30.08.2016 Urbanes Wohnen in der digitalen Welt

Mit Nachbarschafts-App zur Sharing-Community

Von: Hans-Wilhelm Eckert

Das Smartphone als Schwarzes Brett: Mit einer Nachbarschafts-App hält die Digitalisierung Einzug in die Wohnungswirtschaft.

Schwabinger Tor

Mit Einzug ins Schwabinger Tor werden die Bewohner eingeladen, Teil einer „Sharing Community" zu werden.

Die Sharing Economy geht neue Wege, wenn es um den nachbarschaftlichen Austausch geht. Um den Ereignissen in Deutschlands größter innerstädtischer Baustelle etwas vorzugreifen, haben wir Oliver Breitl und seine Familie schon einmal losgeschickt, um Erfahrungen mit dem neuen Wohnkonzept des Schwabinger Tors in München zu sammeln. Oliver wohnt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im 4. Stock. Er hat sich für ein Büro im Co-Working Space des Schwabinger Tors entschieden, um somit kurze Wege zwischen seinem Familienleben und seiner Arbeit sicherzustellen. Alle Bewohner im neuen Quartier verbindet die gemeinsame App wie eine Art mobiles „Schwarzes Brett“, das Angebote, Pflichten und Möglichkeiten des gemeinsamen Wohnens auf einen Blick darstellt.

Beim morgendlichen Kaffee wirft Oliver einen Blick in die Schwabinger-Tor-App und informiert sich über die aktuellen Angebote des lokalen Bäckers. Er entscheidet sich auf dem Weg zu seinem Büro im Co-Working Space des Schwabinger Tors, drei Krapfen für die geplante Besprechung mitzunehmen. Da gleichzeitig eine Erinnerung eingeht, dass heute der monatliche Wagen zur Giftmüllentsorgung kommt, fährt er zuvor noch in den Keller, um rechtzeitig die Dosen mit den alten Lackresten zu holen und diese an den vom Hausmeister dafür vorgesehenen Platz zu stellen. Bei der Gelegenheit macht Oliver noch ein Foto seines aktuellen Stromzählerstandes und schickt dieses an die Stadtwerke. Damit wäre dieses Thema auch schon schnell und einfach für dieses Jahr erledigt!

Mit Einzug in das Schwabinger Tor werden die Bewohner und Nutzer eingeladen, aktive Teilnehmer einer einzigartigen „Sharing-Community“ zu werden: Jeder Mieter entscheidet selbst, welche Dinge er gerne teilen oder anbieten möchte: von der Bohrmaschine über Hilfe beim Einkaufen oder beim Blumengießen in der Urlaubszeit. Sowohl dauerhafte Angebote wie der wöchentliche Lauftreff als auch kurzfristige Aktionen wie das Angebot, Lebensmittel vor dem Urlaub abzugeben, können den Nachbarn – wie früher am „Schwarzen Brett“ –
mitgeteilt werden.

Basis ist die App der Firma Casavi, die die Bewohner im Stadtquartier an der Leopoldstraße in München miteinander verbindet. Durch den Austausch in Echtzeit soll das Miteinander von Menschen unterschiedlichster sozialer Hintergründe und Lebensstile auf dem Areal gefördert werden. Dabei funktioniert die App für die Bewohner im neuen Quartier wie ein gemeinsames Werkzeug zum Austausch relevanter Informationen rund um das gemeinsame Habitat und das gemeinsame Zusammenleben.

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Mit dem Launch der Schwabinger-Tor- App durch das Münchner Start-up Casavi sieht sich die Jost-Hurler-Unternehmensgruppe als Vorreiter in der Immobilienwirtschaft in Bezug auf Digitalisierung und neue Urbanitätskonzepte. „Die App unterstützt das offene Lebensgefühl im Quartier, indem digitale Kommunikation unter den Mietern ermöglicht und damit echte Nachbarschaft gefördert wird. Das Schwabinger Tor verkörpert – wie kaum ein anderes Projekt der Immobilienbranche in Deutschland – das verstärkte Zusammenspiel von Digitalisierung und Vernetzung im Wohn- und Arbeitsumfeld“, erläutert Peter Schindlmeier, Gründer und Geschäftsführer von Casavi.

Moderne Nachbarschafts-Community statt „Schwarzem Brett“

Die Bewohner tauschen sich dabei untereinander mit Direktnachrichten aus oder stellen auf der Plattform Fragen und Angebote ein, die von allen Mietern gesehen, beantwortet oder geteilt werden können.

Neben dem nachbarschaftlichen Austausch spielt für die Jost Hurler Unternehmensgruppe aber auch die Verfügbarkeit digitaler Services seitens des Vermieters eine wichtige Rolle. Von der Fülle an funktionalen Vorteilen profitieren die Mieter gleich mit Einzug ins Schwabinger Tor: Service-Anfragen können direkt an die Hausverwaltung gesendet werden; Transparenz über den jeweiligen Bearbeitungsstand ist stets gewährleistet. Und Neuigkeiten über geplante Aktivitäten des Schwabinger Tors oder Dokumente – etwa Veranstaltungshinweise, Nebenkostenabrechnungen oder Bedienungsanleitungen – stehen jederzeit online zur Verfügung, sodass manuelle Kontaktaufnahmen entfallen und Portokosten reduziert werden.

„Werden die Bedürfnisse der Mieter in den Vordergrund gestellt, profitiert auch das Wohnungsunternehmen“, ergänzt Schindlmeier die Grundidee des Start-ups, das Anfang 2015 gemeinsam mit David Langer und Oliver Stamm gegründet wurde. „Für unsere Kunden steht ein ausgewogenes Gesamtkonzept im Vordergrund. Sie profitieren von einer höheren Kundenzufriedenheit und können gleichzeitig Kosten und Zeitaufwand reduzieren, indem sie näher an den Mietern sind und Prozesse verschlanken.“

Auch an die Leistungen der gewerblichen Mieter sind die Bewohner im Schwabinger Tor durch Casavi angeschlossen. So können sie sich etwa über die gastronomischen Angebote der verschiedenen Anbieter oder über die aktuellen Konditionen des Sportklubs im Quartier informieren. Auch der geplante Co-Working-Space und die Flotte des kommenden Quartier-Carsharings sollen später in die App eingebunden werden.


Bildquelle: Jost-Hurler-Unternehmensgruppe

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