02.03.2017 Tracking gefährdeter Wildtiere

Mit IoT den Nashörnern auf der Spur

Im Rahmen des Mobile World Congress berichtete die Sigfox Foundation über den erfolgreichen sechsmonatigen Testlauf eines neuen Nashorn-Tracking-Systems.

IoT-Sensoren tracken Nashörner

Implantiert im Horn senden IoT-Sensoren drei Standortsignale pro Tag über das Netzwerk.

Laut Save the Rhino, einer internationalen Organisation zum Schutz gefährdeter Nashörner, gibt es weltweit nur noch 29.000 Tiere, im Vergleich zu 500.000 vor 30 Jahren. Nashörner könnten in knapp zehn Jahren aussterben, sollte die Wilderei wie bisher ungebremst weitergehen. Vor diesem Hintergrund hat sich die Stiftung hat dazu entschlossen, die Naturschützer mit IoT-Sensoren (Internet oft Things) zu unterstützen, um die Nashörner besser überwachen zu können. Mithilfe genauer Standortdaten, die über ein Tracking-System auf dem Sigfox-Netzwerk verfolgt werden, sollen sich die Tiere besser schützen lassen. Durch die lange Akkulaufzeit der Module müssten die Nashörner dabei weniger oft eingefangen und mit neuen Batterien ausgerüstet werden.

Die erste Phase des Experiments, „Now Rhinos Speak“ genannt, fand von Juli 2016 bis Februar 2017 statt – in einem Naturschutzgebiet, das 450 wilde Nashörner im südlichen Afrika schützt. Die von der Stiftung und dem Loweld Rhino Trust gemeinsam durchgeführten Arbeiten bestanden zunächst darin, die Infrastruktur des IoT-Netzes aufzubauen und bereitzustellen. Das Low-Power-Wide-Area-Netzwerk (LPWA) wurde über das Naturschutzgebiet innerhalb von vier Tagen ausgerollt. Drei Sigfox-Antennen, inklusive deren Basisstationen, decken jetzt das gesamte Areal ab.

Im Rahmen des Projektes setzt man überdies einen GPS-Tracker-Prototypen ein. Implantiert im Horn von zehn Schwarz- und Weiß-Nashörnern, sendet dieser drei Standortsignale pro Tag über das Netzwerk an eine sichere Plattform. Speziell dafür hat Eutelsat Pro-Bono-Satelliten-Verbindungen zur Verfügung gestellt. Der Prototyp des Sensors hat eine geschätzte Batterielebensdauer zwischen einem und drei Jahren.

Das Ziel: 29.000 vernetzte Nashörner

Raoul du Toit, Direktor des Loweld Rhino Trust erklärt: „Die IoT-Geräte erlauben das automatisierte Herunterladen von Standortpositionen in bestimmten Intervallen. Das Ganze ohne die Notwendigkeit einer konstanten menschlichen Interaktion – im Gegensatz zum herkömmlichen VHF-Radiotracking. Hier wird eine Person benötigt, die das Funksignal hört und mit einer Richtantenne dem Signal physisch folgt, damit die Position des Nashorns bestimmt werden kann.“

In dem Naturschutzgebiet wurden bereits weitere Einsätze geplant, um eine größere Anzahl von wilden Nashörnern mit neuen Geräten auszustatten. Der nächste Schritt dieser Initiative ist es, eine neue Generation von langlebiger drahtloser IoT-Sensoren zu entwickeln. „Unser Ziel ist es, 29.000 vernetzte Sensoren zu produzieren, um damit alle lebenden Nashörner auf der ganzen Welt zu verfolgen. Wir arbeiten bereits mit einem französischen Tier-Tracking-Unternehmen zusammen. Wir suchen jetzt Spender, um die Produktion von sehr kostengünstigen Sensoren zu unterstützen, die in der Lage sind, mehrere Jahre komplett autonom zu funktionieren“, fasst Marion Moreau, Sprecherin der Sigfox Foundation, zusammen.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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