Per App das Auto gestalten

Interaktiver Katalog der Kundenwünsche

Interview mit Alissia Iljaitsch, Executive Director EMEA von Vectorform in München,
über die Möglichkeit digitaler Produktkataloge und die Entwicklungsarbeit dahinter.

Alissia Iljaitsch, Executive Director EMEA von Vectorform in München

Frau Iljaitsch, wer fragt Ihre Dienste zur Entwicklung von digitalen Katalogen nach?
Alissia Iljaitsch:
Wir erleben eine branchenunabhängige Nachfrage von Marketingabteilungen, die emotional ansprechende Applikationen als flexible und adaptierbare Systeme mit messbaren Kosten- und Zeitvorteilen suchen. Unser System bietet Möglichkeiten, einen digitalen Katalog nicht nur als ein Duplikat zum Printkatalog, sondern als eine plattformadäquate Erweiterung einer Kampagne zu nutzen. Idealerweise soll der digitale Katalog einen Kundendialog bis hin zum Kauf ermöglichen.

Wie lässt sich für Unternehmen der Nutzen einer solchen App messen?
Iljaitsch:
Im eCatalog zum Volkswagen Golf haben wir erstmalig Trackingmechanismen in eine native App integriert. Wir nutzen ein proprietäres und datenschutzrechtlich abgenommenes Analyse- und Trackingtool, um die Aktivitäten der Nutzer innerhalb der Applikation zu erfassen. Unser Tool erlaubt uns eine Datenerhebung, die über die via iTunes verfügbaren Informationen, wie Downloadzahlen und die Übersicht der Downloads nach Ländern, hinausgeht. In unseren bisherigen Auswertungen sehen wir beispielsweise, welche Bereiche der App wie oft besucht, welche Farben und Felgen im Visualizer ausgewählt wurden und in welchen Städten die Applikationen genutzt wurde. Diese Informationen helfen uns und unseren Kunden, den Einfluss der App auf Marketingziele abzubilden und die User Experience der Applikation so auszurichten, dass vorher identifizierte relevante Metriken und KPIs besser erreicht werden können. Langfristig geht es Richtung Leadgenerierung und die Entstehung eines Kundendialoges.

Wie lange dauert im Durchschnitt die Entwicklung einer solchen App?
Iljaitsch:
Das Design und die Entwicklung einer App können bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen. Jede zusätzliche Plattform bedeutet in der Regel einen Aufwand von Tausenden zusätzlichen Stunden. Um diese Zeit auf ein Minimum zu reduzieren, arbeiten wir mit unseren Kunden am Aufbau einer industriespezifischen Bibliothek von Codemodulen, wie bspw. einer 360-Grad-Rotation im Automotive-Bereich, die immer wieder verwendet werden können. Aus unseren Erfahrungen heraus kann so die Entwicklungszeit auf bis zu 70 Prozent reduziert werden. Für den Aufbau einer Bibliothek von robusten Codemodulen sind hochspezialisierte Entwickler gefragt, so dass durch die Standardisierung von iterativen Schritten im Prozess und der Entwicklung immer wieder Raum und Zeit für neue innovative Features entsteht, die den Nutzer begeistern.

Muss der Einsatz einer solchen App IT-seitig vom Unternehmen unterstützt werden?
Iljaitsch:
Viele unserer Applikationen durchlaufen vor dem Launch einen Code Review durch die interne Unternehmens-IT, um sicherzustellen, dass der Code sauber aufgebaut ist und alle etwaigen Code-Module Dritter, wie beispielsweise die Integration von AccuWeather Daten und die Verwendung von Nuance Sprachsoftware in der Volkswagen Golf App, sauber dokumentiert und lizenzrechtlich einwandfrei sind. Der finale Upload der Applikation erfolgt in einigen Fällen ebenfalls direkt durch das IT-Team unserer Kunden. Lange vor dem offiziellen Launch erfordert auch der Prozess der internen Distribution von noch nicht veröffentlichten Applikationen eine sichere und an die lizenzrechtlichen Richtlinien der jeweiligen Plattformen angepasste Durchführung. Dabei arbeiten wir mit unseren Kunden und ihren internationalen Niederlassungen zusammen, genauso wie mit den an der App beteiligen Kampagnenagenturen und Lektoren. Eine sichere Serverinfrastruktur und ein proprietäres Nutzerrechteverwaltungssystem erlauben uns, Testapplikationen direkt an den richtigen Nutzer auszuliefern.

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