Andrew Jacques, General Manager EMEA bei Good Technology, versucht den Grund der Klage zu erklären.
Herr Jacques, was genau ist Gegenstand Ihrer Klage?
Anndrew Jacques: Wir haben in den Vereinigten Staaten Klagen wegen Patentverletzung gegen MobileIron und AirWatch eingereicht. MobileIron und AirWatch nutzen unser geistiges Eigentum, für das wir Hunderttausende von Dollars ausgegeben haben, vorsätzlich, schamlos und unsachgemäß, indem sie einfach ihren Namen draufsetzen. Diese Klagen sind dafür gedacht, diesem Missbrauch ein Ende zu setzen.
Konkret hat MobileIron unsere Technologie für den Einsatz in ihrem MDM, Appstore und das neueste Produkt Docs@Work, kopiert. AirWatch hat unsere Technologie in Bezug auf die Remote- und gezielte Löschung von Endgeräten sowohl als auch geregeltes MDM-Monitoring kopiert. Good Technology hält über 75 Patente, einschließlich Patente auf mobile Datensynchronisation, Remote-Löschung, gezielte Löschung und die Verteilung von Software-Updates für mobile Geräte, die sowohl MobileIron und AirWatch für sich beanspruchen und in ihren Lösungen verwenden.
Welche Konsequenzen könnte die Anklage für deutsche Anwender mit sich ziehen? Falls ja, wie könnten diese aussehen?
Jacques: Momentan machen wir unsere Patente gegen MobileIron und Airwatch in den Vereinigten Staaten geltend. Wir glauben, dass die Produkte in den Vereinigten Staaten hergestellt werden und deshalb deutsche Nutzer beeinflusst werden, wenn das US-Gericht die gerichtliche Anordnung durchsetzt, die wir angefordert haben.
Gibt es noch die Möglichkeit, dass sich die Parteien vor einem Urteil einigen?
Jacques: Wir können den Ausgang des Falles nicht voraussagen. Was wir zum jetzigen Zeitpunkt sagen können ist, dass wir unser geistiges Eigentum schützen werden. MobileIron und AirWatch kopieren unsere Technologie und geben sie als ihre eigene aus. Durch diese Klagen wollen wir diesem Missbrauch ein Ende setzen und dem Markt eine klare Botschaft senden, nämlich dass unsere Konkurrenten nicht ungerechtfertigt von unserer harten Arbeit und unseren Investitionen profitieren können, die wir in unsere Technologien gesteckt haben.
Denken Sie, dass Klagen ein probates Mittel sind, Innovationen voranzubringen?
Jacques: Good Technology ist führend bei sicheren Enterprise Mobility-Lösungen. Wir halten über 75 Patente, bei einer gute Anzahl dieser Patente handelt es sich um frühe, grundlegende Patente, die eine Reihe von Technologien für mobile Daten und Geräte abdecken. Unser größter Fokus liegt hierbei bei der Herstellung der besten und sichersten Technologien für unsere Kunden, weshalb wir bisher mehrere hunderttausend Dollar ausgegeben haben und weiterhin in Forschung, Entwicklung und Vermarktung unsere Technologien investieren werden.
Unsere technische Innovationen und Engagement für Best-in-Class-Lösungen ist der Grund dafür, dass wir als Unternehmen seit 2009 um 50 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren wachsen, seit drei Jahren im Leader-Quadrant beim Gartner Magic Quadrant für Mobile Device Management Software platziert wurden und auch eine ausgezeichnete Kundenliste vorweisen können: vier von Fortune 5-Unternehmen, sieben Unternehmen unter den Fortune 10, zudem nutzen die Hälfte der Fortune 100-Unternehmen Good-Produkte und -Lösungen – einschließlich acht der Top-10-Finanzdienstleister, fünf der Top-10-Unternehmen der Gesundheitsbranche, und mehrere Regierungsbehörden und Organisationen des öffentlichen Sektors. Wenn Kunden ihre sensibelsten Daten sichern müssen, wenden sie sich an Good.
Klagen werden oft negativ wahrgenommen. Wie will Good damit umgehen, dass das Bild der Firma evtl. negativ geprägt wird?
Jacques: Wir glauben, dass unsere Kunden und die Industrie diese Klagen als Beweis für unsere Überzeugung für den Schutz unserer Technologie sehen und wollen hiermit ein Beispiel für die Branche setzen. Nämlich dass Plagiate, das notorische Kopieren oder die unbefugte Nutzung unserer Innovationen nicht toleriert werden.