit – die Geräte werden mindestens fünf Stunden ohne Steckdose auskommen – und die Zeit des Anwenders, der jederzeit schnellen Zugang zu seinen Daten und Anwendungen hat. Eben jene Anwendungen generieren wir über das erwähnte AppUp Developer Program. Seit Oktober 2011 bietet Acer das erste Ultrabook im deutschen Handel an, mittlerweile gefolgt von Asus, Lenovo und Toshiba – wir erwarten, dass bis Ende 2012 bereits 40 Prozent des globalen Laptop-Marktes von den neuen Ultrabooks abgedeckt werden. Auch weil künftige Ultrabook-Generationen beispielsweise touch-sensitive Bildschirme und sensorbasierte Synchronisationsfunktionen bieten werden.

Worin liegen die Hauptunterschiede zwischen Ultrabooks und Tablet-PCs? Warum sollten sich Business-User für ein Ultrabook entscheiden und nicht für einen günstigeren Tablet-PC?
Englet:
Der auffälligste Unterschied ist natürlich die Tastatur, welche die Eingabe längerer Texte und die Erstellung von Inhalten erleichtert. Um die Ultrabook-Kategorie zu definieren, haben wir uns gefragt, was der User aus einem emotionalen und rationalen Gesichtspunkt heraus von seinem digitalen Begleiter erwartet. Deshalb wurde die Ultrabook-Kategorie so definiert, dass den Nutzern die Rechenleistung zum Erstellen neuer digitaler Inhalte in einem dünnen und leichten Gerät zur Verfügung steht. Businessnutzer werden speziell die Mobilität und Sicherheit zu schätzen wissen, die Ultrabooks bieten.

Inwieweit verlieren native Apps durch die Etablierung von HTML5 Ihrer Meinung nach an Bedeutung?
Englet:
HTML5 bietet durch seine geräteübergreifenden Einsatzmöglichkeiten einige Vorteile, die wir auch für unsere Angebote nutzen – schließlich wollen wir mit AppUp ein mobiles Kontinuum schaffen, in dem Geräte barrierefrei kommunizieren. Aber auch native Apps bieten ihre Vorteile, etwa dann, wenn es um grafische Details oder 3D-Darstellungen geht. Um das Beste aus allen Welten zu vereinen, werden wir daher auch die Entwicklung nativer Apps weiter unterstützen.

Definition Ultrabooks

Unter Ultrabooks versteht man eine neue Kategorie dünner und leichter  mobiler Endgeräte. Sie vereinen die Rechenleistung von Notebooks mit den Funktionen von Tablet-PCs und Gerätesicherheit. Ein weiteres Merkmal ist das Umschalten vom Standby-Modus in den Betriebsmodus nahezu ohne Verzögerung.

 

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