Die Heizung mit Tado fernsteuern
Heizung, Jalousien, Licht, Einbruchssicherung, Waschautomat, Kaffeemaschine - was wäre es schön, alle diese Geräte mit dem Smartphone ansteuern zu können. Nie wieder eine überhitzte Wohnung, weil die Jalousie entweder automatisch oder auf Wunsch herunter fährt. Kaffee direkt bei der Ankunft, auch wenn es mal wieder etwas später geworden ist. Die möglichen Szenarien für Haustechnik via App und Internet sind vielfältig.
Zur Zeit sind viele Produkte entweder noch nicht marktreif oder nur besonders finanzkräftigen Mitbürgern vorbehalten. Doch es ist auch ein potentieller Massenmarkt. Das lockt natürlich die üblichen Verdächtigen an, zum Beispiel die großen IT-Konzerne, die gerne auch bei der Heimautomation mitspielen wollen.
Zum Beispiel Microsoft: Mit dem Forschungsprojekt "
HomeOS " soll die zentralisierte Kontrolle unterschiedlicher Funktionen eines Hauses oder einer Wohnung möglich werden. Ziel ist ein Smart Home, in dem Fernseher, Drucker, Beleuchtung, Klimaanlage und Alarmanlage gemeinsam an einem Zentralrechner hängen.
Bereits seit 2010 werkeln Entwickler an dem HomeOS und haben es schon in einem Dutzend Häusern getestet. Laut einem
Whitepaper der Microsoft-Forscher vernetzt und steuert ein PC unterschiedliche Geräte wie Router, Smartphones, Spielekonsolen, Fernseher, Überwachungskameras, Alarmanlagen, Klimaanlagen, Kühlschränke, Kaffeemaschinen und die Beleuchtung.
Doch auch kleinere Unternehmen wollen ein Stück vom Kuchen und arbeiten an Lösungen, zum Beispiel das Münchner Startup
Tado. Es vertreibt eine intelligente Heizungssteuerung, die Wetterprognosedaten, die tatsächliche Temperatur und die Anwesenheit von Personen auswertet.
Eine Smartphone-App erkennt, wenn eine Person das Haus verlasse und die zentrale Steuerung regelt die Temperatur herunter. Wenn der Bewohner wieder auf dem Rückweg zur Wohnung ist, springt die Heizung zeitig an und wärmt die Wohnung bis zur Ankunft.
Eine App für die gesamte Gebäudesteuerung bietet
AyControl. Sie nutzt dabei den verbreiteten
KNX-Standard, so dass Systeme verschiedener Hersteller mit der App kontrolliert werden können. Durch die App sowie einige Erweiterungsgeräte kann praktisch jede bestehende Anlage zur Gebäudeautomation nachgerüstet werden.
Doch auch viele bekannte Hersteller rüsten ihre Systeme mit Apps auf. So bietet zum Beispiel
Visiomatic eine Steuerungs-App für seine Hausautomation an. Neu in der Produktpalette ist außerdem die App
VisiTor. Zusammen mit einem kleinen Controller kann jede Videogegensprechanlage mit dem iPhone oder iPad bedient werden - das Gespräch mit dem Besucher wird jetzt mit den Apple-Geräten geführt.
Einen völlig anderen Ansatz als die Konkurrenten wählt
Christian Drapatz aus Essen. Mit seiner iOS-App
Problem!Wohnung und dem vergleichsweise preisgünstigen Controller
EZcontrol sowie diversen Sensoren, Funkschaltern oder -dimmern, Funkthermostaten oder Funkadaptern für Heizkörperventile lässt sich eine Hausautomation relativ leicht selbst aufbauen.
Bildquelle: Tado