27.01.2017 Longreads für das Wochenende

Künstliche Intelligenz und stoische Tugenden

Von: Ingo Steinhaus

Die Longreads widmen sich heute der Entwicklung der KI. Eine Frage wird aber nicht beantwortet: Kann KI Kanzler?

KI-Verfahren sind zu verblüffenden Leistungen bei Übersetzung, Spracherkennung und Sprachsynthese fähig. Hier gibt es einen gut lesbaren Überblick über dieses Thema.

Viele Technologien haben nicht beabsichtigte Nebenfolgen, die ihre Propagandisten oft überraschen. Rodney Brooks, der Gründer das Bostoner Robotik-Unternehmens Rethink Robotics, macht sich Gedanken über die Nebenfolgen von autonomen Fahrzeugen.

Ein typische Folge der Einführung neuer Technologien ist die "technologische Arbeitslosigkeit". In einem Aufsatz für Slate beschreibt Daniel W. Bliss, ein Automatisierungsexperte von der Arizona State University die Folgen seiner Arbeit.

Die aktuell beliebtesten KI-Verfahren setzen neuronale Netzwerke ein. Einer der Väter dieses Paradigmas in der KI ist der Logiker und kognitive Psychologe Walter Pitts, dessen ungewöhnliche Lebensgeschichte von Amanda Gefter auf Nautilus erzählt wird.

Der KI-Unterausschuss des "US National Science and Technology Council", eines (ehemaligen?) Beratungsgremiums des US-Kabinetts, hat im vergangenen Herbst ein Whitepaper mit dem Titel "Preparing for the future of artificial intelligence" herausgegeben. Es legt Wert auf offene Standards und stellt die Bedeutung der Grundlagenforschung heraus. Außerdem fordert das Gremium von KI-Anwendungen, dass ihre Entscheidungen über Menschen zweckmäßig, fair und evidenz-basiert sein müssen.

Ganz ähnliche Prinzipien nennt ein Aufsatz in der Technology Review als Basis für die Verantwortlichkeit von KI-Entscheidungen: Sie müssen nachvollziehbar, erklärbar, fehlerfrei, nachprüfbar und fair sein.

Eine etwas umfassendere Betrachtung aller ethischen Aspekte der KI findet sich auf der Website des World Economic Forum.

KI-Forscher bevorzugen für die ethische Grundausstattung ihrer Algorithmen in der Regel utilitaristische (an Folgen orientierte) oder deontologische (an Pflichten orientierte) Ethiken. Der Informatiker Gabriel Murray schlägt in einem Aufsatz jedoch vor, KI-Systeme der stoischen Tugendethik folgen zu lassen.

Jetzt ein Schritt in die Praxis: Auch wer schlecht in Mathe ist, kann AI lernen, meint Daniel Jeffries in diesem und jenem Artikel.

Eine Reihe von KI-Projekten beschäftigt sich damit, KIs zu Künstlern zu machen. Ein neues Beispiel: Die Regisseurin (und Schauspielerin) Kristen Stewart hat in ihrem Film "Come Swim" KI-Algorithmen eingesetzt, um Bilder impressionistisch zu verfremden. Zusammen mit zwei Co-Autoren hat sie einen Aufsatz darüber veröffentlicht.

Bildquelle: Thinkstock

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