Die Geschäftswelt hat das Nutzenpotential von Tablets und Smartphones erkannt und muss diese nun in bestehende Geschäftsprozesse integrieren.
Zeit- und Kosteneinsparungen, höhere Produktivität, bessere Zusammenarbeit der Mitarbeiter, besserer Kundenservice – sind nur einige der Vorteile, die mobile Endgeräte als Businesswerkzeuge schaffen können. Bedeutung und Potential von Mobilität für Unternehmen betonen auch die Analysten von IDC in einer Studie aus dem letzten Jahr. 276 befragte IT- und Fachbereichs-Entscheider aus deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern geben an, dass fast 60 Prozent ihrer Mitarbeiter zumindest teilweise mobil arbeiten. „In den meisten Unternehmen ist die Ausstattung mobil arbeitender Mitarbeiter mit Smart Devices heutzutage Standard. Der Druck auf die IT-Abteilungen, mehr Unternehmensanwendungen für mobile Endgeräte bereitzustellen, ist groß", erklärt Mark Schulte, Consultant bei IDC in Frankfurt.
Doch mit welchen Herausforderungen sind Unternehmen bei Bereitstellung und Management von Mobilität und mobilen Anwendungen konfrontiert? Wie lassen sich diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen? Kurzum, wie versorgen Unternehmen Mitarbeiter und Kunden optimal mit Apps?
Fragementierter und dynamischer Markt
Android Jelly Bean, Android Kitkat, iOS 6 und 7, Windows Phone 8, Blackberry 10 – es gibt viele Betriebssysteme auf mobilen Endgeräten. Der fragmentierte Markt erschwert die Entwicklung von Apps. Um den unterschiedlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten der jeweiligen Betriebssysteme gerecht zu werden, haben Unternehmen bislang meist für jedes Betriebssystem eine eigene App entwickelt.
Die Vielzahl der mobilen Betriebssysteme ist allerdings nicht die einzige Hürde, mit der sich Entscheidungsträger bei der Entwicklung einer App konfrontiert sehen. Auch die Smartphone- und Tablet-Hardware hat spezifische Anforderungen: Unterschiedliche Displaygrößen und Formfaktoren müssen bei der App-Entwicklung berücksichtigt werden. Diese Einzelentwicklung und -betreuung verschiedener Apps macht die Entwicklung komplex und aufwändig. Und damit nicht genug, denn Apps müssen auch verteilt, betrieben und gewartet werden.
Der App-Lebenszyklus
Damit Apps ihr volles Nutzenpotential entfalten können, sind neben der Entwicklung noch weitere Voraussetzungen und Aspekte zu beachten. Dazu gehört beispielsweise die Notwendigkeit, jederzeit Kontrolle über den gesamten Lebenszyklus einer App zu haben. Denn wird eine App nach der Entwicklung nicht getestet, verwaltet und in die Unternehmens-IT eingebunden, kann selbst die beste Anwendung für Unternehmen wertlos oder im schlimmsten Fall sogar zur Gefahr werden. Bevor es zum Praxiseinsatz kommt, muss die Geschäftstauglichkeit erwiesen sein. Dies geschieht in der Regel in einer umfangreichen Testphase, in der alle Hardware-, Software- und Schnittstellenkonstellationen in einer geschützten Umgebung durchgespielt werden. Das Testing prüft die Leistungsfähigkeit und ermittelt mögliche Schwachstellen, die vor der Veröffentlichung behoben werden müssen. Diese Tests sichern nicht nur die Qualität für die Nutzer, sie schützen auch den Anbieter vor möglichen Gefahren.
Sicherheitsfragen und Sicherheitskonzepte
Die IT ist aufgefordert eine Brücke zwischen Nutzerfreundlichkeit, Datenschutz und Sicherheit der Unternehmensdaten zu schlagen. Dies fängt mit einer Strategie und Lösung für die Nutzung von privaten mobilen Endgeräten im geschäftlichen Umgang an. „Bring your own Device“ (BYOD) ist im Geschäftsumfeld zur Realität geworden und muss deshalb sicher und nutzbar in die Unternehmensprozesse integriert werden. Dies kann beispielsweise über die Einbindung von Rollen- und Berechtigungskonzepten bei der App-Entwicklung im laufenden Betrieb erfolgen.
Wer darf wann und wo auf welche Daten zugreifen? Sind Daten im Falle des Verlustes durch Verschlüsselung auf dem Gerät geschützt? Lässt sich per Remote Management in einem solchen Fall die Löschung vertraulicher Daten auf dem Gerät veranlassen?
Datenverschlüsselung ist allerdings nicht nur beim Verlust eines Geräts relevant, je nach Verwendung ist sie auch für die Datenübertragung entscheidend. Denkt man etwa an eine mobile Anwendung für den Vertrieb, müssen die Daten zwischen mobilem Gerät und Vertriebsinformationssystem geschützt werden. Sonst hätte mancher Hacker leichtes Spiel. Dasselbe gilt auch für viele Arten von Kundenanwendung – eine unverschlüsselt kommunizierende Bank-App ist nicht vorstellbar.
Backend-Integration, Updates und Verteilung
Die Einbindung des Rollen- und Sicherheitskonzeptes über einen Sicherheitsserver deutet eine weitere Voraussetzung an: die Integration von Apps in Backend-Systeme. Schließlich arbeitet kaum eine App autonom. Im Gegenteil, ihre Funktion ist in aller Regel darauf ausgelegt auf Daten zuzugreifen, diese zu speichern oder einen Prozess anzustoßen. Ein zuverlässiger Backend-Zugang ist damit fast immer unabdinglich und erfordert neben der App einen Server oder eine entsprechende Cloud-Architektur.
Zudem lassen sich von hier aus Zusatzdienste betreiben – etwa Analytics-Dienste, um das Anwenderverhalten zu analysieren. Mit den ermittelten Informationen, beispielsweise Verbindungsabbrüche oder Leistungsengpässe, können Entwickler Apps anschließend gezielt optimieren und besser auf die Bedürfnisse ihrer Anwender anpassen. Idealerweise wird dies über ein geregeltes Update-Verfahren bewerkstelligt. Hierzu bieten sich gewöhnlich Marktplätze oder App-Stores an, die neben dem Update-Prozess auch die Verteilung an die Nutzer übernehmen.
So unaufhaltbar Mobilität in den Alltag einzieht, so vielfältig sind auch die Voraussetzung und Anforderungen bei der Umsetzung. Wie macht man es richtig? Welche Werkzeuge sind notwendig, um bei der Entwicklung einer App alle wichtigen Aspekte umzusetzen?
Grundsätzlich bieten sich zwei unterschiedliche Lösungsansätze an, um die genannten Aspekte zu erfüllen. Der bisherige und bald überholte Ansatz ist die Entwicklung von Apps nach dem „Best of Breed“-Konzept. Das bedeutet: Jeder Anforderung wird mit einer Einzelfalllösung begegnet. Durch die Wahl des jeweils optimal erscheinenden Werkzeugs werden Apps und Infrastruktur ähnlich wie ein Puzzle zusammengesetzt. Dies kann bei der Entwicklung von kleinen, unkomplizierten Apps interessant und der beste Weg sein. Andererseits steigert der Einsatz von vielen unterschiedlichen Entwicklungs- und Management-Tools die Komplexität, sowie den administrativen und finanziellen Aufwand.
Es geht auch einfacher: Eine Mobile Enterprise Application Platform (MEAP) bündelt alle notwendigen Funktionen rund um die Mobilität in einer einzigen Plattform und bringt zahlreiche Vorteile mit sich. MEAPs erlauben es, einzelne Apps für mehrere Betriebssysteme gleichzeitig zu entwickeln. Einmal entwickelt, laufen diese dann unabhängig vom System. Das verkürzt nicht nur die Entwicklungszeit, sondern reduziert auch den Aufwand. MEAPs erleichtern also die Entwicklung, begleiten den App-Lebenszyklus und senken so den Aufwand für Wartung, Betrieb und Updates.
Zusätzlich bieten MEAPs Vorteile beim Thema Sicherheit, denn die Sicherheitsprozesse der mobilen Anwendungen sind in einer einzigen Infrastruktur konsolidiert. Die Konsequenz: Vertrauliche Daten lassen sich in plattformübergreifenden Apps kontrollieren und sicher schützen. Auch beim Patch von Sicherheitslücken ist ein Update zeitnah und umfassend entwickelt und schnell bereitgestellt.
Funktionen, auf die es bei der Auswahl einer MEAP ankommt:
Wie es dem Elektronikkonzern Rhode & Schwarz gelungen ist, mithilfe einer Mobile Enterprise Application Platform, bei der App-Entwicklung Einsparungen zu erzielen, lesen Sie hier ->
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