Skulptur an der Wiener Hofburg
Jonathan Franzen hat dies und noch viel mehr von Karl Kraus in das amerikanische Englisch übersetzt. Hier der älteste Vertreter der schon mal sarkastisch als “American Streber” bezeichneten Form von Creative-Writing-Literatur mit Welterklärungsanspruch und auf der anderen Seite der begnadet hassende Antifeuilletonist aus Wien?
Im amerikanischen Englisch nennt man so etwas “Odd Couple”. Und jetzt erklärt ausgerechnet Franzen ausgerechnet die Digitalkultur mit ausgerechnet Karl Kraus. Er kommt dabei naturgemäß zu einer ablehnend kulturkritischen Haltung. Kraus dagegen wäre heute vermutlich ein Must-Read-Blogger, den jeder in der Medienszene liest, der nur ungerne dort vorkommen möchte.
Ist jetzt eigentlich Internetbashing der letzte Schrei in den USA? Wir wissen es nicht, wir wissen nur, dass Franzens Kollege Dave Eggers seine Abneigung gegen einige Entwicklungen des 21. Jahrhundert in einen ganzen Roman verwandelt. Wie furchtbar, wir werden alle sterben, denn wir sind abhängig und unser Leben ist klein und nichtig.
Aber zunächst könnte es der Digitalwirtschaft an den Kragen gehen, denn viele Leute sehen eine neue Blase, die demnächst platzt - diesmal allerdings nicht wegen der bösen Börse, sondern der nicht minder bösen Investoren. Und es stimmt, in der IT-Branche wird jede Menge Geld bewegt: Unternehmen werden im nächsten Jahr 3,8 Billionen Dollar für IT-Produkte ausgeben.
Unterdessen auf dem Smartphone eines beliebigen Teenagers: Japanische Emoticons und Funeral Selfies, zwei Megatrends oder so. Und dass 13jährige Facebook meiden wie sonst nur Jonathan Franzen das Internet - geschenkt. Facebook ist schon so gut wie weg vom Fenster.
Aber wo bleibt das Positive? Hier kommt es, mit einer Zwischenüberschrift im Buzzfeed-Stil:
Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de