App-Entwicklung ist gefragt

Mobile hat Tradition

Interview mit Prof. Michael Beigl, Dekan der Fakultät für Informatik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), über die Ausbildung von Mobility-Spezialisten an hiesigen Hochschulen

Prof. Michael Beigl, Dekan der Fakultät für Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Herr Beigl, wie ist es in deutschen Hochschulen derzeit um die Ausbildung von Mobility-Spezialisten – insbesondere von App-Entwicklern – bestellt?
Michael Beigl:
Sehr gute praktische Programmierkenntnisse sind mittlerweile in allen Informatik-studiengängen an den Hochschulen Voraussetzung und werden abgeprüft. An den Hochschulen werden die gängigen Programmiersprachen (Java, objektorientiertes C) sowie -umgebungen eingesetzt. Diese finden sich auch in abgespeckter Form bei der App-Entwicklung wieder.

Wie wird man eigentlich App-Entwickler – gibt es typische Ausbildungswege?
Beigl:
Eine App-Entwicklung ist von Seiten der Programmierkenntnisse weniger aufwendig als die Entwicklung einer anderen Software-Anwendung. So umfasst etwa die Programmierung innerhalb des Pflichtpraktikums während des Informatikstudiums in den ersten Seiten typischerweise mehrere 1.000 Zeilen Code. Eine typische App hat aber im Schnitt nur 1.000 Zeilen Code. Einen Unterschied gibt es natürlich dennoch zwischen der Entwicklung für Mobile Computing und beispielsweise Geschäftssoftware: die Benutzerschnittstelle.

Welche Studiengänge bzw. Kurse bietet Ihre Hochschule speziell im Mobility-Bereich an?
Beigl:
Smartphones und Apps haben bei uns eine lange Tradition: Hier wurde u.a. 1993/94 der erste Webbrowser für Smartphones entwickelt. Kurz danach waren die Inhalte schon in Praktika und Seminaren vertreten. Die erste Vorlesung in diesem Bereich wurde bereits 1998 angeboten. Dieses Konzept trägt bereits heute Früchte: Unsere Studierenden haben etwa 2012 im Imagine Cup die ersten beiden Plätze in der Kategorie Windows Phone belegt.

Inwieweit wollen Sie Mobility-Themen künftig verstärkt in das Ausbildungsprogramm aufnehmen?
Beigl:
Bei den Programmiertechniken und der Software-Entwicklung sind wir bereits exzellent aufgestellt. Neue Fragestellungen ergeben sich im Bereich Gestaltung der Mensch-Maschine-Interaktion, der Augmented Reality – insbesondere mit der Verfügbarkeit dieser Technologie für jedermann, z.B. der Google Glasses, sowie der Nutzung der Sen-sorik in den Geräten.

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