Sicherheit als Open Source Software

Kostenlose Verschlüsselung für Mails und Dateien

Sicherheit ist auch ein Markt. Das war in analogen Zeiten so und das ist in Digitalien nicht anders. Doch es fehlen einfache und kostenlose Lösungen für Jeden.

Verschlüsselung funktioniert nur ohne Nachschlüssel

IT-Security gilt als Milliardenmarkt und ist seit dem Juni 2013 unter ganz neuem Vorzeichen im Gespräch. Es geht nicht länger nur um Cyberkriminelle, die für einen geldwerten Vorteil in Systeme einbrechen. Es geht um eine flächendeckende Überwachung, die mehr oder weniger alles abgreift, was überhaupt erreichbar ist.

Viele etwas ältere Verschlüsselungssysteme gelten nicht mehr als sicher, doch es gibt einige Verfahren, die auf absehbare Zeit nicht geknackt werden können: Public-Key-Kryptografie und neue symmetrische Systeme wie AES256 oder Twofish. Verschlüsselung ist jedoch als kompliziert und wenig komfortabel verrufen – nicht ganz zu unrecht.

Was fehlt? Einfach einzusetzende Sicherheitsprodukte, die idealerweise Open Source sind. Solche Software ist im Regelfall kostenlos zu benutzen, was ihrer Verbreitung sicher helfen wird. Doch der größte Vorteil von Open Source Software für IT-Sicherheit liegt in einem ganz anderen Feld.

Die quelloffenen Programme sind leichter als „hochgeheime“ kommerzielle Software von anderen Entwicklern auf sicherheitsrelevante Fehler und Hintertüren zu überprüfen. In der Crowdfunding-Szene gibt es zwei Projekte, die offene, kostenlose Programme für die Verschlüsselung von E-Mails und Dateien anbieten wollen.

Safebird soll ein kostenloser E-Mail-Service sein, der eine vollständige Ende-Zu-Ende-Verschlüsselung anbietet – eingesetzt werden soll das PGP-Verschlüsselungsprinzip. Eine Mail wird dabei vor dem Versenden auf dem Rechner des Absenders verschlüsselt und nach dem Speichern auf dem Rechner des Empfängers einer Mail wieder entschlüsselt. Im Unterschied zu anderen verschlüsselten E-Mail-Services wie Enigmail oder Thunderbird ist Safebird vor allem für Normalanwender gedacht, die herkömmliche Verfahren zur Verschlüsselung gewöhnlich zu kompliziert finden.

WinCrypt wird eine symmetrische Verschlüsselung mit dem (noch) als sicher geltenden Twofish-Algorithmus für Windows anbieten. Das Verfahren zur Blockverschlüsselung ist in der Public Domain und WinCrypt soll eine quelloffene Implementation mit „metadaten-freier“ Kodierung werden. Dabei ist der Ergebnisdatei nicht anzusehen, dass sie verschlüsselt ist.

Eine mit WinCrypt verschlüsselte Datei kann anschließend problemlos mit anderer Software komprimiert oder erneut verschlüsselt werden, etwa als Teil einer Festplattenverschlüsselung, eines verschlüsselnden Dateisystems oder als Bestandteil eines verschlüsselten Containers.

Vor allem der Maildienst Safebird versteht sich als Bürgerprojekt, mit dem jeder Interessent starke Verschlüsselung auf einfachste Weise einsetzen kann. Leider ist das Projekt bisher noch nicht besonders bekannt, es gibt wohl große Reserven angesichts der hoch wirkenden Finanzierungssumme.

Aber: Die Implementation von Verschlüsselungsverfahren erfordert ein mit diesem Thema erfahrenes Team von Entwicklern und ausführliche Tests, beides geht sicher nicht zum Nulltarif.

Bildquelle: Carola Langer / pixelio.de

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