Stefan La Vigna, Leiter IT, Qualitäts- und Umweltmanagement bei Striebig: „Wichtig bei der Implementierung mobiler Lösungen ist, dass die Prozessabläufe beschrieben sind.“
Sebastian Beier, Leiter IT bei Spittler Lichttechnik: „Eine besondere Herausforderung bei jeder Art von mobiler Datenverarbeitung ist die Anbindung an das jeweilige zentrale System.“
Herr La Vigna, Herr Beier, welche Ziele verfolgen Sie mit dem Einsatz mobiler Lösungen, auch hinsichtlich Prozessverbesserungen?
Stefan La Vigna: Wir setzen die mobile Lösung von 3mobility für die rollende Inventur, die Kommissionierung von Ersatzteilen ab Lager und neuerdings für den Kundenservice im Außendienst, also den Servicefahrzeugen, ein. Wir haben eine bestehende Lösung bezüglich Inventur und Ersatzteil-Kommissionierung abgelöst. Die Lösung von 3mobility ist schnell, unkompliziert und flexibel anpassbar.
Sebastian Beier: Die mobile Lösung, bestehend aus der Software flexmobility von IngerSon und mobilen Computern sowie Druckern von Intermec, werden bei uns hauptsächlich für die systematische Verbuchung des Materialflusses im Unternehmen eingesetzt.
Ausgehend von der Wareneingangsbearbeitung aus Bestellungen oder Reklamationen und Verbuchung von Fertigungsteilen über die Kommissionierung von Einkaufsteilen und gefertigten Baugruppen zur Endmontage bis hin zur Entnahme unserer Verkaufsprodukte zum Versand wird ausschließlich mobil mittels Scanner, Barcodes und Mengeneingaben gearbeitet.
Zusätzlich nutzen wir eigens definierte Anwendungen zum Melden von Fertigungszeiten, zum Verbuchen von Ausschussware, zur Kontrolle des Materialbestands auf Lagerplätzen sowie zur manuellen Auslösung von Bestellvorschlägen. Neben einer Vereinfachung und somit einer Beschleunigung der logistischen Prozesse, auch hinsichtlich der Bedienbarkeit des Systems, war unser Hauptziel eine Erhöhung der Bestandssicherheit, nach dem Motto: Keine Materialbewegung ohne Systembuchung.
Wie verliefen die jeweiligen Projekte?
La Vigna: Die Umsetzung von Standardgeschäftsprozessen geht flott. Da die Software eigentlich nur konfiguriert werden muss, sind keine Programmierarbeiten seitens des Anbieters notwendig. Nach einem bis zwei Tage können bereits Prozesse wie Inventur, Wareneingang etc. auf den
mobilen Geräten durchgespielt werden.
Beier: Hervorzuheben ist die Besonderheit, dass vieles auf Anhieb reibungslos funktionierte. Mit dem empfohlenen Mix aus Hardware und eigener Software kommt man nicht in die Lage, Kompromisse eingehen zu müssen. Der große Vorteil dieses Systems ist die Simplizität, ob im Anwendungs- als auch im Entwicklungsbereich, man bekommt sofort ein Gefühl für die Handhabung der Hard- und Software.
Wobei bestanden bei dem Projekt die Herausforderungen, etwa hinsichtlich Datenanbindung oder Sicherheit?
La Vigna: Bei der Kommissionierung müssen diverse Angaben vom Bediener per Floating-Tastatur eingegeben werden. Das heißt, dass die Tastatur auf dem Pad bei einer numerischen und alphanumerischen Eingabe erscheinen muss – und zwar so, dass das Eingabefeld sichtbar ist. Bei weiteren Zeilen muss die Tastatur bzw. die Zeile nachrutschen. Dies funktioniert.
Bezüglich Sicherheit sind die verwendeten Geräte mit höchster Sicherheitsstufe in unser Netzwerk eingebunden. Dies gilt auch für die Geräte im Außendienst, die per VPN auf das Netzwerk zugreifen müssen.
Beier: Eine besondere Herausforderung bei jeder Art von mobiler Datenverarbeitung ist die Anbindung an das jeweilige zentrale System. Hierbei gilt es zu entscheiden, ob eine Offline-Lösung mit regelmäßiger Datenübertragung zu bestimmten Zeiten ausreichend oder eine permanente Systemanbindung notwendig ist. Unser System muss immer über die aktuellen Bestände verfügen, von daher stellte sich nur die Frage, wie wir eine nahezu hundertprozentige Verfügbarkeit der Geräte bzw. eine dementsprechende optimale WLAN-Ausleuchtung sicherstellen.
Welchen Rat geben Sie anderen Unternehmen? Worauf kommt es in solchen Projekten an?
La Vigna: Wichtig ist, dass die Prozessabläufe beschrieben sind. Anhand dieser Beschreibung kann dann relativ schnell ein Konzept erstellt werden. Mit dem Projektleiter von 3mobility erarbeitet man dann Schritt für Schritt die Details zum Prozess und schon wenig später können diese konfiguriert werden. Wer hier gute Vorarbeiten leistet kann Zeit sparen.
Beier: Das Projekt steht und fällt mit der Vorbereitung. Neben Hard- und Software, einer geeigneten Infrastruktur, leserlichen Barcodes, benötigten Etiketten, ausführlich gekennzeichneten Produkten und Lagerplätzen steht eine genaue Analyse und gegebenenfalls Anpassung der eigenen Prozesse im Vordergrund. Nur wenn man weiß, wie seine Abläufe sindoder bestenfalls sein sollen, gelingt eine solches Projekt auch in einem relativ kurzen Zeitrahmen. Nur mit wirklich durchdachter Vorbereitung erzielt man schnell positive Effekte, die die Akzeptanz der Benutzer erhöhen und sich auch finanziell widerspiegeln.