Gehärtetes Betriebssystem

Mehr Sicherheit für Android

Mobile Sicherheit sollte direkt in das Betriebssystem eingepflanzt werden. Zwei ganz unterschiedliche Projekte widmen sich dieser Aufgabe.

Smartphones sollen sicherer werden, aber die vom Desktop-Computer bekannten Strategien wirken nur äußerst begrenzt. So hat zum Beispiel auf zahlreichen, nicht im Highend-Bereich angesiedelten Mobilgeräten Schutzsoftware die unangenehme Eigenschaft, die Geräte stark auszubremsen und den Akku zu belasten.

Ein Erfolg versprechendes Alternativkonzept ist die direkte Integration von Sicherheit in das Mobilbetriebssystem. Nur diese Weise kann auch Performance garantiert werden. Einen zusätzlich abgesichertes Betriebssystem wird in der IT-Fachsprache auch als "gehärtetes System" bezeichnet.

Die Hersteller (sprich Google und Apple) sind bisher in dieser Richtung nicht besonders aktiv gewesen. Doch der Open-Source-Status von Android erlaubt es Entwicklern, das System so zu verändern, dass es grundlegende Sicherheitsfunktionen enthält. Eine Reihe von Softwareprojekten arbeiten zur Zeit an der Umsetzung.

Schutzbereich für das Business

Ein alter Bekannter ist BizzTrust vom Fraunhofer-Institut für sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt. Die Sicherheitslösung für Android ist eine Systemerweiterung, die private und geschäftliche Nutzung in zwei getrennte Bereiche aufspaltet. Die Sicherheitsarchitektur von BizzTrust bietet für Daten und Apps zwei Schutzbereiche.

Das System erkennt, ob die Inhalte zu einer privaten oder geschäftlichen Anwendung gehören, speichert diese getrennt und kontrolliert den Zugriff während des Betriebs. Dies erhöht die Sicherheit der Geschäftsdaten, der Mitarbeiter kann trotzdem privat beliebige Apps installieren.

Das System ist über den Status als Forschungsprojekt hinaus. Es wird von der Sirrix AG vermarktet und besitzt ein eigenes Tool für Mobile Device Management, mit dem Updates und Apps für den Business-Bereich der Geräte verteilt werden können.

Sicheres Android im Eigenbau

Zielgruppe ist eindeutig ein Unternehmen, das seine Mitarbeiter mit Mobilgeräten unter Android ausstatten. Für Privatleute gibt es bisher keine einfach einzusetzende Lösung. Es gibt allerdings seit kurzer Zeit eine Art Selbstbauanleitung im Internet, mit deren Hilfe bestimmte Android-Geräte mit einem gehärteten Betriebssystem versehen werden können.

Die Anleitung kommt von dem durch seinen Anonymisierer bekannten TOR-Projekt. Das System unterstützt die Anonymisierungs-Software von TOR, besitzt eine Anwendungs-Firewall und erlaubt verschlüsselte Telefonate und Videoverbindungen via Internet. Basis für das System ist die Android-Variante CyanogenMod sowie eine Reihe von Open-Source-Programmen für die Absicherung des Grundsystems.

Zurzeit eignet sich der Prototyp eher für technisch versierte Leute. Kernziel des Projekts ist es jedoch, ein gehärtetes Android zum eigenständigen Installieren auf Smartphones oder Tablets aufzubauen. Sollte ein solches sicheres System genügend Zuspruch finden, könnte durchaus ein Unternehmen wie Cyanogen daraus entstehen. Auch das Alternativ-Android hat einmal als Bastelprojekt angefangen.

Bildquelle: lichtkunst.73 / pixelio.de

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