Durch die mobilen Handkontrollterminals können Mitarbeiter des Prüfdienstes Ticketkontrollen in wenigen Sekunden durchführen.
„Da die neuen Handkontrollgeräte alle Ticketarten schnell prüfen, dauert die Störung des Fahrgastes durch den Prüfer nur wenige Sekunden", so Gerd-Peter Willbrandt, Leiter Vertriebsmanagement bei der S-Bahn Berlin.
Bis zu 1,3 Millionen Fahrgäste befördert die S-Bahn Berlin an Werktagen.
Die rot-gelben Züge gehören zum Berliner Stadtbild wie das Brandenburger Tor und der Fernsehturm. Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 investiert die S-Bahn Berlin stetig in den Fahrzeugpark und die damit verbundene Technik. Ein Teil der Investitionen floss Ende 2013 in den Bereich mobile Informationslogistik – im Zuge dessen investierte man in Handkontrollterminals des Herstellers Casio, die den Prüfdienstmitarbeitern eine schnellere Kontrolle der Fahrtberechtigungen erlaubt. Durch den Einsatz der mobilen Geräte sollte die Zahl der „Schwarzfahrer“ spürbar reduziert werden, was letztlich die Einnahmen aus dem Beförderungsentgelt sichert.
Der Kontrollvorgang, beginnend mit dem Lesen der unterschiedlichen Ticketarten, der Gültigkeitsprüfung und der Abgleich gegen eventuelle Schwarzlisten, erfolgt jetzt schneller als zuvor, wie Gerd-Peter Willbrandt, Leiter Vertriebsmanagement bei der S-Bahn Berlin bestätigt:„ Heute kontrolliert jeder Prüfer in den Zügen durchschnittlich 560 Fahrgäste am Tag. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei etwa 410. Die Steigerung von mehr als 35 Prozent hängt mit dem wachsenden Anteil elektronischer Tickets (heute ca. 20 Prozent) zusammen, die von den neuen Handkontrollgeräten verzögerungsfrei geprüft werden.“ Zu den neuen Handkontrollterminals gehören auch mobile Kartenlesegeräte, sogenannte PIN-Pads des Typs „CCV fly“. Diese Zusatzgeräte ermöglichen bei Bedarf z.B. die Erhebung eines erhöhten Beförderungsentgelts (EBE), indem die derzeit fälligen 40 Euro per Girocard durch eine sichere Online-Autorisierung beglichen werden können. Gerd-Peter Willbrandt erklärt: „Da das neue Gerät alle Ticketarten schnell prüft, dauert die Störung des Fahrgastes nur wenige Sekunden. Für den Fall, dass ein erhöhtes Beförderungsentgelt zu erheben ist, bieten wir dem Kunden mit der Onlinezahlungsmöglichkeit einen Service, der ihm viel Zeit spart.“ Bisher mussten die Daten von Personen, die ohne gültigen Fahrschein angetroffen wurden und zum Zeitpunkt der Kontrolle keine Barzahlung leisten konnten, im Handterminal erfasst und später zur Abwicklung der Zahlungsmodalitäten weiter nachverfolgt werden – laut Willbrandt ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Für den Kunden bedeute eine spätere Zahlung – abgesehen von der unangenehmen Erinnerung – einen gewissen Aufwand, da er entweder die relevanten Vorgangsdaten auf einen Überweisungsträger übertragen oder den Betrag in bar in einem der S-Bahn-Kundencenter einzahlen müsse.
Eine bei den Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) häufig genutzte Anwendung ist die Delikt- und Schadenserfassung. Bisher erfolgt die Erfassung von Verschmutzungen, Beschädigungen, Mängeln oder Delikten und deren Verursachern bei der S-Bahn Berlin durch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes handschriftlich auf Formularen und wird später manuell in das EDV-System übertragen. Derzeit wird geprüft, auch diese Datenerfassung mithilfe der Handkontrollterminals zu unterstützen. Mitarbeiter können dann mit der integrierten Kamera aussagekräftige Schadensbilder aufnehmen und diese bei Bedarf per UMTS an die zentrale Einsatzleitung übertragen.
S-Bahn Berlin GmbH
Branche: Öffentlicher Personennahverkehr
Hauptsitz: Berlin
Mitarbeiter: über 3.000
Passagiere: 402 Mio. im Jahr
Streckennetz: 330 Kilometer
Umsatz: 568 Mio. Euro (2012)
Bildquelle: Casio, J. Donath