18.03.2014 Enterprise Mobility Management: Interview mit Armin Kobler, Amagu

Management mobiler Geräte

Von: Tom Zeller

Interview mit Armin Kobler, CEO der Amagu GmbH, einem Anbieter von Services und Inhouse-Lösungen im Management von mobilen Endgeräten, über Enterprise Mobility Management (EMM) und Mobile Device Management (MDM)

„Die Unternehmen erkennen immer mehr, wie wichtig es angesichts der starken Nutzung von Tablets und Smartphones ist, diese effizient in die Unternehmens-IT zu integrieren“, so Amagu-CEO Armin Kobler.

Herr Kobler, was genau versteht man unter „Enterprise Mobility Management“ und wie unterscheidet es sich vom „Mobile Device Management“?
Armin Kobler:
Unter EMM versteht man die umfassende Lösung, im Businessumfeld Smartphones und Tablets zu sichern und miteinander zu vernetzen. EMM bezieht nach gängiger Auffassung neben dem Mobile Information Management (MIM) das Mobile Device Management und das Mobile Application Management (MAM) ein. Auf das Unternehmen bezogen ist EMM in allen Bereichen einsetzbar, in denen es um die einheitliche Koordination, Sicherung und Verwaltung von mobilen Endgeräten geht. Wichtig ist, dass die Gesamtlösung im Unternehmen aufeinander abgestimmt ist und insbesondere den Sicherheitsanforderungen gerecht wird. EEM bedeutet letztendlich nicht nur die Geräte zu managen (MDM), auch das Betriebssystem, die Apps und nicht zuletzt der Datenfluss werden einbezogen.

Worin besteht der praktische Unterschied zwischen EMM und MDM bei der Verwaltung von mobilen Geräten?
Kobler:
EMM ist ein Ansatz, der über das reine MDM hinausgeht. So ist es beispielsweise mit MDM zwar möglich, den unbefugten Zugriff auf ein Gerät zu verhindern. Es hilft allerdings nicht weiter, wenn etwa der Anwender eine E-Mail mit sensiblen Daten an einen nicht gesicherten Empfänger weiterleitet. Erst durch die Kontrolle des Datenflusses und die Hoheit über die Apps kann letztendlich absolute Sicherheit gewährleistet werden.

Wie wichtig ist das Thema „Enterprise Mobility Management“ aktuell für Unternehmen?
Kobler:
Die Unternehmen erkennen immer mehr, wie wichtig es angesichts der starken Nutzung von Tablets und Smartphones ist, diese effizient in die Unternehmens-IT zu integrieren. Erforderlich ist dabei eine Synthese aus Datensicherheit und Mobilität. Dies erfordert Enterprise Mobility Management und wird auch so bei den Unternehmen erkannt.

Wie lassen sich mit EMM der Arbeitsalltag und die Koordination von Mitarbeitern effizienter gestalten?
Kobler:
EMM hilft den Usern von mobilen Endgeräten, besser untereinander kommunizieren und produktiver arbeiten zu können. Mitarbeiter benötigen oft neue Tools für ihre Smartphones und Tablets, beispielsweise Apps und andere Deployment-Technologien, die sie vom Unternehmen zentral erhalten.

Welchen technischen und praktischen Anforderungen muss eine entsprechende Lösung in der heutigen Zeit genügen?
Kobler:
Technisch muss EMM alle gängigen mobilen Endgeräte einbeziehen, um eine effiziente Vernetzung zu ermöglichen. Die rein technische Seite ist aber nicht alles. Die Geräte der Mitarbeiter in einem Unternehmen müssen so gut koordiniert sein, dass die Zusammenarbeit reibungslos und sicher funktioniert und auch Spaß macht.

Das Thema „Datensicherheit“ ist gerade hochaktuell. Wie sicher sind denn EMM- und MDM-Lösungen?
Kobler:
Mit EMM wandert der Fokus weg vom Gerät, dem Betriebssystem und Provider hin zu Apps, deren Daten und Anbindung an die Unternehmensstruktur. Mit EMM lässt sich fein granular steuern, welche App mit welcher App „reden“ darf, welche OS-Funktionen wie z.B. „Copy&Paste“ zur Laufzeit der App zur Verfügung stehen, wie die Daten in der App abgesichert werden (Verschlüsselung), wie sich der User gegenüber der App authentifizieren muss und letztendlich, wie die App mit der Unternehmensstruktur kommunizieren darf. Aus dieser Vielfalt an Möglichkeiten ergibt sich eine völlig andere Perspektive auf die Themen Absicherung von Unternehmensinhalten auf mobilen Endgeräten sowie deren Privatnutzung bis hin zu BYOD-Konzepten.

Welche Kosten verursacht eine EMM-Lösung im Vergleich zu einer MDM-Lösung?
Kobler:
Die Kosten beim Mobile Device Management hängen insbesondere davon ab, wie viele mobile Geräte zum Einsatz kommen, welche unterschiedlichen Plattformen diese nutzen, in welcher Höhe Lizenzgebühren anfallen, und mit welchen Folgekosten zu rechnen ist. Da das Enterprise Mobility Management die umfassende Koordination der Geräte und Applikationen sowie deren Anbindung an die Unternehmensstrukturen regelt und sicherstellt, sind die Gesamtkosten in der Startphase höher anzusetzen. Im Umkehrschluss werden aber durch den Einsatz einer EMM-Lösung die Folgekosten gesenkt.

Welche weitere Entwicklung sehen Sie im Enterprise Mobility Management?
Kobler:
Als wesentliches Kriterium sind immer stärker die verfügbaren Apps und damit die Hersteller dieser Apps gefragt. Auch sehr wichtig ist die Möglichkeit der Distribution der Apps, welche sich grundlegend von den bisher bekannten Distributionswegen unterscheidet. Als Beispiel wäre hier Apple mit seinem Appstore zu nennen. Der Anbieter erlaubt es einem Entwickler nicht, seine App auf beiden Distributionskanälen gleichzeitig zu vermarkten. Er wird durch diese Einschränkung gezwungen, eine ähnliche App mit ähnlichen Funktionen neu zu erstellen und ausschließlich über den Distributionskanal zu vertreiben. An diesem Beispiel zeigt sich, ähnlich wie im reinen MDM-Umfeld, dass es sich um Consumer-Geräte handelt, und dem entsprechend ist auch die Distribution der Apps auf den einzelnen User/Consumer ausgerichtet. Ein Fokus auf Businesskunden, auch durch die Hersteller von Business-Apps, muss erst noch entstehen.





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