Daniel Dombach, Director EMEA Industry Solutions Group bei der Motorola Solutions Germany GmbH
Mit dem Touch-Computer TC55 können Mitarbeiter in der Auslieferung oder im Lager – in Echtzeit – Auftragsinformationen abrufen.
Herr Dombach, welche Entwicklungen sehen Sie derzeit im Bereich „Transport und Logistik“ speziell hinsichtlich mobiler Lösungen?
Daniel Dombach: Der Trend geht hin zu größeren Lagern sowie zu mehr Lagerstandorten, die Unternehmen eine flächendeckende Präsenz, Nähe zum Kunden und eine globale Lieferfähigkeit bieten. Um dabei profitabel zu agieren, müssen Unternehmen effiziente Abläufe in Lager- und Logistikprozessen sicherstellen. Hierfür benötigen sie einen höheren Grad an Automatisierung sowie mobile Lösungen, die ihre Mitarbeiter bei der Bewältigung ihrer Aufgaben bestmöglich unterstützen.
Die eingesetzten Geräte müssen vor allem einfach zu bedienen und für den Einsatz in rauhen Umgebungen angepasst sein, damit sie auch unter Extrembedingungen wie beispielsweise in der Tiefkühllogistik einsetzbar sind. Neben den klassischen mobilen Computern, Scannern, RFID- und WLAN-Lösungen gibt es heute auch immer mehr Lösungen, die am Körper tragbar und dadurch im Freihandbetrieb nutzbar sind.
Wie sehen diese mobilen Prozesse konkret in der Praxis aus?
Dombach: Mobile Lösungen lassen sich sowohl im Lagermanagement als auch bei Transport- und Zustellprozessen einsetzen. Dabei können mobile Computer und Scanner sowohl 1D- und 2D-Barcodes, RFID, Direktteilemarkierungen (Direct Part Marks, DPM) und Bilder erfassen sowie zwischen langen und kurzen Scan-Distanzen wechseln. Das ist besonders in Hochregallagern oder auf Container-Umschlagplätzen eine wichtige Anforderung. Am Körper tragbare Computer können die multimodale Kommissionierung durch Pick-by-Voice-Anwendungen unterstützen.
Welche Vorteile bieten diese Lösungen für Logistikdienstleister?
Dombach: Durch die mobile Echtzeit-Datenerfassung können Transport- und Logistikunternehmen alle Abläufe entlang der gesamten Lieferkette transparent nachverfolgen, ihre Prozesse besser planen und steuern sowie ihre Mitarbeiter bei der Auftragsbearbeitung unterstützen. Im Lagermanagement können sie die Effizienz und Präzision in den Einlagerungsprozessen, bei der Bestandserfassung und beim Versand erhöhen. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz des Touch-Computers TC55 auf Basis des Android-Betriebssystems, mit dem Mitarbeiter in der Auslieferung oder im Lager in Echtzeit Auftragsinformationen abrufen und Daten auch von unterwegs erfassen können.
Welche Vorbereitungen müssen Logistikunternehmen für den Einsatz passender mobiler Lösungen leisten?
Dombach: Zunächst müssen die Anforderungen eines Unternehmens genau definiert und individuelle Lösungen mit branchenspezifisch erfahrenen Experten erarbeitet werden. Neben dem Funktionsumfang der Lösungen sollte immer auch Wert auf die Auswahl von Management- und Serviceleistungen gelegt werden, um die Gesamtbetriebskosten über den gesamten Lebenszyklus hinweg so gering wie möglich zu halten.
Wie sieht Ihrer Meinung nach das Lagermanagement der Zukunft aus? Welche Rolle spielen dabei mobile Endgeräte?
Dombach: Lagerverantwortliche stehen Veränderungen gegenüber, die den Betrieb von Lagern und Verteilzentren sowie die gesamte Lieferkette betreffen. Mehr Anlagen und größere Flächen müssen auch künftig zuverlässig und effizient gesteuert werden. Automatisierte Prozesse und mobile Kommunikationslösungen gewinnen daher künftig weiter an Bedeutung.
Mehr als 60 Prozent der Unternehmen planen auch in den kommenden fünf Jahren, ihre Prozesse zunehmend zu automatisieren, indem sie ihre Mitarbeiter mit neuen Technologielösungen ausstatten. Fehleranfällige und zeitaufwändige papierbasierte Prozesse gehören damit endgültig der Vergangenheit an. Ebenso bieten Betriebssysteme wie Android die Möglichkeit, neue Anwendungen im Lager- und Logistikumfeld zu implementieren, sodass Mitarbeiter auf neue Sprach- und Textnachrichtendienste, E-Mail oder Echtzeit-Workforce-Management-Systeme zugreifen können.