17.05.2017 Digitale Sprachassistenten

Kommt der Google Assistent aufs iPhone?

Berichten zufolge plant Google seinen digitalen Assistenten als eigenständige App auch für iPhones zur Verfügung zu stellen.

Teilnehmer der Entwicklerkonferenz Google I/O 2017 im kalifornischen Mountain View. Foto: Christoph Dernbach

Teilnehmer der Entwicklerkonferenz Google I/O 2017 im kalifornischen Mountain View. Foto: Christoph Dernbach

Im Konkurrenzkampf der digitalen Assistenten will Google die Siri-Software von Apple auf dem iPhone herausfordern. Der Google Assistant solle dafür als eigenständige App zur Verfügung gestellt werden, berichtete der Finanzdienst Bloomberg.

Der Google Assistant auf dem iPhone werde mit verschiedenen Apps des Internetkonzerns zusammenarbeiten, heißt es. So solle es zum Beispiel ausreichen, dem Assistenten zu sagen, dass man ein bestimmtes Video sehen möchte, damit es bei Youtube gestartet werde.

Google hatte den Assistant auf der Google I/O vor einem Jahr vorgestellt und im Herbst auf den Markt gebracht. Das erklärte Ziel ist, ihn in möglichst viele Geräte verschiedener Hersteller zu integrieren, damit Nutzer immer darauf zugreifen können. Bisher war der Assistant allerdings nur in Google-Produkten aktiv – dem Smartphone «Pixel», dem Kurzmitteilungsdienst «Allo» und dem vernetzten Lautsprecher «Home». Jetzt solle er unter anderem in Hausgeräte der Marke GE eingebunden werden. Konkurrent Amazon brachte bereits Anfang des Jahres seine Assistentin Alexa in Hausgeräte des GE-Rivalen Whirlpool.

Digitale Sprachassistenten

Digitale Assistenten gelten als aussichtsreicher künftiger Weg, mit Computer-Technik zu kommunizieren. Amazon landete einen Überraschungserfolg mit Alexa in seinem vernetzten Lautsprecher «Echo». Google verkauft seit Herbst sein Konkurrenzgerät «Home», Apple arbeitet laut Medienberichten auch an einem Lautsprecher mit Siri an Board.

Als weiteren Bereich werde der Assistant das Auto erschließen, berichteten Bloomberg und die «Automobilwoche». Auf der Google I/O werde es neue Modelle von Audi und Volvo zu sehen geben, in denen die Infotainment-Anlage erstmals auf der Basis von Googles Android-Betriebssystem läuft.

Auf den I/O-Konferenzen werden traditionell auch Details zur nächsten Version des im Smartphone-Markt meistgenutzten Android vorgestellt. Bereits bekannt ist, das Google die Batterielaufzeit, den Umgang mit Benachrichtigungen und Einstellungen sowie die Audioqualität verbessern will. Jetzt werden weitere Informationen erwartet. Google benennt die Android-Version traditionell in alphabetischer Reihenfolgen nach Süßigkeiten. Auf der Google I/O im Vorjahr dürften die Entwickler Namen für das vorherige Android N vorschlagen - es wurde am Ende «Nougat». Für Android O wird unter anderem «Oreo» als wahrscheinlicher Name gehandelt.

Weitere Neuigkeiten könnte es zu Googles Plänen bei virtueller Realität, bei der Nutzer mit Speziallbrillen in künstliche Welten eintauchen können. Im vergangenen Jahr hatte Google die Plattform «Daydream» für VR-Inhalte gestartet und dafür ein Brillengehäuse mit Linsen vorgestellt, in das ein Smartphone eingesteckt wird, das als Bildschirm dient.


dpa/zi

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