Interview mit Monika Düsterhöft, Cubeware

Mobilversion für das Konsumieren von Informationen

Interview mit Monika Düsterhöft, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Cubeware GmbH

Monika Düsterhöft, Cubeware

Monika Düsterhöft, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Cubeware GmbH

Frau Düsterhöft, worauf sollten die Verantwortlichen bei der Auswahl einer mobilen BI-Applikation hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit besonders achten?
Monika Düsterhöft: Mobile Applikationen umfassen sowohl Lösungen im klassischen Webstyle als auch spezielle Apps für Smartphones und Pads. Bei der Auswahl der BI-Software sollte man darauf achten, dass der Hersteller sowohl das Arbeiten per Web als auch per App ermöglicht und dass über beide Clients alle für die jeweiligen Nutzergruppen notwendigen Anforderungen und Funktionalitäten abbildbar sind.

Unter dem Aspekt der Benutzerfreundlichkeit ist wichtig, dass sich die Nutzerführung der App ganz eng an den Bedienparadigmen der Endgeräte beziehungsweise deren Betriebssystemen orientiert. Mindestens genauso wichtig ist, dass sich die Funktionalitäten der mobilen Reports nicht von denen der anderen Clients unterscheiden. Nur so kann gewährleistet werden, dass sich der Anwender schnell und einfach zurechtfindet und mit der BI-App auch gerne und effizient arbeiten wird.

Wie können ausführliche Reports, Analysen und Simulationen auf den kleinen Displays von Smartphones und Tablets lesefreundlich dargestellt werden?

Düsterhöft: Die Frage ist nicht, wie man komplexe Reports darstellen kann, sondern was überhaupt in welchem Kontext und in welcher Ausführlichkeit mobil benötigt wird. Hat man dies definiert, gilt es bei der Darstellung ein paar einfache Grundsätze zu beachten:
1) Weniger ist mehr – Konzentration auf die wesentlichen Informationen und Komponenten pro Bericht.
2) Ein Bild sagt mehr als tausend Zahlen – mehr Grafiken und weniger Tabellen verwenden.
3) Finger ist anders als Maus – spezielle Bedien- und Navigationsmechanismen mobiler Endgeräte intelligent integrieren.

Wann ist eine eigene App sinnvoll, wann ist eine mobile Browser-Oberfläche besser?
Düsterhöft: Der Einsatz einer App bietet sich immer dann an, wenn häufig genutzte Funktionalitäten zur Verfügung gestellt oder diese mit lokalen Informationen oder den Funktionalitäten anderer Apps verlinkt werden sollen. Apps bieten dafür eine umfassende Palette an Integrations-, Visualisierungs- und Navigationsmöglichkeiten. Für eine mobile Browser-Oberfläche sollte man sich entscheiden, wenn eine Lösung in der gesamten Bandbreite, mit allen Funktionalitäten zur Verfügung gestellt werden soll.

Welche Funktionen sollte eine mobile App auf jeden Fall beinhalten?
Düsterhöft: Die App muss ein einfaches, intuitives Navigationskonzept zur Verfügung stellen. Sie sollte keine Stand-Alone-Lösung sein, sondern auf dieselben Reports und Funktionalitäten zugreifen wie die zugehörige Web- oder Desktoplösung auch. Und die App sollte Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung und Collaboration bereithalten. Zu denken ist dabei ebenso an Export-Features wie Drucken oder das Versenden von E-Mails als auch das Einbeziehen von Chat-Funktionalitäten. Zukünftig werden BI-Apps zudem Informationen zum zeitlichen und räumlichen Kontext miteinbeziehen können, was eine weitere Ebene der Datenanalyse und Weiterverarbeitung bedeutet.

Inwieweit unterscheidet sich die Mobilversion von den teils sehr mächtigen BI-Lösungen, die in der klassischen Unternehmens-IT zum Einsatz kommen?
Düsterhöft: Die Mobilversion dient schwerpunktmäßig dem Konsumieren und Weitergeben von Informationen, oftmals auch kombiniert mit Alerting, Kommentierung und Collaboration. Ebenfalls sinnvoll sind mobile Lösungen für das Einsammeln von Daten, beispielsweise im Zusammenhang mit Planungslösungen. Das Modellieren und Schaffen einer analysefähigen Datenbasis sowie das Bauen und Bereitstellen von Reports hingegen sind kein sinnvoller Teil einer Mobilversion.
 
Welche Fallstricke lauern bei der Einbindung der App in die vorhandene IT-Landschaft des Unternehmens?
Düsterhöft: Hier sind Faktoren wie Sicherheit und Authentifizierung zu nennen: Wo werden Daten gespeichert, wie lässt sich eine zentrale Nutzerverwaltung realisieren, was passiert bei Geräteverlust? Auch muss man darauf achten, keine mobile Insellösung zu schaffen, und sich Gedanken dazu machen, was passiert, wenn gerade kein Webzugang zur Verfügung steht.

Ist man im Ausland unterwegs, will man beispielsweise keine Roaminggebühren aufwenden. Wie funktioniert in diesem Moment ein Umschalten von Online- auf Offline-Arbeit?
Düsterhöft: Dieses Thema wird im Zuge einer zunehmenden Standardisierung immer weniger ins Gewicht fallen. Zu lösen ist das Problem heute entweder über eine lokale Datenhaltung oder über Alerting- und Push-Mechanismen, so dass Informationen nur im Bedarfsfall transferiert werden und das System sich diese nicht permanent zieht.

Auf welche Datenquellen sollte die mobile Software zugreifen können? Und wie kann man dabei weltweit eine akzeptable Performance sicherstellen?

Düsterhöft: Auch eine mobile BI-Lösung sollte prinzipiell für alle internen und externen Datenquellen offen sein. Idealerweise verfügt die Architektur des Anbieters dafür über eine eigene Backend-Komponente, die die Datenbereitstellung übernimmt und der Applikation zur Verfügung stellt.

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