04.10.2017 Herausforderungen der Transportbranche

Mobile Lösungen für Logistiker

Von: Kathrin Zieblo

Neue Geschäftsmodelle rund um Lebensmittellieferungen machen vor allem umweltfreundliche Lieferkonzepte notwendig. Vor welchen Herausforderungen Logistiker sonst noch stehen, erläutert Stefan Gerats, Business Development Manager DACH bei Cipherlab, im Interview.

Stefan Gerats, Cipherlab

„Mobile Lösungen beispielsweise mithilfe von Apps vereinfachen den Informationsaustausch zwischen Herstellern, Lieferanten oder Logistikern und Kunden", berichtet Stefan Gerats, Business Development Manager DACH bei Cipherlab.

Herr Gerats, aufgrund des E-Commerce-Wachstums ist auch der Transport- und Logistik-Sektor in den letzten Jahren stark gewachsen. Welche Priorität sollten Transport-/Logistik-Unternehmen derzeit setzen?
Stefan Gerats:
Damit Produkte reibungslos und effizient an ihr Ziel gelangen, sollten sich Transport- und Logistik-Unternehmen vermehrt darauf konzentrieren, operative Prozesse zu verschlanken, die Routenplanung sinnvoll zu organisieren und vorhandene Transportkapazitäten optimal auszunutzen.

In letzter Zeit treten vermehrt verschiedene Lebensmittellieferdienste (bzw. im allgemeinen der Online-Lebensmittelhandel) in Erscheinung. Welche speziellen Herausforderungen entstehen dadurch?
Gerats:
Für das klassische Aufgabengebiet von Logistikern sind keine großen Veränderungen zu erwarten. Allerdings sollten Retailer im Lebensmitteleinzelhandel über Kooperationen mit den immer stärker verbreiteten Lebensmittel- und Food-Lieferdiensten nachdenken, da ihre Kundenzielgruppen größtenteils übereinstimmen.

Wie könnte ein geeignetes Logistikkonzept aussehen bzw. welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit solche Lebensmittellieferungen auch in Deutschland erfolgreich werden?
Gerats:
Neue Geschäftsmodelle rund um Lebensmittellieferungen werden sich hauptsächlich auf mittlere bis große Metropolen konzentrieren. Dort ist in erster Linie ein flexibles und vor allem umweltfreundliches Lieferkonzept gefragt.

Inwieweit unterscheiden sich die Anforderungen von der Logistik anderer Produktgruppen?
Gerats:
Grundsätzlich werden bei Lebensmitteln, vor allem bei Gütern wie Tiefkühlkost, Obst und Gemüse, extrem hohe Anforderungen in puncto Sicherheit und Qualität gestellt. Um diese Vorgaben zu erfüllen, ist es entscheidend, die Lieferzeiten in diesem Bereich konsequent zu verkürzen.

An welcher Stelle können spezielle mobile Lösungen – z.B. Apps – die betroffenen Unternehmen aus der Branche unterstützen?
Gerats:
Mobile Lösungen beispielsweise mithilfe von Apps vereinfachen den Informationsaustausch zwischen Herstellern, Lieferanten oder Logistikern und Kunden. So können Nutzer sämtliche benötigten Informationen jederzeit und von überall abfragen.

Welche konkreten Vorteile ergeben sich durch mobile Anbindungen?
Gerats:
Mobile Anbindungen bringen entscheidende Vorteile wie absolute Flexibilität und kurze Reaktionszeiten mit sich.

Welche (mobilen) Geräte finden derzeit vermehrt im Bereich Transport & Logistik Anwendung? Wo liegen die Vor- und Nachteile etwa bei Smartphones und Handscannern?
Gerats:
Im Bereich Transport und Logistik werden sämtliche Arten von Scanner-Geräten in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen nahezu flächendeckend eingesetzt. Das Angebot reicht von extrem robusten Geräten mit Touchscreen und Keyboard plus Pistolengriff für große Logistikzentren bis hin zu robusten, aber kleineren Touch-Geräten für Fahrer, die die Lieferung beim Endkunden mit dessen Unterschrift quittieren müssen. Derweil werden Smartphones immer wieder als preiswerte Alternative getestet, haben sich jedoch bisher als zu fragil erwiesen.

Auf welche Kriterien sollte bei der Auswahl geachtet werden?
Gerats:
Je nachdem, welche Aufgaben der Logistiker im Einzelfall übernimmt, sollte immer eine möglichst genaue Analyse der konkreten örtlichen Gegebenheiten und die Anforderungen an die mobilen Geräte erfolgen, um höchste Effektivität zu erreichen.

Wie beurteilen Sie den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Transport- und Logistikbranche?
Gerats:
Die deutsche Logistikbranche wird in Zukunft sicherlich vermehrt auf künstliche Intelligenz setzen. Gerade der Einsatz von selbstfahrenden Autos könnte sich als echter Game Changer im Bereich Logistik und Warenwirtschaft erweisen.

Für wie realistisch halten Sie die Paketzustellung per Drohne oder Lieferroboter in Zukunft?
Gerats:
Die Paketzustellung per Drohne oder Lieferroboter wird sich künftig auf dem Markt etablieren, da hier enormes Einsparpotential besteht. Vor allem im städtischen Raum würde die Zustellung von Paketen somit nachhaltig revolutioniert.

Wagen Sie eine Prognose: Wie stellen Sie sich die sogenannte „letzte Meile“ in fünf Jahren vor?
Gerats:
Logistikunternehmen werden in Metropolen zunehmend auf die automatisierte Zustellung durch Paketroboter setzen. Dagegen sind in dünn besiedelten, ländlichen Regionen Lieferungen auf dem Luftweg via Drohne wirtschaftlich sinnvoller.

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