"Konsumenten erhielten durch spielerische Aktionen eine kostenlose Produktprobe", erklärt Boris Lücke, Gettings Geschäftsführer, die Gamified Sales Promotion bei Shiseido.
Herr Lücke, Location Based Services (LBS) erfahren derzeit einen regelrechten Boom. Was macht den besonderen Reiz aus?
Boris Lücke: Der besondere Reiz liegt darin, die Möglichkeit zu haben, jederzeit zu einem Thema relevante Informationen vor Ort abrufen zu können. LBS bieten somit einen Informationsvorsprung und mit unseren Kampagnen steigern wir das Einkaufserlebnis zusätzlich.
Wo sehen Sie den Mehrwert für Konsumenten und Händler?
Lücke: Für Konsumenten liegt er an erster Stelle im Sparpotential. Darüber hinaus beschleunigen die Services Kaufentscheidungen, spielerische Aktionen machen den Kaufprozess aufregender. Händler profitieren ebenfalls von diesem Marketinginstrument: Es generiert Aufmerksamkeit für ihr Geschäft, ihre Produkte oder Dienstleistungen, bietet Kunden Zusatzinformationen und trägt positiv zur Kundenbindung bei. Kurz gesagt: LBS steigert die Frequenz am Point of Sale (POS).
In der Vergangenheit haben Sie bereits mit verschiedenen Einzelhändlern Couponing-Aktionen verwirklicht. Ist dies ein probates Mittel, um die Konsumenten vom Internetshopping zurück in den stationären Handel
zu bringen?
Lücke: LBS verknüpfen die positiven Aspekte des Onlineshoppens mit dem Einkauf im stationären Handel. Die Vorteile des Ladengeschäfts liegen dabei vor allem in der Unmittelbarkeit: alles anprobieren und anfassen zu können ebenso wie die Sicherheit, das Produkt gleich mitnehmen zu können. Das hat auch unsere aktuelle Studie belegt. Dieses Einkaufserlebnis, gepaart mit den Vorteilen des Online-Einkaufs, wie Vorabrecherche oder Preisvergleich, sprechen für Location Based Services.
Kürzlich haben Sie eine Rabatt-Aktion für den Kosmetikhersteller Shiseido durchgeführt. Welche Resonanz gab es von den Konsumenten und dem Unternehmen?
Lücke: Bei der Shiseido-Kampagne handelte es sich um eine sogenannte „Gamified Sales Promotion“. Konsumenten erhielten durch spielerische Aktionen eine kostenlose Probe von einem speziellen Produkt. Für das Unternehmen ergibt sich neben dem Vorteil, den Abverkauf zu steigern, zusätzlich eine Stärkung der Marke. Durch diesen Imagetransfer ist es möglich, neue Zielgruppen anzusprechen, zeitgleich stellen solche Kampagnen ein gutes Differenzierungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern am Markt da.
Stehen der finanzielle und der Arbeitsaufwand für eine solche Aktion im Verhältnis zur Nachfrage bei den Kunden?
Lücke: Gettings hat über 650.000 monatlich aktive User und insgesamt über neun Millionen Gesamtuser. Diese hohe Reichweite fördert den Erfolg solcher Kampagnen. Der Arbeitsaufwand in Relation zu den zu adressierenden Usern ist somit eher gering. Finanziell gesehen sind solche Kampagnen für Unternehmen ebenfalls attraktiv. Neben dem reinen Abverkauf tragen sie verstärkt zum Brand Engagement und Brand Building bei, anders als bei einer puren Coupon-Kampagne. Nutzer profitieren neben dem Preisnachlass vom „haptischen Erlebnis“, indem sie das physische Produkt in die Hand nehmen.
Wie werden mögliche Coupon-Nutzer überhaupt auf Gettings aufmerksam?
Lücke: Neben dem viralen Marketing, sprich der Weiterempfehlung der Nutzer nach Erhalt eines Vorteils, betreiben wir beispielsweise auch TV-Werbespots sowohl in Hauptsendern wie RTL, aber auch Spartensendern wie DMAX. E-Plus-User profitieren ebenfalls: Unsere App mit den Vorteilsangeboten ist bereits auf einer Vielzahl von E-Plus Smartphones vorinstalliert.
Welche Möglichkeiten sehen Sie, LBS in Zukunft mit der mobilen Technologie weiter zu verknüpfen? Ist beispielsweise Near Field Communication (NFC) ein Thema?
Lücke: Wir sehen für die Zukunft absolut die Verschmelzung von LBS und M-Payment zum Beispiel via NFC oder Bluetooth. Vorstellbar sind Mobile Wallets: Der User hat in seinem Wallet neben verschiedenen Karten die Möglichkeit, Coupons zu erhalten. Die Bezahlung im Kaufprozess erfolgt einfach via Handy. Gettings ist beispielsweise ein Key-Player im E-Plus-Wallet, die im Frühjahr 2014 auf den Markt kommt. Ein weiteres spannendes Feld: die Instore-Navigation – wir leiten den User via Angebote in der App zum POS. Drive-2-Store-Mechaniken hören dann aber nicht auf, sondern leiten den User im Ladengeschäft zu den „richtigen“ Produkten.