Datenverbrauch fordert Unified-Communications-Anbieter heraus

LTE verbessert Qualität mobiler Videokonferenzen

Interview mit Leslie Ferry, Vice President Marketing beim Kommunikationsspezialisten Broadsoft, über neue Möglichkeiten zur Beschleunigung bandbreitenhungriger Unified-Communications-Anwendungen

„Der neue 4G-Standard bietet zusätzliche Netzkapazität, durch die die Nutzererfahrung etwa bei Videokonferenzen deutlich verbessert wird“, erklärt Leslie Ferry von Broadsoft.

Frau Ferry, der Mobilfunkstandard LTE, kurz für Long Term Evolution, verspricht neue Möglichkeiten für datenintensive Dienste. Doch inwiefern nutzen Unternehmen den 4G-Standard bereits für ihre Zwecke? Oder können sie davon noch gar nicht profitieren, da eine flächendeckende Verbreitung von LTE noch in weiter Ferne liegt?
Leslie Ferry:
Dank der steigenden Nachfrage nach mobilen Datendiensten genießt die Bereitstellung von LTE für viele europäische Mobilfunkbetreiber zurzeit höchste Priorität. Denn die schiere Datenmasse, die über Mobilfunknetze übertragen wird, nimmt von Jahr zu Jahr exponentiell zu. So hat der Anbieter Vodafone Deutschland, der seine LTE-Dienste früh am Markt hatte, festgestellt, dass 75 Prozent seines Netzwerkverkehrs von Videos stammen.

LTE unterstützt Downlink-Geschwindigkeiten von 150 Mbps – 3G dagegen erreicht sein oberes Limit bei etwa 10 bis 15 Mbps. Viele Betreiber wollen daher den neuen Netzwerkstandard verwenden, um mit dem weltweiten Anstieg des Datenverbrauchs und der Nachfrage nach Unified-Communications-Diensten mithalten zu können. Viele europäische Mobilfunknetzbetreiber bauen derzeit ihre LTE-Netze auf und aus. Dies geschieht jedoch Schritt für Schritt, basierend auf der jeweiligen Strategie des Betreibers.

Etliche Anbieter wollen noch dieses Jahr eine sogenannte „Voice over LTE“, kurz VoLTE, vorantreiben. Welche Angebote bzw. Technologien stecken genau dahinter?
Ferry:
Es gibt am Markt mehrere Mega-trends, die sich auf das Wachstum von Voice over LTE auswirken. Verbraucher schätzen sicherlich die hohe Quality of Experience (QoE), die LTE für moderne Kommunikationsdienste ermöglicht. Allein im Konsumentenmarkt werden die Mobilfunkbetreiber ihre kapitalen Investitionen jedoch schwerlich zu Geld machen können. Die eigentliche Chance zur Monetarisierung ist Voice over LTE für Unternehmen.

Unternehmen aller Größen wünschen sich eine breite Auswahl an Kommunikationsdiensten wie Sprachdienste, Video, Instant Messaging, Statusindikatoren (Presence) oder Webkonferenzen mit geteilten Desktops. Auf all diese Dienste soll auch von mobilen Geräten aus zugegriffen werden können. Damit werden sie zu einem entscheidenden Businesstool, mit dem Unternehmen die Produktivität der Mitarbeiter verbessern können.

Welche UC-Funktionalitäten besitzen einen so großen Datenhunger, dass sie nur dank des neuen LTE-Standards mobil sinnvoll genutzt werden können?
Ferry:
Sicherlich bietet LTE gewaltige Kapazitäten, die hervorragende Kommunikationserfahrungen ermöglichen. Allerdings bieten auch die heutigen 3G-Netze eine akzeptable Nutzererfahrung. Wir haben uns darauf konzentriert,
es dem User zu ermöglichen, sich nahtlos zwischen verschiedenen Zugangstypen zu bewegen. Unsere True-Fixed-Mobile-Convergence-Funktionen ermöglichen es Nutzern etwa, von ihrem Unternehmens-WLAN in ein Mobilfunknetz und wieder zu einem öffentlichen WLAN-Netzwerk zu wechseln, ohne ihr Gespräch zu unterbrechen.

Um wie viel schneller laufen mobile UC-Applikationen über LTE im Gegensatz zu früher ab?
Ferry:
Es ist nicht allein eine Frage der Geschwindigkeit. Zwar soll LTE mehr als das Dreifache der Bandbreite der aktuellen 3G/HSPA-Technik bieten, wodurch bandbreitenhungrige Anwendungen natürlich besser laufen. Eine der übersehenen Verbesserungen von LTE ist jedoch die zusätzliche Netzkapazität, durch die die Nutzererfahrung für alle Kunden verbessert wird – unabhängig davon, ob sie sich in eine Videokonferenz für ihre Arbeit einwählen oder einfach nur nach Hause telefonieren.

www.broadsoft.com

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